Zum Inhalt springen

Diplomatische Krise USA-Mexiko Grenzmauer gegen Mexiko: Schneidet sich Trump ins eigene Fleisch?

Ungeachtet aller Konsequenzen will sich der neue Präsident durchsetzen. Er droht mit einer Importsteuer. Welches Signal sendet das nach Mexiko? Einschätzungen von USA-Korrespondenten Priscilla Imboden.

Legende: Audio Mauer gegen Mexiko: Ein Bumerang für die USA? abspielen. Laufzeit 2:09 Minuten.
2:09 min, aus HeuteMorgen vom 27.01.2017.

Wie ernst meint Donald Trump die Drohung mit der Importsteuer?

Priscilla Imboden: Das ist unklar. Donald Trump hat die Steuer in einer Rede erwähnt und sie entspricht auch einem Teil einer Steuerreform, die republikanische Abgeordnete vorschlagen. Es ist möglich, dass es eine Drohung ist, um Mexiko unter Druck zu setzen. Das kann aber auch ernst gemeint sein.

Importsteuern würden bedeuten, dass US-Konsumenten mit höheren Preisen den Mauerbau letztlich finanzieren würden.

Wie sind die Reaktionen in Mexiko, nachdem der Präsident seinen Besuch bei Trump bereits abgesagt hat?

Die sind durchgehend negativ. Mexikos Präsident Enrique Peña Nieto hat bis jetzt Offenheit signalisiert. Er hat gesagt, er sei bereit, mit den USA über Handel zu reden, wie das Donald Trump möchte. Er wolle aber gleichzeitig auch über die Sicherheitszusammenarbeit sprechen. Mit dem diplomatischen Affront von gestern wird das sicher schwieriger werden.

Der diplomatische Konflikt mit Mexiko könnte letzten Endes auch den USA selbst schaden?

Das ist so. Die USA sind auf Kooperation mit Mexiko angewiesen – gerade bei der Sicherheit entlang der gemeinsamen Grenze, der Migration und der Bekämpfung des Drogenschmuggels. Deshalb will Mexiko alles zusammen verhandeln. Ausserdem würden Importsteuern bedeuten, dass US-Konsumenten letztlich mit höheren Preisen den Mauerbau finanzieren würden. In den USA hängen sechs Millionen Arbeitsplätze vom Handel mit Mexiko ab. Weniger Handel könnte sich für die USA als Bumerang erweisen.

Das Gespräch führte Salvador Atasoy.

Priscilla Imboden

Priscilla Imboden

Priscilla Imboden ist schweizerisch-amerikanische Doppelbürgerin und war vier Jahre lang als USA-Korrespondentin für SRF tätig, bevor sie zur Bundeshausredaktion von Radio SRF stiess. Davor arbeitete sie bereits während acht Jahren in der Wirtschaftsredaktion von Radio SRF in Bern.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

33 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von m. mitulla (m.mitulla)
    Mexikos Regierung profitiert in verschiedener Hinsicht. Der unbeliebte Präsident Enrique Peña Nieto kann sich als "wahrer Volksvertreter" outen und gleichzeitig seine Bande zur Wirtschaft stärken. Carlos Slim Helú, einer der reichsten Männer der Welt und Telekommunikations-Unternehmer in Mexiko, hat bereits zum Volk gesprochen und es beruhigt, die USA könnten gar nicht ohne sie (die Mexikaner). Das mexikanische Volk ist doppelter Verlierer. Es arbeitet zu Hungerlöhnen und ohne Bildungschancen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Jean-Philippe Ducrey (Jean-Philippe Ducrey)
    Das Problem an der Sache sind weniger die Mexikaner, die in die USA emigrieren (es verlassen mehr Mexikaner die USA als einwandern), sondern der Umstand, dass Mexiko als Sprungbrett für illegale Einwanderer aus China, Afrika, Südamerika und dem arabischen Raum dient. Mexiko hat seine Mafia nicht im Griff, egal ob Drogen oder Menschenhandel. Die sozialen Folgekosten dieses mexikanischen Unvermögens tragen die USA. Macht Mexiko endlich seine Hausaufgaben, dürfte das Thema vom Tisch sein.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von m. mitulla (m.mitulla)
      Tatsächlich. Mexikaner protestieren nicht gegen die Mauer, denn viele erhoffen sich einen Dominoeffekt, d.h. Mexiko könnte seine Attraktivität als Durchreiseland für illegale Migranten verlieren - und damit auch seine übergrosse Kriminalitätsrate.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Denise Casagrande (begulide)
    Wer eine Mauer um sein Grundstück baut, mauert sich selber ein/zu...
    Ablehnen den Kommentar ablehnen