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International Hackbeil-Attacke schockt London

Die britische Öffentlichkeit äussert sich bestürzt über den Anschlag auf einen Soldaten. London rätselt: Waren es verblendete Einzeltäter oder steckt mehr hinter der Bluttat?

Obwohl das Verbrechen zunächst nicht wie das Werk in Strukturen handelnder Terroristen aussieht, gehen Experten davon aus, dass es sich um islamistischen Terror handelt. «Es ist dieselbe Rhetorik, die wir bei früheren Anschlägen gesehen haben», sagte der britische Terror-Experte Usama Hasan.

Es gebe «starke Anzeichen», dass es sich um einen terroristischen Anschlag handle, bestätigt Cameron. Grossbritannien werde vor Terroristen «niemals einknicken». Das betonte er auch heute Mittag nach einer weiteren Sitzung des Sicherheitskabinetts: «Die Täter bewirken nur eines: Es macht uns stärker und wir halten noch mehr zusammen.» Der britische Premierminister Cameron kündigte entschlossenes Handeln an.

Der Londoner Bürgermeister Boris Johnson warnte vor voreiligen Pauschalisierungen: «Ich möchte darauf hinweisen, dass es jetzt falsch wäre, für die Tötung den Islam verantwortlich zu machen.» Zudem betonte er, es sei falsch, irgendeine Verbindung zwischen dem Fall und der britischen Aussenpolitik herzustellen. Der Fehler liegt ganz alleine bei jenen, die das getan haben.

SRF-Korrespondent Martin Alioth deutet diesen Vorfall als «ungewohnte mediale Inszenierung» einer solchen terroristischen Tat.

Die Täter seien nach diesem brutalen Akt während rund 20 Minuten am Tatort geblieben und haben islamistische Slogans an die verängstigten Passanten geschrien. «Sie filmten sich gegenseitig und wollten, dass sich die Bilder schnell über die Sozialen Medien verbreiten», sagte Alioth.

Von der heftigen britischen Reaktion ist er erstaunt. «Vor dem Hintergrund, dass keine weitergehende Gefahr besteht, hat die Politik überreagiert.»

Blumen
Legende: Am Tag danach bleiben viele Menschen fassungslos am Tatort stehen. Einige legen Blumen nieder. Keystone

Anti-muslimische Reaktionen

Der britische Muslimrat verurteilte das Verbrechen. «Nichts rechtfertigt diesen Mord. Barbarische Akte können in keiner Weise mit dem Islam entschuldigt werden», hiess es in einem Statement.

In der Nacht auf Donnerstag kam es in Grossbritannien vereinzelt zu islamfeindlichen Aktionen. Ein 43jähriger wurde festgenommen, als er mit einem Messer in eine Moschee in der Hauptstadt eindrang, wie ein Abgeordneter auf Twitter berichtete. Ein zweiter Mann wurde wegen Verdachts auf rassistisch motivierte Sachbeschädigung im Südosten des Landes festgenommen.

Am Mittwochnachmittag hatten zwei Angreifer vor einer Kaserne mit einem Hackbeil einen Soldaten getötet.

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55 Kommentare

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  • Kommentar von Danielle Frisch, Pragg
    Erstaunlich, wie die Menschen aufeinander einhacken können. Manche machen es mit dem Beil andere machen es mit Worten....und am Anfang war das Wort... Immer wenn Menschen in einen Ausnahmezustand geraten oder der gesellschaftliche Rahmen zerfällt, wird aus dem Wort sehr schnell die Tat. Sei wachsam was du sagst.....
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    1. Antwort von Juha Stump, Zürich
      Sie bestätigen das, was ich weiter unten geschrieben habe. Diese Geschichte wird von den meisten Menschen belächelt, aber gerade damals hat es begonnen, und bis heute konnte das Gegenteil nicht bewiesen werden. Wer so wie ich schon seit 40 Jahren versucht, nach dem zu leben, was in diesem "alten" Buch geschrieben steht, erlebt selber immer wieder, zu welchen Hassausbrüchen Menschen fähig sind. Jeder Mann, jede Frau und jedes Kind muss bei sich selber beginnen, natürlich auch ich. .
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  • Kommentar von R.Anderegg, Zürich
    Veranstalten jetzt die Antifa und Linken auch Demos und Sternmärsche als Protest gegen diese abscheuliche und rassistische Tat??
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    1. Antwort von Lucas Kunz, Sallneck
      Herr Anderegg, Sie fallen immer wieder mit Ihren, sagen wir's, deplacierten Beiträgen auf. Nun denn, Sie fordern Demos und Sternmärsche der Linken & Co ... Und Sie selbst? Was machen Sie? Sternmärsche, gehen auf die Demo ?
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    2. Antwort von G. Niedermann, Zürich
      Lucas Kunz, die Frage (keine Aufforderung) von Hr Anderegg ist mehr als berechtigt. Vergessen, was nach Utoya alles organisiert wurde?
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    3. Antwort von R.Anderegg, Zürich
      Aber Herr Kunz, die von mir genanten Kreise machen doch sonst immer solche Protestaktionen, nach rechtsextremen und ausländerfeindlichen Straftaten. Da frage ich mich einfach, wie es dann diese Leute nach dieser Tat haben mit ihrer Protestbereitschaft?? Denn auch bei dieser abscheulichen Straftat handelt es sich um Rassismus. Rassismus ist doch Rassismus?? Dann bin ich selbstverständlich an der Demo, wenn die genanten Kreise sich auch mal gegen diese Art von Terror organisieren. Danke.
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    4. Antwort von Harald Girschweiler, 9500 Wil SG
      @R. Anderegg: Da können Sie auf eine Reaktion warten bis zum Jüngsten Tag. Aber es ist schon bezeichnend wie sich L. Kunz gleich in die Bresche wirft, offenbar fühlt er sich persönlich angegriffen u. seine Antwort spricht für sich selbst, da sie zeigt, dass seine Argumentation nur sehr kurz greift.
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  • Kommentar von Sven Krause, Zug
    In Utoya wurden unschuldige ermordet. Grund: Entfremdung & Islamismus. Hat er vielleicht doch Recht gehabt in seinem Manifesto?
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    1. Antwort von Alex Kramer, ZH
      Vielleicht hat er Recht gehabt, jedoch nicht mit der Art und Weise. Diese gibt ihm Unrecht, denn die schlechteste aller Initiativen (Massenmord&Bombenterror) zu ergreifen kann nicht & niemals unterboten werden. Ebenso wie diese Ausschreitungen, zum Glück hält sich die Tragik da noch in Grenzen. Aber es zeigt, dass auch in Schweden keine Wunder vollbracht werden können, trotz all dem Platz & Freiraum, was dieses Land bietet. Eine Utopie, so was glauben zu wollen.
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