IKRK-Einsatz in Zentralafrika wird erweitert

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) will seinen Hilfseinsatz in der Zentralafrikanischen Republik ausweiten. Dies kündigte IKRK-Präsident Peter Maurer anlässlich eines dreitägigen Besuchs im Bürgerkriegsland an.

Kind wartet mit Wasserkanister. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Nach Angaben der Vereinten Nationen sind 2,5 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen. Keystone

Die ständigen Angriffe auf Zivilisten, die Plünderungen, Tötungen und sexuellen Übergriffe würden die Leiden der Bevölkerung täglich verschlimmern, wird Maurer in einem IKRK-Communiqué zitiert. Und die Menschen würden bereits unter Armut und dem Fehlen staatlicher Institutionen leiden.

Seit Dezember 2013 habe die Gewalt ein zuvor noch nie erreichtes Niveau erreicht, sagte der IKRK-Präsident. Einwohner und Vertriebene würden unter extrem schwierigen Bedingungen leben. Sie seien Angreifern ausgeliefert, die keine Rücksicht auf Geschlecht oder Alter der Opfer nehmen würden.

Besonders präsent sei die Gewalt in Teilen der Hauptstadt Bangui sowie im Westen des Landes, sagt Maurer. Hier gebe es Tausende Tote und Verletzte, Hunderttausende seien vertrieben worden. «Alle Bewohner des Landes sind auf die eine oder andere Weise vom Konflikt betroffen», sagt er.

«Zu wenig Hilfe»

Die Abhängigkeit von humanitärer Hilfe werde noch weiter steigen, wenn sich die Sicherheitslage nicht bessere. Die UNO sowie Nichtregierungsorganisationen wie Ärzte ohne Grenzen (MSF) und andere seien vor Ort. «Insgesamt wird aber zu wenig Hilfe geleistet», sagte Maurer im «Tagesgespräch» mit Radio SRF.

Deshalb werde das IKRK nächste Woche eine Budget-Erweiterung für den Einsatz in der Zentralafrikanischen Republik beantragen. Der Einsatz werde dann zu einer «der grössten Operationen des IKRK», sagte Maurer.

Derweil hat Frankreichs Staatschef François Hollande ein Sondertreffen zur Lage in der Zentralafrikanischen Republik einberufen. Der Gipfel soll am Mittwoch in Brüssel am Rande des EU-Afrika-Gipfels stattfinden. Dabei soll darüber beraten werden, wie im Krisenland «die Sicherheit wiederhergestellt und das Töten gestoppt werden kann», sagten EU-Diplomaten.