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International Grenze zu: Zehntausende Flüchtlinge vor Türkei blockiert

Zehntausende Flüchtlinge aus der syrischen Stadt Aleppo harren vor geschlossenen Grenzübergängen zur Türkei aus. Noch scheint die humanitäre Situation unter Kontrolle. Die Türkei unterstützt die Flüchtlinge vor Ort, will sie derzeit aber offenbar nicht ins Land lassen.

Legende: Video SRF-Korrespondentin Ruth Bossart: «Die Grenze ist dicht» abspielen. Laufzeit 2:02 Minuten.
Aus Tagesschau vom 06.02.2016.

An verschiedenen Grenzübergängen zur Türkei stauen sich Flüchtlinge aus der umkämpften syrischen Grossstadt Aleppo: Rund 35'000 Menschen kamen in den letzten 48 Stunden allein beim Übergang südlich der türkischen Stadt Kilis an. UNO-Angaben zufolge versammelten sich weitere 10'000 Flüchtlinge in der grenznahen syrischen Stadt Asas.

Es droht eine humanitäre Katastrophe: Laut dem Gouverneur der türkischen Provinz Kilis, Süleyman Tapsiz, könnten weitere 70'000 Syrer zum Grenzübergang fliehen, wenn die russischen Luftangriffe und der militärische Vorstoss der regimetreuen syrischen Truppen weitergeführt würden.

Türkei sagt, Grenzen seien für Aleppo-Flüchtlinge offen

Laut Berichten von Reuters-Reportern vor Ort hält die Türkei mehrere Grenzübergänge geschlossen. Gouverneur Tapsiz sagt dazu: «Unsere Türen sind nicht geschlossen, aber derzeit gibt es keine Notwendigkeit, die Flüchtlinge innerhalb unserer Grenzen zu versorgen.» An sie würde auf syrischer Seite Essen, Decken und Zelte verteilt.

Legende: Video Andrang an türkischer Grenze abspielen. Laufzeit 0:28 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 06.02.2016.

Auch der türkische Aussenminister Mevlüt Cavusoglu erklärt trotz der anderslautenden Medienberichte: «Wir halten an der Politik der offenen Tür für diejenigen fest, die vor der Gewalt des Regimes und den russischen Luftanschlägen fliehen.» Die Türkei habe bereits 5'000 Flüchtlinge aus Aleppo aufgenommen, weitere 50'000 seien auf dem Weg.

Cavusoglu versicherte, dass man die Menschen nicht allein lasse, die vor Luftangriffen flöhen und von syrischen Regierungstruppen, unterstützt von schiitischen Milizen aus dem Iran, angegriffen würden. «Jemand muss Russland und den Iran stoppen, die offensichtlich das Regime unterstützen», forderte der Minister.

Die EU ihrerseits fordert von der Türkei, die Flüchtlinge aus Aleppo ins Land zu lassen. Bei einem Treffen der europäischen Außenminister in Amsterdam sei dem türkischen Kollegen Cavusoglu deutlich gemacht worden, dass die Grenzen offen bleiben sollten, erklärte die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini.

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38 Kommentare

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  • Kommentar von Stanic Drago (Putinversteher)
    Wer fluchtet aus Naord Aleppo? Jeder wer nicht mit Nusra Ideologie einverstanden war, hat schon 2012 gefluchtet. Geblieben ist Soziale Base von Nusra und noch dazu sind Familie von Nusra Kämpfer gekommen. Jetzt fliehen sie trotz, dass turkische Grenze zu ist. Kurden haben angeboten diese Flüchtlingen in Afrin einzunehmen wo auch Flüchtlings Kamps gibt, aber Flüchtlingen weigern sich weil sie Angst haben, dass Kurden könnten mehrere Nusra Kämpfer unter ihnen finden.
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    1. Antwort von Marcel Chauvet (xyzz)
      @Putinversteher: Die Quintessenz Ihrer Aussage scheint wohl die zu sein, dass es den vielen Menschen hier recht geschieht, dass sie vertrieben wurden, weil " Geblieben ist Soziale Base von Nusra und noch dazu sind Familie von Nusra Kämpfer gekommen". Auf besseres deutsch gesagt, ihnen allen geschieht recht, da diese 70.000 Geflohenen ohnehin Anhänger von Rebellen. Menschenverachtend, genau Orginalton Putin, der wie Assad nur auf brutale Macht und nicht auf Ausgleich und Kooperation aus ist.
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    2. Antwort von Marcel Chauvet (xyzz)
      ....finden Sie nicht auch, dass Ihre Äußerungen hier immer mehr in purem Zynismus gipfeln, genau die Menschenverachtung wie sie bei Assad oder Putin zu finden sind? Putin, Assad und iranischen Mullahs gehen gegen die Gegner Assads mit einer Feuerwalze vor, das ist ein Genozid. So lösen Despoten ihre Probleme indem sie das Kind mit dem Bade ausschütten, wo am Schluss in Syrien oder dem was davon übrig geblieben ist, nur noch Assad und Putin Fans übrig bleiben sollen.
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    3. Antwort von Stanic Drago (Putinversteher)
      M.C. Weg zu Afrin haben Kurden freigemacht. Wieso wollen Flüchtlingen nicht dort? Ich bin froh, dass Menschen sich nicht in Kampf Gebiet finden. Mir ist auch klar, dass Turkei haltet Grenze dicht um Propaganda Maschinerie von westliche Presse an laufendem zu halten. Aber mir wäre lieber ein Syrien mit Assad als ein Libyen ohne Gadhafi. Trotz, dass unsere Medien Disaster in Libyen verschweigen versuchen, kommen immer mehr Nachrichten rein wie dort aussieht.
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  • Kommentar von Cherubina Müller (Republic of Lakotah)
    Das Rebellenbündnis der Jabhat Al-Nusra, Harakat Ahrar Al-Sham, Jaysh Al-Mujahiddeen und Harakat Nour al-Din al-Zenki, hat laut ihren eigenen Angaben in den sozialen Medien, bei ihrer Niederlage in Rityan, über 100 Kämpfer verloren, die Islamisten setzen dabei immer mehr Kindersoldaten ein um die Verluste auszugleichen und führen nun einen Zweifrontenkrieg gegen die YPG / SAA in der Nähe der türkischen Grenze und entlang der Strasse von Aleppo nach Gaziantep.
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  • Kommentar von Cherubina Müller (Republic of Lakotah)
    Die YPG ist in Nord - Aleppo weiterhin auf dem Vormarsch ( al - Alqamiyeh wurde eingenommen ), im bereits befreiten al - Ziyarah sollen türkische Waffenlieferungen an die Jabhat al - Nusra gefunden worden sein. Die syrischen Kurden fühlen sich von den USA an die Türkei verraten, das strategische Ziel ist es mit Hilfe russischer Luftunterstützung die islamistischen Rebellen und den IS von den türkischen Versorgungslinien abzuschneiden.
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