Zum Inhalt springen

Header

Video
Hinweise auf Giftgas-Fabrik in Syrien
Aus Rundschau vom 09.01.2013.
abspielen
Inhalt

International Hinweise auf Giftgas-Fabrik in Syrien

Mit dem wachsenden Druck auf den syrischen Herrscher Assad steigt die Gefahr, dass in dem Bürgerkrieg auch Chemiewaffen eingesetzt werden könnten. Die «Rundschau» ist in Syrien Hinweisen auf eine geheime Fabrik nachgegangen, in der vermutlich Giftgas produziert wird.

In Safirah, 20 Kilometer südöstlich der überwiegend von den Aufständischen kontrollierten Stadt Aleppo, soll sich eine der geheimen Giftgas-Fabriken des Assad-Regimes befinden. Für die «Rundschau» hat der Kriegsreporter Kurt Pelda den Standort ausgelotet.

Mehrere Augenzeugen untermauern den Sachverhalt, der sich aber nicht endgültig beweisen lässt. Exklusive Bilder zeugen von der Grösse der Anlagen, deren Produktionseinheiten unterirdisch angelegt sind.

Iranische Experten

«Dort drüben ist die Forschungsanlage. Hier werden seit 1990 chemische Waffen produziert», sagt ein Bauer, der den Schweizer Reporter so nahe an die Anlage führt, wie es für die Rebellen möglich ist. Die strategische Fabrik befindet sich immer noch in der Hand der Regierungstruppen. 

Der Soldat Yassin Mohammed, der vor anderthalb Monaten zu den Aufständischen überlief, berichtet, dass iranische Experten  in der Anlage tätig waren. Yassin war zur Bewachung des Werks eingesetzt. Er berichtet, dass es tief in den Berg gebaute Tunnels gebe. Drin war er allerdings nicht, und es sei verboten gewesen, sich gewissen Gebäuden zu nähern. 

Für das «Rundschau»-Interview posiert der Soldat im Kreis von islamistischen Kämpfern. Seine Informationen können weiter nicht verifiziert werden. Er sagt, er habe oft gehört, dass in dem unterirdischen Werk chemische Waffen produziert würden.

Seine Angaben werden untermauert von einem Ingenieur, der elf Jahre lang in einer anderen Fabrik des gleichen Areals tätig gewesen war: «Ich war einmal kurz drin. Ich sah eine Halle, in der Raketenhüllen hergestellt werden. Gleich daneben wurden irgendwelche speziellen Chemikalien produziert.»

Bestätigt wird von allen Augenzeugen, dass die ganze Anlage der höchsten Geheimhaltung unterstellt ist. Der Schweizer Kurt Pelda beobachtete, dass die Fabrikanlage weitgehend von Aufständischen umstellt ist.

Für ihn keine beruhigenden Aussichten: «Mir ist aufgefallen, dass die stärkste der Rebellengruppen die sogenannte ‹Unterstützungsfront› ist.» Sie sei nicht Teil der Freien syrischen Armee. Vielmehr handle es sich um eine stark islamistisch ausgerichtete Kampfgruppe, die auch Selbstmordanschläge verübt. «Und es braucht nicht viel Vorstellungsvermögen um zu denken, dass diese so genannten Terroristen oder islamistischen Rebellen in Besitz der Waffen oder vielleicht auch der Produktionsanlagen gelangen wollen.»

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

6 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von andré piquerez , ebikon
    wenn ich die amis wäre würde ich schleunigst spezialeinheiten oder was weiss ich in dieses gebiet schicken und nicht abwarten bis es zu spät ist...wenn die da schon seit 1990 solche chemische waffen herstellen, mit dem assad-psychopathen als präsident, kann sich ja jeder vorstellen dass da riesenmengen von solchem zeugs unterm boden sind...die terroristischen islamisten aus irak oder sonstwo wissen eh bescheid, und wenn soein netzwerk das kriegen dann wirds üübel...vor allem für die ameri...
  • Kommentar von Urs Vals , Bern
    Vielleicht sollte die Rundschau mal die Uranmunition-Depots der Nato und USA recherchieren.
    1. Antwort von Kaleb Tschabold , Latterbach
      Das währe eine sehr, sehr gute Idee!!!
    2. Antwort von grudvro , Adliswil
      zustimmen
  • Kommentar von Franz Ferdinand , Winterthur
    Falls die Anlage existiert, wurde sie garantiert schon vor Jahren von der CIA, Mossad oder wem auch immer erfasst. Mit heutigen Technologien kein Problem. Die Rundschau stell dies meiner Meinung nach zu stark als "ihre" Sensation dar.