Indien: Zum Tode Verurteilte gehen in Berufung

Im September wurden vier Inder nach der tödliche Gruppenvergewaltigung an einer Studentin zur Rechenschaft gezogen. Sie bekamen die Todesstrafe. Zwei von ihnen wollen das Urteil nicht hinnehmen – und verlangen eine Aufhebung.

Anwalt A.P. Singh. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Am 13. September fiel das Urteil: Vier Wochen später geht Anwalt A.P. Singh für seine zwei Mandanten in Berufung. Reuters

Im Mordprozess um die tödliche Vergewaltigung einer jungen Studentin in Indien fechten zwei der Verurteilten den Schuldspruch an. Der Richter habe Fakten des Falls
missachtet, sagte Verteidiger A. P. Singh. «Ich habe im Namen meiner Mandanten Berufung eingelegt, mit dem Ziel, dass Urteil und Strafmass des Gerichts aufgehoben werden», erläuterte Singh.

Vier Männer waren Mitte September in Neu-Delhi zum Tod verurteilt worden. Gemeinsam mit zwei weiteren Tätern hatten sie die 23-jährige Inderin im Dezember 2012 in einem Bus entführt und vergewaltigt. Das Opfer starb zwei Wochen später.

Anwalt: Ein Mandant war nicht am Tatort

Anwalt Singh sagte, einer seiner Mandanten sei zum Zeitpunkt der Tat erst 17 Jahre alt gewesen – und nicht wie von der Polizei behauptet 20 Jahre. Er müsse daher vor ein Jugendgericht gestellt werden.

Sein zweiter Mandant sei nicht am Tatort gewesen und daher unschuldig. Die Anwälte der beiden anderen Verurteilten traten vom Fall zurück. Die Familie ihrer Mandanten hätten sich zu sehr eingemischt, hiess es.