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International Hamas und Israel drohen sich gegenseitig mit Vergeltung

Die Konfliktparteien drohen sich gegenseitig mit Vergeltung. Israel hat in der Nacht zehn Luftangriffe geflogen. Als Antwort haben Hamas-Kämpfer 18 Kollaborateure Israels umgebracht. Derweil bemüht man sich auf diplomatischem Terrain, dem Konflikt mit Vorschlägen für UNO-Resolutionen beizukommen.

Legende: Video Neue Friedensoffensive für Gaza abspielen. Laufzeit 0:46 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 22.08.2014.

Die Drohgebärden zwischen Israel und der Hamas werden heftiger. Dies, nachdem drei Kommandanten der Hamas bei Angriffen der israelischen Luftwaffe am Donnerstagmorgen ums Leben kamen. Hamas-Führer Ismail Hanija kündigte an, Israel werde für «seine Verbrechen einen hohen Preis zahlen». Die Kassam-Brigaden, der bewaffnete Arm der Hamas, seien nun stärker, als der Feind es sich vorstelle.

Ein gelber Feuerball steigt in der Nacht über Gaza City auf.
Legende: Israel wird «entsprechend der Notwendigkeit» weitere Angriffe auf Stellungen der Hamas durchführen. Keystone

Zur Vergeltung töteten militante Palästinenser 16 Männer und zwei Frauen, die mit Israel zusammengearbeitet haben sollen, wie die palästinensische Nachrichtenagentur Maan berichtete.

14-Jähriger getötet

Eine Sprecherin der israelischen Armee sagte, Israel werde den Gazastreifen «entsprechend der Notwendigkeit» weiter angreifen. Seit dem Tod der drei Hamas-Kommandanten seien mehr als 130 Raketen auf Israel abgefeuert worden. Israel habe in derselben Zeit rund 50 Luftangriffe auf Ziele im Gazastreifen geflogen, zehn davon in der Nacht zum Freitag.

Dabei sind nach Angaben der palästinensischen Nachrichtenagentur Maan vier Menschen getötet worden. Unter den Toten sei auch ein 14-jähriger Junge.

Zwei Resolutionen mit unterschiedlichem Fokus

Deutschland, Frankreich und Grossbritannien wollen offenbar eine Beobachtermission der Vereinten Nationen für den Gazastreifen initiieren. Der Entwurf für eine entsprechende Resolution zirkuliert derzeit im UNO-Sicherheitsrat, wie ein UNO-Diplomat am Donnerstag sagte. Von den beteiligten UNO-Missionen war dafür zunächst keine Bestätigung zu bekommen.

Die Resolution soll auch eine Grenzöffnung zum Gazastreifen enthalten – bei gleichzeitiger Kontrolle des Warenverkehrs, um eine Aufrüstung der Hamas zu verhindern. Das Papier beinhalte auch Sicherheitsgarantien für Israel.

EU will sich stärker in Gaza engagieren

Die EU bietet an, sich im Rahmen der Resolution stärker in Gaza zu engagieren. Bei den Beobachtern soll es sich mehr um eine politische, als um eine militärische Mission handeln, es wäre also kein UNO-Blauhelm-Mandat.

Beobachtern zufolge wäre Israel durchaus aufgeschlossen gegenüber der Resolution. Parallel gibt es bereits einen Entwurf von Jordanien, der eine starke palästinensische Handschrift trägt. Unklar ist noch, ob beide Resolutionen konkurrierend bestehen bleiben und wann es eine Abstimmung geben könnte.

Ägypten zerstört Tunnels

Die ägyptische Armee hat bei einer Offensive auf der Sinai-Halbinsel fünf Tunnel in den Gazastreifen entdeckt und zerstört, teilte der Sprecher der Armee mit. Die Militäroffensive auf der Halbinsel galt islamistischen Milizen, die seit dem Sturz von Präsident Mursi eine zunehmende Gefahr darstellen.

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9 Kommentare

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  • Kommentar von Walter Starnberger, Therwil
    Das Erschiessen von angeblichen Kollaborateuren war unter anderem auch im Zweiten Weltkrieg bei den Nazis gebräuchlich. Es wird langsam Zeit dass ein paar dieser Hamas-Terroristen vor ein Kriegsgericht gestellt werden.
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  • Kommentar von H.Mueller, Aarau
    Was wäre wohl los, wenn Israel auch Kollaborateure erschiessen würde?
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    1. Antwort von O. Toneatti, Bern
      Mueller@ Die Israelis haben mit diesen hinterhältigen Drohnen drei Hamas-Führer und in der letzten Zeit fast 2000 unschuldige Frauen und Kinder ermordet. Mit einer Toparmee gegen Steinschleudern und wenig wirksame Raketen zu kämpfen, ist auch nicht gerade mutig. Ohne den 1948 versprochenen Palästinenserstaat (Zweistaatenlösung) gegen den sich Israel seit bald 70 Jahren heftig wehrt, wird es nie Frieden im Nahen Osten geben. Da kann der US-Kerry noch 100 mal erfolglos den Nahen Osten besuchen.
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    2. Antwort von S. Bolliger, Kirchleerau
      @ Toneatti: Die unwirksamen Raketen sind offenbar noch weitaus hinterhältiger als die Top-Drohnen - sie haben einen 4-jährigen israelischen Jungen getötet....und der hatte noch nicht mal eine Steinschleuder.
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    3. Antwort von O. Toneatti, Bern
      Bolliger@Wenn Sie einen vierjährigen, leider getöteten israelischen Knaben mit 2000 ermordeten Palästinenser Frauen und Kinder, die nicht fliehen konnten vor den schiesswütigen Israelis, vergleichen, können Sie einem leid tun. Auf welchem Planeten leben Sie eigentlich?
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    4. Antwort von S. Bolliger, Kirchleerau
      @Toneatti: Ich schlage nicht mit Zahlen um mich, so wie andere ständig mit den angeblich 2000 toten 'Frauen und Kindern' - eine Zahl, die so in keiner Weise stimmt!! Hunderte davon sind Bartträger - seit wann ist das bei Kindern und Frauen so? Auf meinem Planeten zumindest gibt's das nicht! Überprüfen Sie bitte Ihre Informationsquellen! Eigentlich habe ich lediglich darauf hingewiesen, dass die von Ihnen hochgepriesenen wenig wirksamen Raketen sehr wohl Kinder töten können!
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  • Kommentar von J. Wolf, Ehrendingen
    Liebe SRF Redaktion! Vielen Dank für diesen Artikel. Darf ich fragen, warum ausgerechnet eine fette Überwschrift lautet: "14-jähriger getötet" und nicht z.B. Hamas bringt eigene Leute um? Es wird trotzdem sehr klar, dass der Hamas Menschenleben nicht bedeuten, wenn sie sogar die eigenen Leute umbringen.
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