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International IKRK bittet um mehr Geld – um so viel wie noch nie

Das IKRK bittet die internationale Gemeinschaft um mehr Geld, es veranschlagt ein Rekordbudget. Die Finanzplanungen des IKRK gelten in diplomatischen Kreisen aufgrund ihrer Gründlichkeit als Frühwarnsystem für humanitäre Krisen.

Legende:
Budget IKRK 2015: Wer soll wie viel Geld erhalten? (Angabe in Prozenten) IKRK

Wegen der Versorgung von immer mehr Opfern bewaffneter Konflikte benötigt das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) so viel Geld wie nie zuvor. Mindestens 1,6 Milliarden Franken benötigt das IKRK im kommenden Jahr für seine Arbeit.

Das ist ein Viertel mehr als das Budget der humanitären Organisation vor einem Jahr vorsah. Anders könne das IKRK der wachsenden Zahl von Notleidenden in Konflikten wie in Syrien und im Irak, im Gazastreifen, im Südsudan und in der Ostukraine nicht die erforderliche Hilfe leisten, erklärte IKRK-Präsident Peter Maurer.

Von den 1,6 Milliarden Franken will das IKRK rund 1,4 Milliarden für seine humanitären Operationen einsetzen und 0,2 Milliarden Franken für den Betrieb am Hauptsitz in Genf.

Legende: Video «IKRK-Delegierte im Einsatz (Folge 2)» abspielen. Laufzeit 42:00 Minuten.
Aus DOK - Zwischen den Fronten - IKRK Delegierte im Einsatz vom 04.04.2014.

Zahlreiche grosse Krisen und Konflikte ohne Aussicht auf eine politische Lösung liessen die Ausgaben der Hilfsorganisation unerbittlich steigen, sagte Maurer. Das Budget liege zum dritten Mal in Folge höher, und doch reichten die Mittel nicht für die immer grösser werdenden Bedürfnisse.

«Fundamentale Herausforderungen»

«Wir erleben neue Arten von Krisen, in neuen Kombinationen und oft mit einer regionalen Dimension», erklärte Maurer. Dabei werde der Schutz von Leib und Leben der Helfer immer schwieriger. «Zugang zu einer immer grösseren Anzahl von Notleidenden zu bekommen und zugleich mit immer schwierigeren Sicherheitslagen fertig zu werden, stellt uns vor fundamentale Herausforderungen.»

Hauptaufgabe des IKRK und seiner vielen freiwilligen Helfer bleibe die medizinische Versorgung insbesondere für Verwundete. Aber auch der Kampf gegen massenhafte sexuelle Gewalt in Konfliktgebieten wie dem Kongo oder Zentralafrika werde immer wichtiger.

Verlagerung weg von Genf

Angesichts der stetig steigenden Ausgaben will das IKRK bei den Verwaltungskosten sparen. Die Organisation plant, gewisse administrative Aufgaben vom Hauptsitz in Genf in weniger teure Städte zu verlagern.

Die Verlagerung soll im Verlauf von 2015 über die Bühne gehen. Details dazu nannte das IKRK noch nicht. Maurer betonte, das IKRK werde die Verantwortung als sozialer Arbeitgeber wahrnehmen.

Die fleissigsten Spenderländer

Zu den grössten Geldgebern des IKRK zählen die USA, Grossbritannien, EU, Schweiz, Deutschland, Australien, Kanada, Japan, Norwegen und Schweden.

4 Kommentare

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  • Kommentar von Sandrinha Sulser, Erlenbach
    Das IKRK soll das Geld von den Saudis beziehen und dorthin auch seinen Sitz verlagern. Tschüss!
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  • Kommentar von M. Maruhn, Düren
    Beim Nachbar Deutschland lohnt sich die Anfrage. Bis zum Ende des Finanzplanungszeitraums 2015 erhöhen sich die Steuereinnahmen, um etwa 1000 Mrd. € auf dann 1652 Mrd. €, wobei 2014 ein Wirtschaftswachstum von nominal + 8,5 % und für die Folgejahre bis 2015 von durchschnittlich + 11,0 % erwartet wird. IKRK, seien sie guter Hoffnung oder Druckerei eröffnen.
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  • Kommentar von m.fischbacher, nidau
    Amerika und EU werden nun schon in einem Atemzug genannt...Bei Afrika werden die Länder einzeln erwähnt, wo das doch auch ein eigener Kontinent ist!Was mich interessieren würde ist, wie viele Milliarden wurden schon verteilt (nur so in den letzten 30 Jahren) und was ist mit dem Geld geschehen oder wozu wurde es verwendet? Da gibt es doch hoffentlich auch eine Statistik dazu...!? 0,2 Milliarden Franken für den Betrieb am Hauptsitz in Genf, könnte man schon Sparen, wenn man eh von dort weg will!
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