IKRK-Chef in Jemen zu Besuch

Während drei Tagen will sich Peter Maurer ein Bild von der humanitären Lage im Krisenland machen. Der IKRK-Chef wird in Jemen Huthi-Anführer und deren Verbündete treffen. Ob es auch zu Gesprächen mit den Anhängern des geflohenen Präsidenten Hadi kommt, ist noch unklar.

Begrüsst wurde Peter Maurer, Chef des Roten Kreuzes, in Sanaa von Vertretern der schiitischen Huthi-Rebellen. Bei seinem dreitägigen Besuch will er neben Huthi-Anführern auch Vertreter von deren Verbündeten aus dem Lager des früheren Präsidenten Ali Abdullah Saleh treffen.

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) erklärte, im Zentrum von Maurers Besuch stehe die «schlimme humanitäre Lage» in dem Bürgerkriegsland.

ddd Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Der IKRK-Chef bei seiner Ankunft in der von den schiitischen Huthi-Rebellen kontrollierten Hauptstadt Sanaa. Keystone

Bisher starben fast 4000 Menschen

Die Huthis und ihre Verbündeten kämpfen gegen Truppen des nach Saudi-Arabien geflohenen Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi und eine von Riad geführte Militärallianz.

Dabei sind nach UNO-Angaben bislang fast 4000 Menschen getötet worden, die Hälfte davon Zivilisten. 80 Prozent der Bevölkerung von 21 Millionen Menschen sind demnach auf Hilfe und Schutz angewiesen.

IKRK-Chef Maurer erklärte vor seinem Eintreffen in Sanaa, keine Familie im Jemen sei vom Konflikt verschont geblieben. Ob er auch mit Vertretern der «Loyalisten» – der Anhänger Hadis – zusammenkommen wird, blieb zunächst offen.

Zusatzinhalt überspringen

Jemen: Wer gegen wen?

Jemen: Wer gegen wen?

Schiitische Huthi-Milizen haben im September den Jemen überrannt, lösten im Februar das Parlament auf und vertrieben den Präsidenten. Seit März fliegen Saudi-Arabien und sunnitische Verbündete Luftangriffe gegen die Aufständischen. Ein Überblick über die wichtigsten Akteure im Machtkampf. Mehr.

Angriff auf Sindschibar

Regierungstreue Truppen im Jemen starteten derweil mit Unterstützung der arabischen Militärkoalition eine Offensive zur Rückeroberung der Provinzhauptstadt Sindschibar im Süden. Die Truppen hätten neue Panzer von der arabischen Koalition bekommen, hiess es aus Militärkreisen.

Die Panzer waren nach Angaben aus Militärkreisen Teil eines Pakets mit weiteren gepanzerten und Truppentransport-Fahrzeugen sowie Hunderten jemenitischen Soldaten, die im arabischen Königreich ausgebildet worden waren.

Zivilisten durch Minen getötet

Die Truppen hatten das von schiitischen Rebellen gehaltene Sindschibar zwei Tage lang belagert und bombardiert. Mitte Juli war es dem Lager um den geflohenen Präsidenten Hadi gelungen, die Hafenstadt Aden von den Huthi-Rebellen zurückzuerobern. Diese hatten vergangenes Jahr auch die Macht in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa übernommen.

Nach Angaben aus Armeekreisen wurden seit Donnerstag mindestens 22 Menschen, überwiegend Zivilisten, durch Minen getötet, die von sich zurückziehenden Huthi-Rebellen im Süden gelegt worden seien.