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Der britische Premier David Cameron ist enttäuscht.
Legende: Er habe sich mit «Kopf, Herz und Seele» für den Verbleib in der EU eingesetzt und «nichts verschwiegen». Keystone
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International «Ich bin nicht mehr der richtige Kapitän für das Land»

Der britische Premierminister David Cameron hat seinen Rücktritt für Oktober angekündigt. Damit zieht er die Konsequenzen aus seiner Niederlage.

Er werde noch drei Monate im Amt bleiben, sagte der britische Premierminister David Cameron. Er wolle damit zur Stabilität beitragen. Der Premierminister trat vor die Kameras, nachdem das offizielle Abstimmungsergebnis verkündet wurde. Austrittsverhandlungen mit der EU sollen anschliessend mit einem neuen Premierminister beginnen.

Der überraschende Sieg der Brexit-Befürworter geht jedoch auf seine Kappe: Das Brexit-Referendum sollte der Höhepunkt von sechs Jahren Politik der Downing Street unter seiner Führung werden – es wurde jedoch zu Camerons grösster politischer Niederlage.

David Cameron hatte das Referendum auf Druck innerhalb seiner Partei beschlossen – und dabei alles aufs Spiel gesetzt – die Zukunft seines Landes und auch seine eigene. Nun hat er verloren.

Die Europäische Frage zählte schon immer zu den brennendsten für den Premierminister. Sie spaltete die britischen Tories seit Jahrzehnten. Cameron ging sie offen an, auch weil er glaubte, seine Partei damit einen zu können.

Johnson lauert

Der frühere Londoner Bürgermeister Boris Johnson, der Mann mit dem blonden Haarschopf, gehört zu den Gewinnern des EU-Referendums. Dem ehemaligen Bürgermeister von London steht nach dem Sieg der Brexit-Befürworter nun alles offen. Er wird als Nachfolger Camerons als Regierungschef gehandelt.

Das Votum der Briten für einen Austritt geht zu einem nicht unerheblichen Teil auch auf Johnsons Konto. Er hatte Cameron wiederholt Führungsschwäche vorgeworfen. Dabei ist es noch nicht lange her, dass sich Johnson entschieden hatte, für einen Austritt Grossbritanniens aus der EU zu werben.

(Sendebezug: Sondersendungen zum Brexit bei SRF)

So stimmten die Briten

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Knapp 52 Prozent sprachen sich für den Brexit aus. Schotten und Nordiren votierten für den Verbleib in der EU. Dagegen waren England – und die Alten. Drei Viertel der 18- bis 24-Jährigen stimmten für einen Verbleib. Bei den 25- bis 49-Jährigen stimmten 56 Prozent pro-europäisch. Ausschlaggebend für das Resultat waren die Wähler ab 50 Jahren.

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23 Kommentare

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  • Kommentar von Ursula Schüpbach  (Artio)
    «Ich bin nicht mehr der richtige Kapitän für das Land» Klingt wahnsinnig dramatisch. Sind die britischen Inseln etwa ein Kreuzfahrtschiff, das am Versinken ist?
  • Kommentar von paul waber  (sandokan)
    Wenn man halt lieber in Brüssel Händchen und das Volk für dämlich hält, kann sowas schon mal passieren...
    1. Antwort von Ursula Schüpbach  (Artio)
      Das Volk ist halt schon extrem genial. Vor allem dann, wenn man es von A-Z persönlich kennt.
  • Kommentar von Adrian Flükiger  (Ädu)
    Cameron ist selber schuld - kein Bedauern, war und bleibt ein extremer neoliberaler Wirtschaftspolitiker. Auch die beiden Anderen, die nun darauf lauern "zu erben" sind so was von Wirtschaftshörig. Da ändert sich nichts, ausser, dass sich die Fronten nun geklärt haben, welche Cameron immer schwammig gezeichnet hat. Die Zwei können nun ihr Können beweisen (vielleicht lernen sogar unsere 7 noch was), denn die 29 anderen Bla Blas und die Kommission in Brüssel sind ebenso komplett blossgestellt.