Zum Inhalt springen

International In Frankreich stehen die Züge kurz vor der EM still

Mitarbeitende der französischen Staatsbahn SNCF streiken seit Dienstagabend. Betroffen sind gut die Hälfte der nationalen und regionalen Verbindungen. Kurz vor Anpfiff der Fussball-EM wollen zudem die Beschäftigten der Pariser Metro und Piloten streiken. Auch in Belgien wird gestreikt.

Gut eine Woche vor Beginn der Fussball-Europameisterschaft in Frankreich haben Streiks erneut den Bahnverkehr im Land gestört. Bedienstete des Staatsunternehmens SNCF traten aus Protest gegen interne Umstrukturierungen in einen unbefristeten Ausstand.

Mann allein auf Bahnsteig
Legende: Zahlreiche Zugsausfälle sorgen vielerorts für verwaiste Bahnsteige, so wie hier in Paris-Saint Lazare. Keystone

Betroffen waren in Frankreich nach Angaben des Unternehmens etwa 60 Prozent der TGV-Schnellzugverbindungen im Land. Rund 40 Prozent der Vorortzüge verkehrten nicht, zudem war jede dritte überregionale und jede zweite regionale Verbindung betroffen.

Bei Verbindungen in die Schweiz sowie nach Belgien, Spanien und Italien gibt es auch Probleme. Zwischen der Schweiz und Frankreich fährt ein Drittel der TGV nicht. Wie lange der Streik dauern wird, ist unklar. Die Gewerkschaften haben ihn zunächst nicht befristet.

Metro-Angestellte demnächst auch im Ausstand

Von Donnerstag an ist auch ein Streik beim Pariser Nahverkehrsunternehmen RATP geplant. Das Unternehmen rechnet nur mit schwachen Auswirkungen, die Metro soll normal fahren. Freitag bis Sonntag ist dann ein Streik bei der Flugaufsicht angekündigt.

Ein Air-France-Flugzeug auf dem Flughafen Charles de Gaulle bei Paris.
Legende: Auch Piloten der Air France wollen in den nächsten Wochen streiken. Reuters

Grund für die Proteste sind Konflikte innerhalb der Unternehmen. Gleichzeitig kämpfen radikale Gewerkschaften auch gegen die seit Monaten umstrittene geplante Lockerung des Arbeitsrechts.

Zur Fussball-Europameisterschaft werden vom 10. Juni bis 10. Juli mehrere Millionen Besucher erwartet. Die SNCF ist offizieller Partner für die Verbindungen zwischen den zehn Spielstädten.

«In den Händen der Regierung»

Ein Arbeiter mit Leuchtweste geht auf einem Bahngleis.
Legende: Betroffen vom Streik sind auch Verbindungen in die Schweiz. Reuters

Wegen der Streiks wächst in Frankreich die Sorge vor Behinderungen bei der Fussball-EM. Der Chef der Gewerkschaft CGT, Philippe Martinez, wollte keine Entwarnung geben: «Wir werden die Menschen nicht daran hindern, Fussballspiele zu sehen, aber die Regierung muss bereit sein, zu diskutieren.» Alles liege nun in den Händen der Regierung.

Trotz aller Proteste will Präsident François Hollande die Massnahmen zur Lockerung des Kündigungsschutzes nicht zurücknehmen, wie er der Regionalzeitung «Sud Ouest» sagte. Mehr Sorgen als wegen Streiks macht sich Hollande ohnehin wegen möglicher Anschläge während der EM: «Die wahre Bedrohung ist der Terrorismus.»

In Brüssel steht alles still

Auch in Belgien wird im Zugverkehr gestreikt. Für internationale Reisende sollte sich die Lage am Mittwoch dort aber ein wenig bessern: Thalys-Schnellzüge sollten wieder zwischen Deutschland und der belgischen Hauptstadt Brüssel verkehren.

Bei ICE-Verbindungen müssen Passagiere weiterhin mit Ausfällen und Störungen rechnen. Die Deutsche Bahn wollte zum Teil als Ersatz Busse zwischen Aachen und Brüssel einsetzen. Der Streik in Belgien richtet sich gegen die Sparpolitik der Mitte-Rechts-Regierung unter Premierminister Charles Michel.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

5 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.