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International Hacker attackieren US-Banken

20 US-Banken wurden Opfer gross angelegter Cyber-Angriffe. Die Regierung in Washington hegt keinen Zweifel am Ursprung der Attacken: Sie kämen aus Iran.

Ein Hacker bei der Arbeit.
Legende: Cyber-Attacken gegen die US-Banken haben neue Ausmasse angenommen. Keystone

US-Banken sind nach Angaben der «New York Times» zum Ziel gross angelegter Cyber-Angriffe geworden. Dem Bericht zufolge werden bei den Angriffen die Webseiten durch eine Masse an Informationsanfragen lahmgelegt.

Recherchezentren betroffen

Jedoch würden nicht wie sonst üblich einzelne PCs für konzertierte Angriffe genutzt, sondern ganze Rechenzentren. Am Mittwoch waren die 20 grössten US-Banken von einer solchen Angriffswelle betroffen.

Eine Gruppe namens Izz ad-Din al-Qassam Cyber Fighters bekannte sich dazu. «In der US-Regierung besteht kein Zweifel daran, dass Iran hinter diesen Angriffen steckt», sagte der Experte James Lewis vom Center for Strategic and International Studies der Zeitung.

Rache für Mohammed-Schmähvideo

Die Hacker seien eine obskure Gruppierung. Über sie sei kaum etwas bekannt, sagt Fredy Gsteiger, diplomatischer Korrespondent von Radio SRF. Die Gruppe rächt sich nach eigenen Angaben für das Mohammed-Schmähvideo, das die islamische Welt im Herbst vergangenen Jahres in Aufruhr versetzte.

Nach Angaben des auf Computersicherheit spezialisierten Unternehmens Radware gab es die ersten derartigen Angriffe im September des vergangenen Jahres. «Wir sehen gerade einen dauerhaften Angriff auf einen Industriesektor, wie wir es nie zuvor erlebt haben», sagte Radware-Vizechef Carl Herberger.

Laut SRF-Digitalredaktor Jürg Tschirren ist der Schaden solcher Attacken allerdings relativ gering. Eine auf diese Weise lahmgelegte Webseite sei wie eine überlastete Telefonzentrale, die für einen gewissen Zeitraum nicht funktioniere. «Gefährlich ist es nicht, aber lästig, weil die Banken per Internet von aussen nicht mehr erreichbar sind», sagt Tschirren.

Iran selbst Opfer von Hackern

Iran wurde nach eigenen Angaben seinerseits bereits Opfer von Cyber-Angriffen. Im April 2012 hatte das Ölministerium in Teheran von einer Internet-Attacke auf die iranischen Ölanlagen gesprochen. Im Jahr 2010 hatte der Computerwurm Stuxnet einen Teil der Zentrifugen zur Urananreicherung in der Atomanlage Natans lahmgelegt.

Teheran machte die USA und Israel verantwortlich. Die beiden Länder sind die grössten Kritiker des iranischen Atomprogramms, hinter dem sie das Streben nach einer Bombe vermuten. Die internationale Gemeinschaft hat wegen des Atomprogramms Sanktionen gegen Iran verhängt.

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9 Kommentare

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  • Kommentar von Simon Vögele, Würenlos
    Offensichtlicher geht es wirklich nicht mehr. Die Absurditäten seitens USA sind dermassen lachhaft.
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  • Kommentar von Ulrich Hagener, Beitenwil
    Nun hat man endlich einen Grund gefunden, man war das schwierig. Hat natürlich nichts damit zu tun, dass sich der Iran vom Dollar als Öl-Leitwährung lösen will und die USA damit in grosse Schwierigkeiten bringen würde. Ich hatte schon diese Befürchtung...
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  • Kommentar von Oliver Pfenniger, Wengen
    Es liegt ein "virtueller Angriff" des Iran gegen die USA vor. Selbstverständlich dürfen sich die Vereinigten Staaten angemessen gegen diesen verbrecherischen Akt verteidigen. Zu prüfen wäre meines Erachtens sogar, ob es sich um einen Fall handelt, bei dem die NATO-Bündnispartner als letztlich kollektiv Angegriffene an der Seite der USA ebenfalls zum Einschreiten aufgefordert sind.
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