Zum Inhalt springen
Inhalt

International Google muss sensible Daten löschen – auch in der Schweiz

Ein wegweisendes Urteil des Europäischen Gerichtshofs: Google muss Verweise auf Seiten mit persönlichen Daten aus der Ergebnisliste wegnehmen. Dies, wenn ein Betroffener das von Google wünscht.

Legende: Video «Es gibt ein Recht auf Vergessen» abspielen. Laufzeit 01:48 Minuten.
Aus Tagesschau vom 13.05.2014.

Der Suchmaschinenbetreiber Google kann dazu verpflichtet werden, Verweise auf Webseiten mit sensiblen persönlichen Daten aus seiner Ergebnisliste zu streichen. Das hat der Europäische Gerichtshof entschieden.

Ein solches Recht leite sich aus der EU-Datenschutzrichtlinie ab, so die Richter. Nach Ansicht des EU-Gerichts ist der Suchmaschinenbetreiber für die Verarbeitung der Daten verantwortlich. Ein Betroffener könne sich mit der Bitte um Änderung der Suchergebnisse an Google wenden – oder sonst an die zuständigen Stellen.

Legende: Video Datenschützer Thür zum Google-Urteil abspielen. Laufzeit 00:34 Minuten.
Aus Tagesschau vom 13.05.2014.

Thür: «Urteil gilt auch für Schweiz»

Der Eidgenössische Datenschutzbeauftragte Hanspeter Thür ist überzeugt, dass das Urteil aus Strassburg auch für die Schweiz gelte. «Das Urteil ist auch in der Schweiz anwendbar. Die Nutzer können sich auf dieses Urteil beziehen. Ich denke, dass Google das Urteil auch für die Schweiz akzeptieren wird», sagte Thür in der «Tagesschau».

Den Fall ins Rollen gebracht hatte ein Unternehmensberater in Spanien, der vor mehr als 15 Jahren in finanzielle Schwierigkeiten geraten war. Sie endeten mit der Zwangsversteigerung seines Hauses. Eine spanische Zeitung hatte damals darüber berichtet und den Artikel auch ins Internet gestellt. Seither erscheinen bei Google-Suchergebnissen beim Namen des Mannes immer noch Verweise auf den alten Zeitungsartikel.

Der Mann klagte, weil er fand, er habe ein Recht auf Vergessen – also ein Recht darauf, dass Information über ihn, die ihre Relevanz verloren hat, nicht mehr verbreitet werden darf.

Der Europäische Gerichtshof gab ihm Recht: Google muss bei einer Suche Links löschen, die zu heiklen oder nicht mehr relevanten Angaben zu einer Person führen – falls die betroffene Person dies erlangt. Die Richter waren der Meinung, dass sich dieses Recht aus der europäischen Datenschutzrichtlinie ableite. Datenschützer begrüssen das Urteil: Der bekannte Hamburger Datenschützer Johann Caspar, sieht darin eine Stärkung des Datenschutzes in der EU.

Google unzufrieden

Google kritisierte das Urteil zum «Recht auf Vergessen»: Die Entscheidung sei nicht nur für Suchmaschinen enttäuschend, sondern für alle, die Inhalte online publizierten, sagte ein Sprecher.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

5 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Mareike Rechsteiner, St. Gallen
    Ich finde, es ist nicht Aufgabe der Suchmaschinen, Links löschen zu müssen (siehe hierzu auch http://pupoll.com/20419942) - an der Quelle sind sie ja immer noch einsehbar. Darüber hinaus verfälscht es die Ergebnisse im Netz. Ich informiere mich teilweise im Internet über bestimmte Personen oder auch Unternehmen. Können nun negative Inhalte verschleiert werden, wie z.B. Betrügereien, hat ein krimineller Mensch im Internet eine saubere Weste und kann weiter betrügen!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Emilia Galotti, Madrid
    Wieso wird Google verklagt? Google indexiert nur Sachen - die eigentlichen Inhalte sind ja nicht bei Google, sondern bei einer verlinkten Seite.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von A. Huber - ICT, Basel
    Alle, die über mich persönliche Informationen im Internet veröffentlichen wollen, müssten mich eigentlich vorher dazu um Erlaubnis bitten... So wär' s korrekt!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen