Inselstreit: China attackiert die USA

Mit scharfen Worten weist die chinesische Regierung die Proteste Japans und der USA zurück. Die zwei Länder hatten China kritisiert, weil China nun eine Verteidigungszone in der Luft errichten will, die sich mit der Militärzone von Japan überschneidet.

Porträt von Hohn Kerry. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: US-Aussenminister John Kerry zeigt sich sehr besorgt über die Entwicklung im Ostchinesischen Meer. Keystone

Die USA wurden von China aufgefordert, sich aus dem Streit herauszuhalten. Die
Kritik wurde US-Botschafter Gary Locke in Peking förmlich übermittelt.

«Völlig grundlos und unakzeptabel»

Japan wurde angewiesen, die Territorialansprüche anzuerkennen. Den Einspruch Japans gegen die Militärzone wies das Verteidigungsministerium in Peking als «völlig grundlos und unakzeptabel» zurück.

Japans Aussenminister Fumio Kishida hatte erklärt, Japan werde die chinesische Zone nicht akzeptieren. «Es ist ein einseitiger Schritt, der nicht zugelassen werden darf.» Kishida warnte vor «unvorhersehbaren Zwischenfällen».

USA sind «tief besorgt»

China hatte am Samstag überraschend die Luftverteidigungszone geschaffen, in der sich ausländische Flugzeuge künftig identifizieren und den Anweisungen der chinesischen Luftwaffe folgen müssen.

Ansonsten drohen ihnen militärische Gegenmassnahmen. Das Vorgehen weckt Sorgen über eine mögliche militärische Eskalation in der Region, was auch die USA auf den Plan rief.

In deutlichen Worten zeigten sich US-Aussenminister John Kerry und US-Verteidigungsminister Chuck Hagel am Wochenende «tief besorgt».

Die unbewohnten Inseln im Ostchinesischen Meer. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Seit Jahren ein Streitpunkt zwischen China und Japan: Die unbewohnten Inseln im Ostchinesischen Meer. Keystone

Streit schwelt seit längerer Zeit

China und Japan streiten seit langem über die japanisch Senkaku und chinesisch Diaoyu genannte, unbewohnte Inselgruppe. Die Gegend gilt als fischreich, ausserdem werden im Meeresboden Rohstoffe vermutet.

Japan, das bislang faktisch die Kontrolle über die Inseln ausgeübt hatte, besitzt eine eigene Luftverteidigungszone in dem Gebiet. Das neue chinesische «Identifikationsgebiet zur Luftverteidigung» (ADIZ) überlappt jetzt die japanische Zone.