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International Infantin Cristina von Spanien muss trotz Kaution vor Gericht

Erstmals muss ein Mitglied der spanischen Königsfamilie vor Gericht erscheinen. Die Schwester des spanischen Königs Felipe VI. und ihr Ehemann Iñaki Urdangarin müssen sich wegen Beihilfe zu Steuerhinterziehung vor der Justiz verantworten.

Cristina von Spanien und ihr Ehemann Iñaki Urdangarin.
Legende: Infantin (Prinzessin) Cristina von Spanien und ihr Ehemann Iñaki Urdangarin müssen vor Gericht.. (Archivbild Mai 2012) Reuters

Die spanische Infantin (Prinzessin) Cristina muss wegen Steuerbetrugs vor Gericht. Ein Richter in Palma de Mallorca hat entschieden, dass der Schwester des spanischen Königs Felipe VI. im Zusammenhang mit illegalen Geschäften ihres mitbeschuldigten Ehemannes Iñaki Urdangarin der Prozess gemacht wird. Angeklagt ist die 49-jährige Cristina wegen Beihilfe zu Steuerhinterziehung in zwei Fällen.

Es ist das erste Mal, dass sich ein Mitglied der spanischen Königsfamilie vor Gericht verantworten muss. Die Ermittlungen in dem Korruptionsverfahren sind seit 2010 im Gange. Insgesamt müssen sich 17 Angeklagte vor Gericht verantworten.

Prozess trotz Zahlung einer Kaution

Die Staatsanwaltschaft hatte vor zwei Wochen die Einstellung des Verfahrens gegen die Infantin gefordert, gleichzeitig aber die Zahlung von Schadenersatz verlangt. Die 49-Jährige hinterlegte daraufhin in der vergangenen Woche knapp 587'000 Euro auf einem Gerichtskonto. Ihre Verteidiger hofften darauf, dass mit der Hinterlegung der Kaution keine Anklage erhoben und das Verfahren gegen sie eingestellt wird.

Ihrem Ehemann, dem früheren Handballstar Urdangarin wird vorgeworfen, gemeinsam mit einem früheren Geschäftspartner 6 Millionen Euro Spendengelder für die Wohltätigkeitsorganisation Noos veruntreut zu haben, Undangarin war Vorsitzender der Organisation, seine Ehefrau Vorstandsmitglied von Noos.

Die Ermittler vermuten, dass ein zweites und gemeinsam von dem Ehepaar geführtes Unternehmen namens Aizoon zum Zweck der Geldwäsche von Spenden für Noos genutzt wurde. Infantin Cristina beteuert, nichts von den mutmasslichen Machenschaften gewusst und in finanziellen Dingen vollkommen ihrem Mann vertraut zu haben.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von G.Beretta, Bern
    eigentlich sollte es erstaunlich sein, dass im Jahre 2014 die Monarchie noch existiert…….wir sollten uns weiterentwickeln….
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  • Kommentar von tom Rosen, erlenbach
    Die Deutschen zerren ihren Präsidenten vors Gericht, die Franzosen versuchen, ihren Ex-Präsidenten zu demontieren und die Spanier zitieren ihre Prinzessin vor den Kadi. Und alles nur wegen politischer Machtspielchen. Schämt euch. Natürlich ist vor dem Gesetz jeder gleich, allerdings sollte man sich gut überlegen, ob man für (unklare) Lappalien das Ansehen des Landes aufs Spiel setzt.
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    1. Antwort von T. Gohlke, Deutschland
      Viele Grüße nach Erlenbach, das ich gut kenne. Dennoch sei gesagt, dass das Ansehen Deutschlands gerade nicht sank, weil sein Bundespräsident vors Gericht kam. Weil er dort in seinem Tun bestätigt wurde, zeigt es die Abstützung durch die Justiz. Das ist ein Grund zur Freude, der aufbaut und nicht demontiert. Das Ansehen des Landes steigt, weil hier die Gewaltenteilung wirkte und hätte anders entscheiden können. Nebenbei nannte er die deutschen Nazis zu Recht Spinner, die ihn deshalb verklagten.
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  • Kommentar von Charles Halbeisen, Bronschhofen
    Ein Königshaus muss gegenüber dem Staat souverän sein. Wenn Mitglieder des Königshauses wir normale Bürger behandelt werden, macht die Monarchie keinen Sinn mehr, verkommt zur leeren Fassade, und sollte abgeschafft werden.
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