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International Griechen lernen vermehrt die Sprache «des Feindes»

Wegen des Spardiktats ist Deutschland bei den Griechen nicht besonders beliebt. Möchte man meinen. Dennoch wollen mehr Griechen Deutsch lernen, wie die Leiterin des Goethe-Instituts in Athen sagt.

Die Fahne der Europäischen Union mit der von Deutschland und Griechenland.
Legende: Mögliche Arbeitsmigration: Griechinnen und Griechen lernen vermehrt Deutsch. Keystone

Das Goethe-Institut in Athen stellt eine Zunahme von Anmeldungen für Deutschkurse fest. Nicht unbedingt aus Freude an Goethes Literatur im Original. Es gehe ihnen darum, die Sprache so zu lernen, dass sie diese in einem beruflichen Kontext einsetzen könnten, sagt Ulrike Drissner. Sie ist die Leiterin der Spracharbeit und stellvertretende Institutsleiterin des Goethe-Instituts in Athen.

Vor allem junge Griechinnen und Griechen wollten Deutsch lernen, Studenten, junge Berufstätige oder junge Arbeitssuchende in der Altersgruppe zwischen 25 und 40, so Drissner. Zum Teil seien sie auch älter – bis 50. Sie rechneten sich einerseits bessere Chancen aus, mit Deutschkenntnissen bei grossen deutschen Firmen wie zum Beispiel Siemens in Griechenland einen Job zu finden. Andererseits komme für viele auch eine Arbeitsmigration nach Deutschland in Frage. Das könnten die Kursleitenden den Rückmeldungen aus den Kursen entnehmen.

«Der grosse Feind»

Als das Goethe-Institut allerdings Kurse zum gezielten Erlernen deutscher Berufssprache ausschrieb, meldete sich niemand an. Dabei spiele das eher gespannte Verhältnis auf der politischen Ebene zwischen Deutschland und Griechenland eine grosse Rolle, sagt Drissner. «Man möchte nicht zugeben, dass man dorthin geht und die Sprache dessen lernt, der auf jedem Titelblatt und an jedem Kiosk als der grosse Feind gebrandmarkt wird.»

Das Goethe-Institut bietet auswanderungswilligen Teilnehmern auch Beratung an. «Wir versuchen ganz vorsichtig, die Leute über den Sprachunterricht hinaus zu beraten.» Es werde vermittelt, wie der deutsche Arbeitsmarkt aussieht, wie man sich bewerben müsse, was man in Deutschland besonders beachten müsse. «Ganz langsam nehmen die Leute das auch an.»

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3 Kommentare

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  • Kommentar von h. anni, zürich
    Griechen lernen vermehrt die Sprache «des Feindes». Finde ich gut von den Griechen, denn wer den Feind versteht, ist im Vorteil. Welcher D möchte schon Griechisch lernen? Wenn das Goethe-Inst. da mal nicht einen groben Fehler begeht mit der Hilfe im deutschen Arbeitsmarkt. Dort hat es auch viele Arbeitslose, oder helfen die evtl. in Sachen Einwanderung in die CH? Darauf können wir im Fall gerne verzichten.
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    1. Antwort von Knecht Rupprecht, Hinterkaifeck
      Mit Ihren bösartigen Unterstellungen Deutschland gegenüber sollten Sie sich mal was schämen. In Deutschland gibt es ca. 375.000 griechische Migranten. Wir bringen den Leuten doch kein Deutsch bei, damit sie in die Schweiz zuwandern. Und wenn welche zu Ihnen in die Schweiz kommen, werden Sie bestimmt nicht gefragt, ob man sie bei Ihnen brauchen kann oder nicht. Empfehle Ihnen deshalb dringend etwas mehr Zurückhaltung Deutschland gegenüber.
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    2. Antwort von h. anni, zürich
      @knecht ruprecht Personen, die nicht mal den mut haben, mit ihrem echten Namen zu bloggen, antworte ich im Normalfall nicht. Trotzdem möchte ich ihnen sagen, dass sie lesen sollten, bevor sie hier ihr blablabla zum besten geben. Ich sprach nicht von den D, sondern vom Goethe-Inst. Ausserdem haben wir hier in der CH Redefreiheit, daher erübrigt sich ihre Empörtheit bezüglich einer meinerseits berechtigten, kritisch gestellter Frage.
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