Zum Inhalt springen

Header

Video
Hollande will Rentenkasse sanieren
Aus Tagesschau vom 20.06.2013.
abspielen
Inhalt

International Hollande packt ein heisses Eisen an

Der französische Präsident François Hollande steht vor einer schwierigen Aufgabe: Er will das Rentensystem reformieren. Heute gab er den Startschuss – zu mehrwöchigen Verhandlungen der Sozialpartner. Mit der Reform soll das Milliarden-Defizit abgebaut werden. Doch Streit ist vorprogrammiert.

Die sozialistische Regierung in Frankreich verhandelt über das heikle Thema einer Rentenreform. Im Vergleich hat das Land ein eher tiefes Renteneintrittsalter von 60 bis 62 Jahren. Laut Staatspräsident François Hollande soll sich daran auch in Zukunft nichts ändern.

Dafür spricht sich Hollande für eine Verlängerung der Beitragszahlungen aus. Diese Massnahme sei die gerechteste, solange sie für alle Systeme gelte, erklärte der Staatspräsident. Eine Heraufsetzung des Rentenalters bestrafe hingegen jene, die früher ins Berufsleben einstiegen.

Die Diskussion mit den Sozialpartnern über die geplanten Änderungen dauert noch bis morgen an. Am Ende des Sommers soll dann ein Gesetzesentwurf dazu vorgelegt werden.

Hollande kritisierte Sarkozy

Hintergrund der Reform ist das hohe Defizit in der Rentenkasse. Dieses wird für das Jahr 2020 auf 20 Milliarden Euro geschätzt – falls keine einschneidenden Massnahmen erfolgen. Hinzu kommen die hohe Staatsverschuldung und die massiven Probleme der französischen Wirtschaft. Deshalb drängt auch die EU-Kommission auf eine rasche Rentenreform.

Erst drei Jahre ist es her, seit der damalige Präsidenten Nicolas Sarkozy das Rentenalter von 60 auf 62 erhöht hatte. Wochenlange Massenproteste waren die Folge.

Auch Hollande hatte damals Sarkozy kritisiert und die Änderungen als eine seiner ersten Amtshandlungen wieder rückgängig gemacht. Nun will er nicht das Rentenalter, sondern unter anderem die Anzahl der Beitragsjahre erhöhen. Derzeit muss man 41,5 Jahre bis zur Rente einzahlen, neu sollen es 44 Jahre sein.

Das sei schon «eine Pirouette» sagt dazu SRF-Korrespondent Ruedi Mäder in Paris. Vor allem die Linke wirft Hollande vor, er mache dasselbe wie Sarkozy aber mit einer neuen Etikette. Nun stelle sich einfach die Frage, wie heftig der Gegenwind sein werde und: «Kann Hollande diesen Sturm aushalten?»

Glaubwürdigkeit auf dem Spiel

Mäder schätzt die Chancen für die Reform nicht schlecht ein. Der Leidensdruck und der Druck der EU seien einfach zu gross. «Es muss etwas geschehen.»

Die Reform wird Einsparungen von rund sieben Milliarden Euro möglich machen. Angesichts des grossen Lochs in der Kasse sei das nur ein kleiner Schritt. «Doch dieser Schritt muss Hollande gelingen, sonst verliert er jede Glaubwürdigkeit», sagt der SRF-Korrespondent.

Zur Diskussion steht:

Box aufklappen Box zuklappen
  • Die Beitragsjahre von heute 41.5 auf 43 oder 44 zu erhöhen
  • Die Renten nicht mehr vollständig an die Teuerung anzupassen
  • Die Renten-Privilegien der ehemaligen Staats-Angestellten teilweise zu reduzieren.

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

3 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Nicolas Müller , Basel
    François Holland und Glaubwürdigkeit - guter Witz
  • Kommentar von Ein Hinseher , Kleinbösingen
    Hollande erntet die Saat seiner Vorgänger, hauptsächlich Mitterand und Chirac. Mitterand hat die Büchse der Pandora geöffnet. Danach hat die Arbeiterschaft durch Streiks ohne Ende mehr genommen als die Wirtschaftsleistung hergab. Die reichsten Franzosen ihrerseits haben abgesahnt und dem Staat verweigert, was nach Gesetz an Steuern und Abgaben zustand. Dies war allerdings übertrieben viel. Jetzt ist die Zeche fällig.
    1. Antwort von K.D.Waldeck , Bellinzona
      Perfekte Beschreibung der Zustände, wenn eine Regierung konzept- und verantwortungslos nur auf die Wiederwahl konzentriert ist. So reitet man einen gesunden Staat zugrunde. Das gleiche Bild bietet sich in Italien und Griechenland !