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International Hoffnung auf Wiedervereinigung Zyperns wächst

Seit mehr als 40 Jahren ist Zypern geteilt, doch es scheint nun eine Annäherung möglich: Erstmals seit der Teilung haben die politischen Führer der türkischen und der griechischen Seite ihren Bürgern gemeinsam eine Weihnachtsbotschaft übermittelt.

Legende: Video «Neues Jahr, neuer Anlauf zur Einheit» abspielen. Laufzeit 1:36 Minuten.
Aus Tagesschau vom 25.12.2015.

Als Zeichen ihres Willens, die seit mehr als 40 Jahren dauernde Teilung Zyperns zu überwinden, haben die Volksgruppenführer der griechischen und türkischen Zyprer eine gemeinsame Weihnachts- und Neujahrsansprache gehalten.

Nikos Anastasiades und Mustafa Akinci erschienen an Heiligabend nebeneinander im Fernsehen und sprachen in der eigenen sowie auch in der Sprache der jeweils anderen Volksgruppe.

Frieden, Ruhe und Wohlstand für alle Zyprer

Nikos Anastasiades, der auch Präsident der Republik Zypern ist, sagte den türkischen Zyprern auf türkisch, er hoffe, dass 2016 «alle Zyprer 2016 friedlich in einer wiedervereinigten Heimat wieder leben werden können».

Karte Zyperns mit den Grenzen
Legende: Zwischen den Gebieten liegt eine Pufferzone, die sogenannte «Grüne Linie». (Dunkelgrün: Britischen Militärbasen). SRF

Mustafa Akinci, Präsident der nur von der Türkei anerkannten Türkischen Republik Nordzypern, wünschte auf Griechisch den griechischen Zyprern Frohe Weihnachten und dass «das Neue Jahr dauerhaften Frieden, Ruhe und Wohlstand für alle Zyprer bringt.»

Die beiden zyprischen Politiker sprechen seit Mai unter UNO-Schirmherrschaft intensiv über die Wiedervereinigung Zyperns. Die drittgrösste Mittelmeerinsel ist seit 1974 nach einem griechischen Putsch und einer türkischen Militärintervention geteilt.

Die Republik Zypern ist seit 2004 EU-Mitglied. Das EU-Recht gilt aber nur im überwiegend griechisch-zyprischen Süden und nicht im türkisch besetzten Norden. Als mögliche Lösung wird eine Föderation zweier Bundesländer mit politisch gleichberechtigten Volksgruppen angestrebt.

1 Kommentar

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  • Kommentar von Christa lohmann (Saleve2)
    Liegt hier auch ein Hase im Pfeffer begraben? Wenn es zu einer Vereinigung kommt, dann müsste der türkische Teil auch in die EU, anders geht das nicht. Wieso kommt jetzt der türk. Teil mit diesem plötzlichen Entgegenkommen? Liegt da auch der Gedanke, dann müsste die ganze Türkei in die EU. Und auf diesem Weg sind sie ja durch Frau Merkel schon. Das wäre dann ein winziger Anfang. Und die Türkei gibt nicht ohne Gegenleistung ihren Teil frei.
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