Griechen planen «Generalstreik» gegen Rentenreform

Keine Fähren, keine Nachrichten dafür mit Traktoren versperrte Strassen: Griechische Seeleute, Journalisten und Landwirte bekämpfen bereits heute tatkräftig das neue Rentenreformgesetz. Für den 4. Februar ist ein «Generalstreik» geplant.

Eine Kolonne Traktoren Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Landwirte protestieren seit einer Woche gegen die Rentenreform. Sie wollen wichtige Strassenverbindungen blockieren. Keystone

Ob zu Land, zu Wasser oder im Rundfunk – griechische Landwirte, Seeleute und Journalisten sagen dem neuen Rentenreformgesetz den Kampf an. Auch Notare und Rechtsanwälte haben sich dem landesweiten Protest angeschlossen.

Zum zweiten Tag in Folge fuhren aus Protest gegen ein neues Rentenreformgesetz und neue Steuern keine Fähren aus Piräus und den meisten anderen Häfen des Landes aus. Dies teilte die Gewerkschaft der Seeleute mit.

Den Protesten schlossen sich am Donnerstagmorgen auch die griechischen Journalisten an. Aus diesem Grund gab es im Radio und Fernsehen keine Nachrichtensendungen. Dieser Streik soll am Freitagmorgen enden.

Landwirte protestieren seit einer Woche

Auch Landwirte setzten ihre seit gut einer Woche andauernden Proteste fort. An mehreren Stellen wollten sie vorübergehend wichtige Strassenverbindungen und Grenzübergänge mit ihren Traktoren sperren.

Rechtsanwälte und Notare legten bis Freitag die Arbeit nieder. Am 4. Februar sind umfangreiche Streiks angesagt, die die Gewerkschaften «Generalstreik» nennen.

15 Prozent Rentenkürzungen

Die Rentenreform sieht im Durchschnitt Kürzungen von 15 Prozent für alle Menschen vor, die in Rente gehen werden. Zudem sollen die Rentenbeiträge erheblich angehoben werden. Regierungschef Alexis Tsipras hat wiederholt gewarnt: Das Rentensystem könnte ohne diese Reform bald zusammenbrechen. Die Rentenkürzungen sind eine Bedingung der Gläubiger Griechenlands für Finanzhilfen.