Hunger, Gewalt, Tod – im Südsudan flammen Kämpfe wieder auf

Fast täglich berichten die Agenturen von Gräueltaten im Südsudan – von Hunger, von flüchtenden Menschen. Die Not wird immer grösser. Die Glückskette sammelt.

Flüchtlinge von der ethischen Gruppe der Nuer warten in einem Lager auf Essen. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Flüchtlinge von der ethischen Gruppe der Nuer warten in einem Lager auf Essen. Keystone

Heute 100 Tote bei einem Überfall auf Viehzüchter, gestern 58 Opfer bei einem Angriff auf einen UNO-Stützpunkt, vor drei Tagen Gräueltaten in der Region um die Stadt Renk: Im Südsudan scheinen sich die Kämpfe zu intensivieren.

Seit Beginn des Gewaltausbruchs hat sich auch die Versorgungslage bedrohlich zugespitzt – auch, weil Lager des Welternährungsprogramms (WFP) geplündert wurden.

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Brutalität fordert Opfer

Seit Beginn der Kämpfe im Dezember wurden tausende Menschen getötet. Etwa eine Million Menschen flohen vor der Gewalt.

Der Südsudan ist seit Juli 2011 vom Sudan unabhängig. Zuvor gab es einen Jahrzehnte dauernden Bürgerkrieg. Am 15. Dezember eskalierte der Machtkampf zwischen Präsident Salva Kiir und seinem abgesetzten Stellvertreter Riek Machar. Die beiden Politiker gehören unterschiedlichen Ethnien an, deren Verhältnis seit Jahren gespannt ist.

Die Schlüsselstädte werden abwechselnd von der Regierung und den Rebellen kontrolliert. Dazu gehören Malakal, die Hauptstadt des Bundesstaats Upper Nile, und Bor, die Hauptstadt des Bundesstaats Jonglei.

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Glückskette sammelt

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Die Uno braucht über eine Milliarde Dollar an Hilfsgeldern für den Südsudan, bis jetzt ist aber nur ein Viertel davon zugesagt. Spenden können Sie auf das Konto 10-15000-6.

Auch Flüchtlingscamps nicht sicher

Immer wieder berichten Hilfsorganisationen von Gräueltaten. Katharina Witkowski, Mitarbeiterin von World Vision, berichtete vor drei Tagen von schweren Kämpfen in Flüchtlingscamps. Zahlreiche Vertriebene mussten die Lager verlassen, um sich in Sicherheit zu bringen.

Malakal, die zweitgrösste Stadt des Landes wurde vor einigen Wochen komplett geplündert und zerstört. «Malakal ist heute eine Geisterstadt», sagte Witkowski. «Menschen wurden in Krankenhausbetten erschossen und überall im Stadtgebiet sieht man menschliche Skelette.»

UNO: Kinder hungern

Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) warnt vor einer dramatischen Hungersnot im Krisenstaat Südsudan. Die Ernährung von 3,7 Millionen Menschen ist nicht gesichert, 50'000 Kinder unter fünf Jahren könnten laut UNICEF sterben.

Angriff auf UNO-Stützpunkt

0:22 min, aus Tagesschau vom 18.4.2014

Von den zur Versorgung der Notleidenden benötigten 38 Millionen Dollar hat UNICEF erst 4,6 Millionen Dollar zusammen. «Und das Schlimmste steht noch bevor. Wenn der Konflikt fortdauert und die Bauern nicht säen können, werden wir eine Unterernährung von Kindern sehen, wie es sie hier noch nie gab», sagte der Südsudan-Beauftragte Jonathan Veitch.

Ärzte ohne Grenzen sprechen von Schande

Als «schockierendes Zeichen von Gleichgültigkeit» hat die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen die Zustände in einem Lager der Vereinten Nationen im Südsudan bezeichnet. Die Lage sei beschämend für die UNO, sagte Ärzte ohne Grenzen.

Trotz der anstehenden Regenzeit hätten die UNO-Verantwortlichen nichts getan, um die Bedingungen für die 21‘000 Menschen im Lager zu verbessern. Viele der Flüchtlinge würden in tiefgelegenen Gebieten campieren, die als erste den Fluten ausgesetzt seien. «Die Entscheidung, nichts zur Verbesserung zu tun, ist eine Schande», sagte Carolina Lopez von der Ärzteorganisation.