Zum Inhalt springen
Inhalt

International In Kiew verhaftet: Franzose plante angeblich Anschläge auf die EM

Keine Woche vor Anpfiff zur Fussball-Europameisterschaft schlagen Geheimdienste zu: In der ukrainischen Hauptstadt ist ein Franzose verhaftet worden. Er soll 15 Attentate auf die EM geplant haben. Die französischen Behörden reagierten jedoch skeptisch.

Legende: Video Terror-Verdacht: Franzose in Ukraine verhaftet abspielen. Laufzeit 01:08 Minuten.
Aus News-Clip vom 06.06.2016.

Am kommenden Wochenende startet die Fussball-Europameisterschaft in Frankreich. Nach den Attentaten in Paris vergangenen November – unter anderem auf das Stade de France während des Spiels Frankreich gegen Deutschland – stellte sich immer wieder die Frage: Ist die EM sicher? Drohen Terror-Attacken auf das Fussballfest?

Jetzt soll in Kiew ein Franzose verhaftet worden sein, der womöglich Attentate auf die EM plante. Dies teilt der ukrainische Geheimdienst mit.

Verdächtige Aussagen über Regierung und Islam

Der Mann sei Ende Mai an der ukrainisch-polnischen Grenze von der Polizei angehalten worden. Er habe mit illegalen bewaffneten Gruppen in der Ukraine Kontakt aufgenommen. Sein Ziel: Waffen und Sprengstoff zu kaufen. Beobachtet worden war der Mann bereits seit Dezember.

Der jetzt verhaftete Franzose habe «negativ über Handlungen seiner Regierung, Masseneinwanderung, die Verbreitung des Islam und die Globalisierung gesprochen», so der ukrainische Geheimdienstchef. Zudem habe er erwähnt, mehrere Terror-Attacken zu planen. Gemäss dem Geheimdienstchef seien mit der Verhaftung des Mannes bis zu 15 mögliche Attentate in Frankreich verhindert worden, etwa auf eine Moschee oder eine Synagoge.

Rechtsextremer Hintergrund?

Der Mann soll 125 Kilogramm des Sprengstoffs TNT mit 100 Zünder und ein Arsenal an Kriegswaffen bei sich gehabt haben – konkret: fünf Kalaschnikow-Gewehre, 5000 Schuss Munition und weitere Waffen.

Einen Teil der Waffen hatte ihm der ukrainische Geheimdienst verkauft, so deren Leiter. Nachdem seine Behörde herausgefunden habe, dass der Mann Waffen kaufen wollte, boten sie ihm deaktivierte Waffen an und fotografierten ihn dabei heimlich.

Bei der Durchsuchung der Wohnung des Verdächtigen in Frankreich sei ein T-Shirt mit dem Emblem einer rechtsextremen Gruppe beschlagnahmt worden, hiess es aus französischen Polizeikreisen.

Französische Polizei skeptisch

Die französischen Behörden reagieren zurückhaltend bis skeptisch auf die vermeldete Festnahme. Ein Pariser Polizeivertreter, der anonym bleiben wollte, sagte zu Reuters, die fragliche Person sei weder der Polizei noch den Geheimdiensten bekannt.

Der Fall wird in Frankreich derzeit nicht von Terror-Experten behandelt, sondern von der Zentralbehörde zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität (OCLCO). Die Ukraine habe bislang noch nicht auf die Bitte um internationale Amtshilfe reagiert und noch keine Informationen überliefert, heisst es aus Polizeikreisen.

Noch mehr Sicherheitsleute

Unabhängig von der Festnahme eines mutmasslichen Attentäters in der Ukraine wird die Polizeipräsenz während Fussball-Europameisterschaft in Paris weiter erhöht. Statt 10‘000 sollen nun 13‘000 Sicherheitskräfte eingesetzt werden. «Die Anforderungen sind hoch, deshalb haben wir unsere Kräfte noch einmal verstärkt», sagt der Pariser Polizeipräfekt.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

27 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Peter Mueller (Elbrus)
    Glücklicherweise haben die Russen den Ukr. Geheimdienst inforniert. Sputniknews hat das am 4.6 schon berichtet. Die Ukraine ist ein Selbstbedienungsladen für Waffen - das war es schon lange vorher - aber dort kümmert sich niemand darum.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Kurt Riedmann (Kurt Riedmann)
    Seltsam, dass die zweite Person mit keinem Wort erwähnt wird. Wenn man bei dem Video genau hinschaut sieht man, dass auf der Beifahrerseite noch jemand aus dem Wagen gezerrt wird und später auf dem Boden liegt.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Alexander Reibold (A. Reibold)
      Willkommen bei Medienzirkus aus Kiew... Heute in allen Ukrainischen Medien "Terrorismus: Ukraine verhindert EM-Attentat in Frankreich", es wurden 15 Anschläge geplant. Französische Polizei sind skeptisch... Der Mann wurde schon am 21.05 festgenommen u. bei einer Durchsuchung in seiner Wohnung hat lediglich nur ein T-Shirt gefunden, mit einem rechtsextremen Emblem.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Alexander Reibold (A. Reibold)
      Medien u. Geheimdienste sind sich auch uneinig... die einen sagen, die Waffen stammen vom SBU u. durch einen Lockvogel verkauft sind. Die anderen meinen, die Waffen sind aus der Ostukraine u. der Franzose hatte Beziehungen zur RU usw... Die Ukrainische Regierung steckt momentan in der Klemme, die versprochene Visafreie Einreise nach Europa ist immer noch nicht im Sicht. Das haben jetzt viele Ukrainer bemerkt, wo die zur EM nach Frankreich wollten aber eine Absage erhalten haben.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Tayfun Birtanesi (Tayfun Birtanesi)
    Weiss doch mittlerweile jeder das Frankreich ein einziges Terror-Camp ist.Allein wenn ich in Paris herumschlenddere in bestimmten Kreisen da bekommt man vieles mit vorallem in den Ghettos und einigen vornehm Vierteln.Sogar Frankreich selbst bildet Terroristen an der Waffe aus ,so wie die terroristen der pkk.da braucht man nur ein fernglass ein auto und viel zeit vor den kasernen und den hügeln drum herum.Staatlich geförderter terrorismus halt.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Urs Müller (Confoederatio)
      Wunderbares Mekka in Istanbul, do wie sie es beschreiben, aber nicht für mich.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen