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International «Greifen Sie keine Spitäler an!»

Während anhaltender Gefechte in der syrischen Metropole Aleppo wurde vergangene Nacht auch ein Krankenhaus zerstört. Dies bestätigt heute das IKRK. Dutzende Zivilisten kamen ums Leben. Laut dem Roten Kreuz droht eine humanitäre Katastrophe. Auch die UNO ist alarmiert.

Ruine des Spitals
Legende: Das Al-Kuds-Spital wurde vollständig zerstört, Ärzte ohne Grenzen spricht von einem zielgerichteten Angriff. Reuters

Trotz Waffenruhe sind bei Luftangriffen auf ein Spital im nordsyrischen Aleppo nach Angaben von Rettungshelfern Dutzende Menschen getötet worden. Das IKRK bestätigte mittlerweile die vollständige Zerstörung des Spitals im Osten der Stadt. Nach Angaben der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen, welche die Klinik
Al-Kuds im rebellenkotrollierten Gebiet unterstützte, sind unter den Opfern auch drei Ärzte.

Das Bombardement traf Rettungshelfern zufolge auch umliegende Gebäude, in dem medizinisches Personal untergebracht war. Es würden noch Menschen unter den Trümmern vermisst.

Regimetruppen bestreiten Verantwortung

Wer für den Angriff auf das Al-Kuds-Spital verantwortlich ist, war zunächst unklar. In den vergangenen Monaten wurden der syrischen Regierung sowie Russland wiederholt gezielte Angriffe auf Kliniken vorgeworfen. Aus syrischen Militärkreisen heisst es heute, in dem Gebiet des zerstörten Spitals seien keine syrischen Kampfflugzeuge im Einsatz gewesen.

«Wir rufen alle Parteien auf, die Zivilisten zu schonen», schreibt das IKRK. «Greifen Sie keine Krankhäuser an, setzen Sie keine Waffen ein, die umfangreiche Zerstörung anrichten.»

Keine andere Gruppe wird so unter Feuer genommen wie Ärzte und Sanitäter.
Autor: Jan EgelandLeiter UNO-Hilfsoperationen

Keine andere Gruppe würde so unter Feuer genommen wie Ärzte und Sanitäter, beklagt der Leiter der UNO-Hilfsoperationen, Jan Egeland. Auch würden Ärzte daran gehindert, Verletzten und Kranken zu helfen.

Hilfsaktionen für belagerte Zivilisten in Gefahr

Das Internationale Komitee des Roten Kreuzes warnt angesichts der neuen Gewalteskalation vor einer humanitären Katastrophe. Nicht nur in Aleppo gefährdeten sie die Versorgung von Millionen Menschen, in der Region von Homs sei die Lage ähnlich prekär. «Ich kann gar nicht in Worte fassen, wie viel in den kommenden Stunden und Tagen auf dem Spiel steht», sagte der für humanitäre Hilfe zuständige Jan Egeland in Genf.

Legende: Video Al-Qaryatain ist ein Trümmerfeld abspielen. Laufzeit 2:06 Minuten.
Aus Tagesschau vom 28.04.2016.

Zwar habe in den belagerten Regionen Syriens zuletzt mehr als die Hälfte der dortigen Bevölkerung versorgt werden können. Aber es hänge von der Entwicklung in allernächster Zeit ab, ob es zu einem «katastrophalen Monat» komme. Wenn die Kämpfe so weitergingen, würden die Vereinten Nationen ihre geplanten Hilfsaktionen für die Zivilbevölkerung in 35 belagerten Orten nicht umsetzen können.

Gegen 200 getötete Zivilisten

Die seit Ende Februar geltende Waffenruhe in dem Bürgerkriegsland Syrien ist zuletzt immer brüchiger geworden. Die Feuerpause sei «in grosser Gefahr und kann jederzeit kollabieren», warnte der UNO-Sonderbeauftragte für Syrien, Staffan de Mistura, am Mittwoch.

Legende: Video Zerstörung nach Luftangriff auf Stadtteil Kallasa (unkomm.) abspielen. Laufzeit 0:43 Minuten.
Aus News-Clip vom 28.04.2016.

Nach Erkenntnissen der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte wurden in den vergangenen sechs Tagen bei Luftangriffen der Regierungstruppen in Aleppo mehr als 100 Zivilisten getötet. Zuletzt kam im Stadtteil Kallasa eine unbekannte Anzahl Menschen ums Leben.

Den Angriffen der Rebellen auf die von der Armee kontrollierten Stadtteile seien mehr als 60 Zivilisten zum Opfer gefallen. Die Zahlen sind jedoch kaum zu überprüfen.

Die Regimegegner machen für den Anstieg der Gewalt die Regierung verantwortlich. Aus Protest reisten die Vertreter der Opposition Ende vergangener Woche von den Friedensgesprächen in Genf ab.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Susanne Lüscher (Lol)
    Man weiss doch ganz genau wer in Wirklichkeit die Spitäler beschiessen lässt! Es sind nicht die, welche offiziell von den USA beschuldigt werden. Bekanntestes Beispiel ist das Spital in Kunduz, welches „angeblich“ aus Versehen beschossen wurde. Auf dem Spitalgelände hatte es keine bewaffneten Kämpfer und keine Kampfhandlungen gegeben. Vom Inneren des Spitals aus betrachtet, war der Zweck des Angriffes, zu töten und zu zerstören. Von den Spitalangriffen in Jemen wird nicht einmal berichtet.
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  • Kommentar von m. mitulla (m.mitulla)
    Nachdem nun die Al Nusra Front und ihre Freunde von Onkel Sam zünftig aufgerüstet worden sind, schlagen sie wieder zu. Russland hatte die Islamisten in die Deffensive gedrückt - aber nun sind sie erstarkt und kämpfen um ihre Verbindungswege in die Türkei. Zudem ist die türkische Armee selber längs in Syrien dabei. Der Westen hätte die Türkei längst sanktionieren müssen - das ist überfällig.
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  • Kommentar von Cherubina Müller (Republic of Lakotah)
    Die von den Saudis unterstützten Gegner der syrischen Regierung machen die syrische Regierung für den Anstieg der Gewalt verantwortlich, greifen aber gleichzeitig Tell Rifaat an ( Nord - Aleppo ), welches von der amerikanisch unterstützten SDF gehalten wird, in der Stadt wurden über 40 getötete Angreifer der FSA zur Schau gestellt und durch die Stadt gefahren, YT: YPG truck parades through Kurdish-held town in northern Aleppo
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