Griechen streiken gegen Stellenabbau

Die Konfrontation zwischen der Regierung und den Gewerkschaften der Staatsbediensteten erreicht in Griechenland einen Höhepunkt. Mit Streiks, Auto- und Motorradkorsos protestieren die Beschäftigten gegen geplante Massenentlassungen.

Mit dreitägigen Streiks wehren sich die Staatsbediensteten in Griechenland gegen geplante Massenentlassungen im öffentlichen Dienst.

Polizisten auf Motorrädern Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Gemeindepolizisten demonstrierten auf Motorrädern vor dem Parlament – und brachten den Verkehr zum Erliegen. Reuters

Angestellte der Kommunen legten die Arbeit nieder, in vielen Orten wurde der Müll nicht abgeholt. In Athen verursachten Polizisten und andere Staatsbedienstete mit Auto- und Motorradkorsos ein Verkehrschaos. Hupend fuhren sie vor die Büros der regierenden Koalitionsparteien. Anschliessend drehten sie Runden im Zentrum der Hauptstadt.

Generalstreik am Dienstag

Die grössten griechischen Gewerkschaften kündigten für Dienstag einen Generalstreik an. Das Motto lautet: «Wir sind Menschen, keine Zahlen». Davon betroffen sein dürften vor allem die Behörden und der Bahnverkehr. Behinderungen wird es auch im Inlandsflugverkehr geben, Fähren sollen hingegen regulär auslaufen. Auch Hotels, Banken und Taxis sowie Geschäfte sollen nicht bestreikt werden.

Griechen protestieren gegen Entlassungen (unkommentiert)

0:21 min, vom 15.7.2013

Am späten Mittwochabend soll das griechische Parlament das umstrittene Gesetz zum Stellenabbau im öffentlichen Dienst billigen. Nur so kann das Land mit der nächsten Hilfs-Tranche der internationalen Geldgeber in Höhe von 2,5 Milliarden Euro bis Ende Juli rechnen.

Die Billigung des Gesetzes gilt als eine Kraftprobe für die Koalitionsregierung unter dem konservativen Regierungschef Antonis Samaras und seinem Vize, dem Sozialisten Evangelos Venizelos. Die Koalitionsregierung hat nur noch eine knappe Mehrheit von 155 Abgeordneten im 300 Sitze zählenden Parlament. Bis Ende 2014 sollen 15'000 Staatsbedienstete entlassen werden, davon 4000 noch in diesem Jahr.