Heftiger Schneesturm an der US-Ostküste

Einer der schwersten Schneestürme seit vielen Jahren hat die US-Ostküste heimgesucht. Schneefall legt vielerorts das öffentliche Leben lahm und verursacht Hunderte Unfälle. Mehrere Menschen sterben in dem Unwetter.

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Schneefall im Osten der USA reisst nicht ab

0:54 min, aus Tagesschau am Mittag vom 23.1.2016

Immense Schneemassen und eisige Temperaturen. Der Wintersturm «Jonas» wütet über der US-Ostküste. Laut Medienberichten kamen acht Menschen bei Autounfällen in den Bundesstaaten North Carolina, Kentucky und Virginia ums Leben. Allein in Virginia meldete die Polizei rund 1000 Unfälle, wie CNN berichtet. Mehr als 133'000 Menschen sind demnach im Südosten von der Stromversorgung abgeschnitten.

Rekordverdächtige Schneemengen

Es wird vermutet, dass der Sturm, der sich die Ostküste hochbewegt, für bis zu 90 Zentimeter Neuschnee in Washington DC sorgen könnte. Das öffentliche Leben in der Hauptstadt der USA ist seit Freitag weitgehend zum Erliegen gekommen. Regierungsbehörden schlossen am Mittag, alle Schulen bereits am Morgen. Auch der öffentliche Nahverkehr wird bis Sonntag eingestellt. Das hat es in dieser Form in Washington DC noch nicht gegeben.

Tweet aus Washington

US-Präsident Barack Obama hat für die kommenden Tage keine Reisen geplant. «Meine Vermutung ist, dass er angenehm warm im Weissen Haus bleiben wird», sagte sein Sprecher Josh Earnest.

In den Metropolen Philadelphia und New York liegen, wird mit bis zu 60 Zentimetern Neuschnee gerechnet. «Schwerer Schneefall, zunehmender Wind, Gefahr von Blitzeinschlägen», twitterte der örtliche Wetterdienst NWS und warnte vor «einer Bedrohung für Leben und Besitztümer».

Ein Viertel der US-Bevölkerung betrofffen

Für mehr als 85 Millionen Menschen – rund ein Viertel der US-Bevölkerung – in mindestens 20 Bundesstaaten gelten Wetterwarnungen. Vielerorts brach der Verkehr auf winterlichen Strassen zusammen.

Die Polizei berichtete alleine in Virginia von hunderten Unfällen, mehrere Menschen kamen ums Leben. An der US-Ostküste sind nicht viele Fahrzeuge für Schnee und Eis ausgerüstet. Viele Autofahrer ignorierten die offiziellen Mahnungen, von Freitagnachmittag an das Haus nicht mehr zu verlassen.

Über 8000 Flüge gestrichen

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Flüge annulliert

Wegen des bevorstehenden Sturms wurden bereits mehrere Flüge von und nach New York annulliert. Die Flughäfen JFK und Newark sind betroffen, Flüge nach Boston nicht. Die Swiss geht davon aus, dass der Betrieb ab Sonntag wieder normal aufgenommen werden kann. Mehr Informationen zu den annullierten Flügen finden Sie hier.

Mehrere Fluglinien sagten nach Angaben der Website flightaware.com für Freitag und Samstag mehr als 8000 Flüge ab, die meisten davon an Flughäfen in der Gegend um New York und Philadelphia. Allein am Freitag verspäteten sich zudem 7000 Maschinen.

Wegen des erwarteten schweren Schnees auf den Stromleitungen werden Ausfälle bei der Energieversorgung befürchtet. Mehrere Bundesstaaten riefen den Notstand aus, das hat aber vor allem organisatorische und finanzielle Gründe.

Am Samstag soll es ununterbrochen weiterschneien. Die Behörden warnten auch vor Überschwemmungen an den Küsten. In New Jersey und der Stadt New York wurden Schutzmassnahmen getroffen.

Am Sonntag klart es auf

Bereits viele Stunden vor Einsetzen des Winterwetters gab es an der Ostküste regelrechte Hamsterkäufe. In Supermärkten waren Brot, Milch und Wasser vielerorts Mangelware. Während der Sturm 24 bis 36 Stunden dauern sollte, wurde für Sonntag strahlender Sonnenschein bei Minusgraden vorausgesagt: ideales Wetter für Wintersportler, Familien und Ausflügler.