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70 Jahre Indien und Pakistan Indiens Premier zeigt sich versöhnlich

Legende: Video Das Trauma der Teilung von Indien und Pakistan abspielen. Laufzeit 2:04 Minuten.
Aus Tagesschau vom 15.08.2017.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Auf dem indischen Subkontinent finden die Feierlichkeiten zur Unabhängigkeit statt. Trotz Konflikten hielten sich die Regierungsführer in ihren Reden zurück.
  • Ein Attentat überschattete das Ereignis. In der pakistanischen Provinz Belutschistan tötete eine Bombe sechs Soldaten.
  • In der Nacht vom 14. auf den 15. August 1947 wurden Indien und Pakistan von der Kolonialmacht Grossbritannien in die Unabhängigkeit entlassen. In der Folge brach wegen religiöser Streitigkeiten eine Massenflucht aus.

Indiens Premierminister Narendra Modi betonte in seiner Rede die Schlagkraft seines Landes. «Sicherheit ist unsere oberste Priorität», sagte er vor tausenden Menschen in Neu Dehli. Anders als früher schwächte Modi seinen Ton allerdings ab. Er verzichtete darauf, die Adressaten seiner Warnungen zu nennen.

Zeichen des Patriotismus

Pakistan hatte bereits am Montag mit den Feierlichkeiten begonnen. In der Hauptstadt Islamabad fand der interimistische Regierungschef Shahahid Khaqan Abbasi mit Generälen und mehreren ausländischen Gästen zu einer Zeremonie zusammen. Die pakistanische Luftwaffe bot die grösste Flugschau in der Geschichte des Landes dar.

Auch sonst wurde das Ereignis symbolträchtig gefeiert: An der Grenze zu Indien wurde vom Armeechef eine riesige Flagge gehisst – unter patriotischen Rufen der Zuschauer.

Attentate als blutige Tradition

Mindestens sechs Soldaten starben am Abend bei einem Bombenanschlag im Distrikt Hernai in Pakistan. Der Sprengkörper explodierte, als ein Fahrzeug mit den Grenzwächtern vorbeifuhr. Zwei weitere Soldaten wurden verletzt, wie die Armee mitteilte. Der Anschlag soll auf das Konto der Befreiungsarmee für Beluschistan gehen.

Bereits am Wochenende waren bei einem Bombenanschlag in der Stadt Quetta 14 Menschen gestorben. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bekannte sich zum Anschlag. Auch in früheren Jahren haben Extremisten in den Tagen vor oder nach dem Unabhängigkeitstag Anschläge verübt.

Flucht fordert eine Million Opfer

Auf die Aufteilung der Kolonie Britisch-Indien folgte eine Massenflucht: Millionen von Menschen versuchten die Grenze zwischen den zwei neuen Staaten zu passieren. Muslime flüchteten in das mehrheitlich muslimische Pakistan. Hindus zog es nach Indien. Den religiös motivierten Gewalttätigkeiten sollen mindestens eine Million Menschen zum Opfer gefallen sein.

Somit ist der Tag der Unabhängigkeit beider Länder auch der Tag, an dem sie geteilt wurden. Die Folgen sind bis heute spürbar. Seit Jahrzehnten schwelt der Konflikt um die umstrittene Kaschmir-Region. Zuletzt war dieser immer wieder aufgeflammt.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Giovanni Serini (FreivonReligion)
    Marti: es ist beides...plus der Stolz, etwas besseres zu sein als die anderen (Nationalismus...was sie ja heute feiern..) sie hätten sonst auch zusammen feiern können....
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  • Kommentar von Kerzenmacher Boris (zombie1969)
    Seit der wachsenden militärischen Übermacht Chinas sucht Indien nach einer soliden Partnerschaft. Deswegen strebt N. Modis Regierung eine militärische Bindung mit Amerika an. Der wunde Punkt Indiens liegt auf dem Meer. Die indische Kriegsmarine ist nicht gut genug ausgerüstet, um die lange Küste zu verteidigen. Dafür braucht sie die Unterstützung der USA, um das Vordringen der Chinesen zu verhindern.
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    1. Antwort von Kerzenmacher Boris (zombie1969)
      2) Die Chinesen haben schon Abmachungen mit Sri Lanka, Pakistan und Dschibuti, so dass sie die Häfen dieser Länder für ihre Kriesgmarine benutzen dürfen. Zusätzlich sind die Landesgrenzen nicht von freundlich gesinnten Staaten umgeben. Um seine Grenzen zu verteidigen hat das Land keine andere Möglichkeit als massiv aufzurüsten. Daher wendet man sich an die einzige Grossmacht die in der Lage ist zu liefern was die Inder an militärischen Geräten künftig benötigen.
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    2. Antwort von Kerzenmacher Boris (zombie1969)
      3) Eine Partnerschaft auf geschäftlicher Basis passt den Amerikanern gut, weil auch sie ein Interesse an freien Meereswegen im Indischen Ozean haben. Da wäscht die eine Hand die andere. Schliesslich haben D. Trump und N. Modi eines gemeinsam: Business.
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  • Kommentar von roger marti (chomolongma)
    Ich war bereits in beiden Ländern mehrmals und begreife noch heute nicht wieso sich beide Länder nichts gutes Wünschen. Sie sprechen eine sehr ähnliche Sprache, essen das Gleiche und haben ähnliche Kultur und Traditionen. Klar die Religionen sind verschieden aber über Jahrhunderte konnte man auch mehr, oder weniger friedlich nebeneinander leben. Ist es die Religion, oder die Politik?
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