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International Grosser Bahnhof für Mao Tsetung

120 Jahre nach der Geburt von Mao Tsetung huldigt Chinas Staatsführung dem «grossen Steuermann». Aber auch fast 40 Jahre nach dessen Tod bleibt Kritik an ihm tabu.

China hat den 120. Geburtstag des umstrittenen Staatsgründers Mao Tse-tung in dessen Heimatort Shaoshan mit einem riesigen Feuerwerk und der Verteilung kostenloser Nudeln begangen. Tausende Menschen durchwachten die Nacht in der Stadt der zentralen Provinz Hunan.

Damit erwiesen sie dem 1976 verstorbenen langjährigen Vorsitzenden der Kommunistischen Partei die Ehre. In der Hauptstadt Peking besuchte Präsident Xi Jinping mit den sechs anderen Mitgliedern des Ständigen Komitees des Politbüros das Mausoleum Maos und verbeugte sich drei Mal vor dem Grab.

Legende: Video China gedenkt Mao Tsetung abspielen. Laufzeit 01:09 Minuten.
Aus Tagesschau vom 26.12.2013.

Mao ist der Gründer des modernen Chinas und führte das Land und die Partei 27 Jahre lang bis zu seinem Tod. In China wird Mao bis heute verehrt, ist zugleich aber zutiefst umstritten.

Kritiker halten ihm vor allem seine verfehlten politischen und wirtschaftlichen Kampagnen wie den Grossen Sprung nach vorn zwischen 1958 und 1961 und die Kulturrevolution von 1966 bis 1976 vor, bei denen durch Tötungen, Zwangsarbeit und Hungersnöte mehr als 40 Millionen Menschen ums Leben kamen.

Mehrheitlich richtig

Die offizielle Parteilinie ist bis heute, dass Mao zu 70 Prozent richtig und zu 30 Prozent falsch lag. Eine kritische Auseinandersetzung mit Mao und seiner Politik hat die Regierung bisher verhindert.

Angesichts der Zunahme der sozialen Ungleichheit und der ausufernden Korruption ist Mao aber in jüngster Zeit zum Sammelpunkt geworden für Kritiker der marktwirtschaftlichen Reformen. Bei den Feiern am Donnerstag in Shaoshan äusserten viele Teilnehmer Kritik an der Führung.

«Die Regierung ist nicht so aufrecht wie der Vorsitzende Mao, daher haben sie Angst, sie sind alle korrupt», sagte ein Mann namens Wei. Die Polizei habe «viele, viele von uns» im Vorfeld festgenommen, um sie an der Teilnahme an den Feiern zu hindern, sagte er.

Feuerwerk und Nudeln

Zu der Feier gab es riesiges nächtliches Feuerwerk, zudem wurden kostenlos Nudeln verteilt - ein traditionelles Geburtstagsessen in China. Der 120. Jahrestag hat in China eine ähnliche Bedeutung wie im Westen der 100.

Während der Feiern stimmten die Teilnehmer kommunistische Lieder aus der Zeit Maos an, andere schwenkten selbstgenähte rote Flaggen und riefen Parolen gegen den «amerikanischen Imperialismus».

Einige äusserten auch ihre Loyalität gegenüber dem in einem spektakulären Schauprozess wegen Korruption verurteilten Spitzenpolitiker Bo Xilai, der ebenfalls verstärkt das linke Erbe Maos gepflegt hatte. «Alle die den Vorsitzenden Mao lieben, lieben auch Sekretär Bo», sagte ein Mann namens Shan.

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13 Kommentare

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  • Kommentar von Fadri Pitsch, 8004 Zürich
    Die halbe Welt wird von Chinesen imterstützt,denn China stellt keine Fragen. Investiert punkt aus die Maus. Solange so viele Staaten keine Fragen stellen, die CH inklusive, wird die traurige Geschichte nie aufgeabeitet. Denke, dass China in 10 Jahren die USA weit überholt hat, wirtschaftlich. Dass Japan und Süd Korea da einiges mitzureden hat, ist gut. Sehe leider proplematische Zukunft, da China kein Gewissen zu haben scheint.
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  • Kommentar von Peter Oberholzer, Luzern
    Es gibt einen kleinen Unterschied zwischen Hitler, Stalin, Mao und Castro, den vier grössten sozialistischen Verbrechern: Hitler hat vor allem Menschen in anderen Ländern umgebracht, die anderen haben selbst in ihren eigenen Ländern Millionen in den Tod befördert. Und der linke Kriminelle namens Che Guevara hat sogar seine Freunde eingeladen, damit sie zuschauen konnten, wie er politische Gegner erschiessen liess. - Und unsere JournalistInnen feiern diese Verbrecher immer noch als Helden...
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    1. Antwort von Walter Kathriner, Sarnen
      der arme Oberholzer möchte den Hitler verteidigen, man muss sich fragen in welchem Sumpf der sich bewegt.
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    2. Antwort von Juha Stump, Zürich
      Die Herren Kathriner und Dreier brauchen offensichtlich wieder Geschichtsunterricht ohne rote Brille. Wie wäre es mit diesem Vorsatz für das neue Jahr? Ich würde euch beiden dabei gern helfen.
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    3. Antwort von Juha Stump, Zürich
      Sie haben eine Kleinigkeit übersehen, Herr Oberholzer: Der "liebe" Che hat politische Gegner nicht nur erschiessen lassen, sondern viele Male auch eigenhändig erschossen, wobei das von Ihnen beschriebene Szenario das gleiche war.
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    4. Antwort von Eddy Dreier, Burgdorf
      Geschichte finde ich interessant. Es ist interessant, diesselbe Gegend in verschiedenen Zeiten zu betrachten. Und es ist interessant, diesselbe Sache aus verschiedenen Sichtweisen zu betrachten. Und es ist interessant, altes Wissen auszubessern und wieder was neues dazu zu lernen. Wo kann ich mich für Ihren Unterricht anmelden, Herr Stump?
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    5. Antwort von Eddy Dreier, Burgdorf
      Wenn Sie wollen, können Sie den Spülknopf betätigen, Herr Stump. Ich gebe Ihnen die Möglichkeit :D
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  • Kommentar von Walter Kathriner, Sarnen
    Aber auch fast 40 Jahre nach dessen Tod bleibt Kritik an ihm tabu. ...Die Neider im Westen tun dies ja zur Genüge! Ohne mit sich selbst zu vergleichen.
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