Hat Berlusconi reihenweise Frauen bestochen?

Die Vorwürfe sind happig: Nicht nur der damals minderjährigen «Ruby», sondern auch zahlreichen anderen Frauen soll der italienische Ex-Regierungschef immer wieder Geld zuschieben. Die Staatsanwaltschaft sieht darin eine systematische Bestechung.

Silvio Berlusconi hält die Hand an die Stirn Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Trübe Aussichten: Der Fall «Ruby» könnte Berlusconi nun doch zum Verhängnis werden. Reuters

Vor einem halben Jahr war Silvio Berlusconi überraschend vom Vorwurf von Sex mit einer minderjährigen Prostituierten und Amtsmissbrauch freigesprochen worden. Doch nun könnte sich alles ändern.

Zusatzinhalt überspringen

Freispruch für Berlusconi

Der 78-Jährige war 2014 im «Ruby»-Prozess in zweiter Instanz freigesprochen worden. In erster Instanz lautete das Urteil noch sieben Jahre Haft und ein lebenslanges Verbot öffentlicher Ämter. Im März soll das Kassationsgericht in dritter Instanz entscheiden.

Ermittler haben die Wohnungen von 20 Frauen durchsucht, die an den «Bunga-Bunga»-Partys in der Villa von Berlusconi teilgenommen haben sollen.

Die als «Ruby» bekannte Marokkanerin Karima al-Mahroug soll von Berlusconi in den vergangenen Monaten bis zu 15'000 Euro in bar bekommen haben. Mit ihr soll er an einer Party Sex gegen Geld gehabt haben, als sie 17 war.

Ein Leben in Saus und Braus

Laut den Ermittlern führt die heute 22-Jährige ein Leben, das mit ihren Einkünften nicht finanzierbar sei. So soll sie für Ferien auf den Malediven 60'000 Euro gezahlt haben.

Auch 20 weitere Frauen würden regelmässig Geld erhalten. Berlusconi und seine Anwälte sollen damit systematisch die Zeugen im «Ruby»-Prozess bestochen haben.