Griechisches Gericht verurteilt türkische Militärs auf Bewährung

Ein Gericht in Griechenland hat acht türkische Armeeangehörige zu bedingten Freiheitsstrafen von zwei Monaten verurteilt. Sie seien illegal nach Griechenland eingereist, so das Gericht. Die acht Soldaten hatten sich nach dem Putschversuch in einem Helikopter nach Griechenland abgesetzt.

Vor dem Gerichtsgebäude hält der Angeklagte sein Gesicht bedeckt. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Ihr Gesicht wollten die Militärs nicht zeigen. Sie fürchten um ihr Leben. Keystone

Ein Gericht in der griechischen Hafenstadt Alexandroupolis hat acht türkische mutmassliche Putschisten zu einer Haftstrafe von zwei Monaten auf Bewährung verurteilt. Sie wurden für schuldig befunden, am vergangenen Samstag illegal das Land betreten zu haben, berichtete das griechische Fernsehen. Die Soldaten waren nach dem gescheiterten Putsch in der Türkei mit einem Militärhubschrauber in Alexandroupolis nahe der türkischen Grenze gelandet und hatten politisches Asyl beantragt.

«Sie fürchten um ihr Leben», sagte eine der Verteidigerinnen der Soldaten. Die Türkei hat die Männer als «Verräter» und als «terroristische Elemente» gebrandmarkt und hat Griechenland darum gebeten, sie auszuliefern. Griechenland sagt, dass es ihre Asylanträge schnell prüfen wird. Die Militärs erklärten, sie hätten nichts mit dem Putsch in der Türkei zu tun.

Die Verurteilung ist nicht mit dem Asylverfahren verbunden, das getrennt verhandelt wird. Die nächste Asylanhörung ist am 27. Juli geplant. Die acht Militärs sollen solange in Polizeigewahrsam bleiben.

Griechischen Juristen zufolge kann das Asylverfahren mehrere Monate dauern, wenn die türkischen Militärs alle Rechtsmittel bis zum höchsten Gerichtshof ausschöpfen. Die Türkei besteht auf eine schnelle Auslieferung.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

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