Im Kampf gegen Drogenkartelle erlaubt Uruguay den Handel mit Hanf

Uruguay hat den begrenzten Handel mit Marihuana legalisiert. Das Parlament nahm ein Gesetz an, das den Verkauf in Apotheken erlaubt.

 Aktivisten feiern die Annahme des Gesetzes vor dem Kongressgebäude in Uruguay. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Grund zur Freude haben diese Aktivisten, die die Annahme des Gesetzes vor dem Kongressgebäude feiern. Keystone

Uruguay erlaubte als erstes Land weltweit den Anbau und Verkauf von Marihuana unter staatlicher Kontrolle. Der Senat stimmte mit einer knappen Mehrheit von 16 gegen 13 Stimmen für eine entsprechende Regierungsinitiative.

Staatschef José Mujica erhofft sich von der Massnahme, dass Drogenkartelle effizienter bekämpft werden können.

Hanf aus Apotheken

Der Kauf von monatlich bis zu 40 Gramm Marihuana soll nach dem neuen Gesetz in Apotheken freigegeben werden. Privatpersonen dürfen bis zu sechs Cannabis-Pflanzen züchten. Zudem werden Marihuana-Clubs mit 15 bis 45 Mitgliedern erlaubt. Diese dürfen bis zu 99 Pflanzen pflegen.

Bislang waren in Uruguay der Konsum und der Besitz von Cannabis zum persönlichen Bedarf erlaubt, aber der Handel und Anbau verboten.

Steigender THC-Gehalt im Cannabis beschäftigt Fachleute

2:20 min, aus SRF 4 News aktuell vom 19.11.2013

Eine staatliche Kommission soll Anbau und Handel kontrollieren. Dadurch soll unter anderem ausgeschlossen werden, dass Marihuana aus illegalem Anbau in den Handel geschleust wird. Die Konsumenten müssen sich in einem Register eintragen.

Minderjährigen und Ausländern bleibt der Konsum verboten. Der Start des legalen Verkaufs wird erst für Mitte 2014 erwartet.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Uruguay legalisiert Marihuana

    Aus Tagesschau vom 11.12.2013

    Uruguay ist weltweit das erste Land, welches den Anbau und Verkauf von Marihuana legalisiert. Damit geht Uruguay im Kampf gegen Drogen und Drogenkartelle neue und unkonventionelle Wege. Das neue Gesetz erlaubt 40 Gramm Marihuana pro Person und Monat.

  • Cannabis als Medikament: Wirksam, aber kaum verschrieben

    Aus Puls vom 11.2.2013

    Cannabis wird von vielen vor allem als Rauschmittel gesehen. THC hat aber auch eine andere Seite: Als Medikament kann es MS-, Spastik-, Krebs- oder HIV-Patienten grosse Erleichterung bringen. Und das weitgehend ohne Neben- oder Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten. Doch in der Schweiz vertreibt gerade mal ein Apotheker natürliche Cannabis-Tinkturen. Cannabis ist bei Ärzten als Medikament wenig bekannt und die Verschreibung ist ein Spiessrutenlauf.