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International Google wird mit Lösch-Anträgen überhäuft

Es war ein wegweisendes Urteil des Europäischen Gerichtshofs: Google muss auf Antrag Verweise auf Webseiten mit persönlichkeitsverletzenden Daten aus seiner Ergebnisliste streichen. Sieben Wochen später sind beim US-Konzern bereits 70'000 Lösch-Anträge eingegangen.

Silhouetten von zwei Frauen mit Laptops, die vor einem Google-Logo stehen
Legende: Viel Arbeit wartet auf Google. Keystone

Google hat europaweit mehr als 70'000 Anträge auf die Entfernung von Links aus seinen Suchergebnissen erhalten. Insgesamt beantragten die Gesuchsteller, mehr als 267'000 Links streichen zu lassen. Dies teilte das Unternehmen mit Sitz im US-Bundesstaat Kalifornien mit.

Wegweisendes EuGH-Urteil

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hatte den Weg für die Löschgesuche frei gemacht. Er entschied Mitte Mai, dass Europas Bürger, auch Schweizer, von Suchmaschinen wie Google verlangen können, Links zu unangenehmen Dingen aus ihrer Vergangenheit aus den Suchergebnissen verschwinden zu lassen.

Den Fall ins Rollen gebracht hatte ein spanischer Unternehmensberater, der vor über 15 Jahren in finanzielle Schwierigkeiten geraten war. Eine Zeitung berichtete darüber und stellte den Artikel ins Internet. Darauf erschienen bei Google immer die Verweise auf den alten Bericht.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Hannes Bernthaler, Köniz
    Google ist sicher nur die Spitze des Eisbergs. Alle Firmen.die im Internet z.B. Waren anbieten speichern die Vorlieben ihrer Kunden und bieten bei einem erneuten Besuch ihrer Seiten diese gezielt ihrer Kunden an. Dass dies ohne Einwilligung der Kunden geschieht und der Kunde auch keine Möglichkeit hat hier eine Löschung der Daten zu verlangen ist eigentlich ein Skandal. Hier muss der Bund auf einen Ehrenkodex aller Internetanbieter hinwirken. Seriöse Firmen informieren ihre Kunden.
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    1. Antwort von Gandalf Grau, Niederdörfli, Zürich
      Das hat aber absolut gar nix mit Google zu tun - Google (der Teil von Google) schaut "was haben Leute im Internet veröffentlicht" und macht das suchbar. Es handelt sich hierbei um veröffentlichte Dokumente. Öffentlich! Und frei verfügbar. Gratis!
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  • Kommentar von A. Huber - ICT, Basel
    Alibi-Übung: Jeder, der Links löschen lassen will, gibt sich automatisch als Feind des Systems "Recht auf Wissen" bekannt - die Falle schnappt zu. Und die NSA kann ihre Liste derjenigen, welche etwas zu verbergen haben, auch gleich noch aktualisieren! Dazu gehören übrigens auch alle, welche im Internet nach "TOR" oder nach "Tails" suchen. Auch die TOR Homepage steht unter NSA Dauerbeobachtung und die 8, 9 Directory Authorities Server ebenfalls (XKeyscore). TOR Nutzer = Extremist! Dämmert' s?
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    1. Antwort von Peter Meier, Zürich
      Was genau hat Sie eigentlich so herzig paranoid gemacht?
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    2. Antwort von A. Huber - ICT, Basel
      @ Peter Meier, Zürich: Paranoid sind einzig unsere totalitären Überwacher, die hinter jedem, der auch noch im digitalen Informationszeitalter Wert auf persönliche Freiheit, Privat- und Intimsphäre, auf Anonymität und Selbstbestimmung und auf das Recht auf Unwissenheit legt, einen Extremisten, einen potentiellen Terroristen, einen Steuerhinterzieher etc. sehen, Herr Meier...
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