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International Heftigste Gefechte in Donezk seit der Waffenruhe

Die Waffenruhe in der Ostukraine erweist sich als immer brüchiger. In der von pro-russischen Separatisten kontrollierten Stadt Donezk tobten heftige Gefechte. Über Stunden hinweg war Artilleriefeuer zu hören.

Legende: Video Neue Gewalt in der Ostukraine abspielen. Laufzeit 03:02 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 10.11.2014.

Der Waffenstillstand in der Ukraine ist erneut durch Gefechte auf die Probe gestellt worden. In der von pro-russischen Aufständischen kontrollierten Stadt Donezk war schweres Artillerie-Feuer zu hören.

Die Gefechte in Donezk schienen sich sowohl in von Rebellen, als auch von Regierungstruppen kontrollierten Stadtgebieten abzuspielen. Nach Einschätzung von Reuters-Journalisten in der Stadt waren es die schwersten Kämpfe seit Anfang Oktober, als mindestens zehn Menschen getötet wurden. Über dem Flughafen waren grosse schwarze Rauchwolken zu sehen.

Burkhalter besorgt über neue Gewalt

In den vergangenen Tagen hätten die Aufständischen mehr Ausrüstung und personelle Verstärkung erhalten, sagte ein Militärsprecher in Kiew. Auch die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) berichtete über Fahrzeug-Konvois mit schweren Waffen und Panzern.

Ein Konvoi bestand demnach aus 40 Fahrzeugen, darunter 19 schwere Lkw, die Haubitzen mit 122-Millimeter-Kalibern zogen. Die Insassen hätten dunkelgrüne Uniformen ohne Abzeichen getragen. Die Herkunft der Fahrzeuge sei nicht auszumachen gewesen.

Der OSZE-Vorsitzende, Bundespräsident Didier Burkhalter, rief alle Beteiligten zu verantwortlichem Handeln und zur Einhaltung der Waffenruhe auf. Er sei sehr besorgt wegen des Wiederanstiegs der Gewalt in der Ostukraine und «Aktivitäten, die zu mehr Zerbrechlichkeit führen statt einer weiteren Stabilisierung der Lage.»

«Neuer Kalter Krieg»

Der ehemalige sowjetische Präsident Michail Gorbatschow hat derweil den Westen wegen dessen Russland-Politik scharf kritisiert. Nach der deutschen Wiedervereinigung habe es so ausgesehen, als könnte Europa durch die Schaffung

Legende: Video Gorbatschow kritisiert den Westen abspielen. Laufzeit 00:36 Minuten.
Aus News-Clip vom 09.11.2014.

gegenseitigen Vertrauens ein Beispiel für Konfliktlösungen weltweit werden, sagte Gorbatschow bei einer Veranstaltung zum 25. Jahrestag des Mauerfalls in Berlin.

Europa und die internationale Politik hätten den Test der Erneuerung aber nicht bestanden. «Die Welt steht am Rande eines neuen Kalten Krieges. Einige sagen, er hat bereits begonnen.»

USA und EU besorgt

Nach den jüngsten Truppenbewegungen im Osten der Ukraine haben sich Vertreter der EU und der USA sehr besorgt geäussert. Es sei notwendig, jede neue Eskalation zu vermeiden, sagte die neue EU-Aussenbeauftragte Federica Mogherini. Zugleich rief die US-Regierung alle Seiten auf, sich strikt an die Waffenstillstandsvereinbarung von Minsk zu halten.

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132 Kommentare

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  • Kommentar von Werner Wyssmann, 4552 Derendingen
    So oft wie die Kiewer Offiziellen schon vor einer "russischen Invasion" und der "Sichtung von russischen Panzern" auf ukrainischem Territorium schwadronierten, müsste man eigentlich davon ausgehen, dass Moskau seine halbe Panzerflotte schon im Nachbarland stationiert habe. Inzwischen wird sogar den kiewtreuen deutschen Medien die Propaganda zu viel.
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  • Kommentar von Marcel Chauvet, Neustadt
    @Krebser & alle Putin-Apologeten: Die Russen-Invasion der Ukraine ist Tatsache, wer etwas anderes behauptet lügt schlicht und ergreifend. Oder können Sie die OSZE-Homepage nicht lesen, in denen die OSZE-Beobachter von Militärkolonnen berichten, die sich von Ost nach West über die Grenze bewegen, die u.a. nach Donetsk verlegt werden? Lesen Sie doch dort selber nach. Ich jedenfalls möchte nicht so einfältig sein, mich von Putin an der Nase herumführen zu lassen.
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    1. Antwort von R.Sulger, Näfels
      Würden sie sich überreden lassen ein paar Links zu posten?
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    2. Antwort von R.Sulger, Näfels
      Also... von der Offiziellen OSCE-Seite versteht sich
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    3. Antwort von Marcel Chauvet, Neustadt
      @Sulger: Suchen und gucken Sie sich auf der ORIGINAL OSCE-Hompage die Spot reports by the OSCE Special Monitoring Mission to Ukraine (SMM), insbesondere vom 8.11. / 9.11.2014 bitte gefälligst selbst an. Gibt es eigentlich in der Schweiz keine Google-Suchmaschine? Diese Berichte decken sich mit den von der NATO gemachten Beobachtungen. Im übrigen werden die OSZE Berichte in Russland selbst bezeichnender Weise nicht mehr publiziert.
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    4. Antwort von H. Bernoulli, Zürich
      Die Meldung auf der OSZE-Homepage verifiziert, danke für den Hinweis. Es ist auch klar, dass Putin die Separatisten mit Material und "Freiwilligen" unterstützt. Das sagt auch "The Saker". Nur, daraus kann nicht auf ein aggressives Verhalten Putins geschlossen werden. Er hilft Separatisten sich zu schützen vor der ukrainischen Armee. Ohne diese Hilfe gebe es wohl noch mehr Blutvergiessen in der Ostukraine, wenn Kiew ungehindert gegen die dortige Bevölkerung mil. vorgehen könnte.
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  • Kommentar von Susanne Leuenberger, Kt. St. Gallen
    Es ist allzu offensichtlich: Putin will expandieren: Er will den Donbas und eine Landverbindung zur Krim und zu Transnistrien. Er ist schlau und macht dies wie schon im Marxismus gelernt in der Salamitaktik. Keinesfalls will er die EU oder USA zu stark provozieren, weil er von denen wirtschaftlich abhängig ist.
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    1. Antwort von N.Belg, Luzern
      Woher wissen sie was Putin will?
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    2. Antwort von M.Krebser, BE
      Haben sie Beweise dass Putin expandieren will? Ist es eher nicht so dass die NATO expandiert um Russland einzukreisen? siehe ----> 'Unrest in Ukraine part of NATO's expansion plan'; siehe ----> "Hintergründe des "War on Terror" - Oberstleutnant aD J. Scholz im Gespräch mit NuoViso".
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