Zum Inhalt springen
Inhalt

International Irakische Armee dringt in IS-Hochburg Mossul ein

Zwei Wochen nach Beginn der Offensive auf Mossul sind Einheiten der irakischen Armee in die Stadt vorgedrungen. Von einer schnellen Eroberung kann dennoch nicht die Rede sein.

Irakische Truppen mit Fahnen
Legende: Der Vorstoss nach Mossul wird unterbochen, um das Vorrücken anderer Einheiten an anderen Fronten abzuwarten. Keystone

Nach zwei Wochen verbissener Kämpfe gegen die Extremistenmiliz IS sind Einheiten der irakischen Armee erstmals seit Beginn ihrer Offensive in die Millionenstadt Mossul eingedrungen. «Sie kämpfen nun im Viertel Karama», sagte der General der Anti-Terror-Einheit CTS, Wissam Aradschi.

Der Vorstoss werde jedoch unterbrochen, um das Vorrücken anderer Einheiten an anderen Fronten abzuwarten. CTS-Soldaten hatten sich den Angaben zufolge auch bis an Gogdschali herangekämpft, einem Industriegebiet am östlichen Stadtrand.

In der Umgebung von Mossul nahmen kurdische Milizen nach Angaben des irakischen Militärs fünf Ortschaften ein. Andere Armee-Einheiten stiessen demnach vom Süden her auf die Stadt vor. Schiitische Milizen haben angekündigt, die Verbindung zwischen Mossul und Rakka in Syrien einzunehmen, um Kämpfern der Terrormiliz Islamischer Staat den Fluchtweg abzuschneiden.

17'500 konnten flüchten

Bislang konnten nach UNO-Angaben rund 17'500 Menschen aus den Kampfgebieten im Norden Iraks fliehen. Demnach werden Menschen aber daran gehindert, Mossul zu verlassen. Der IS reklamierte einen Gegenangriff in Haditha in der Provinz Anbar für sich, wo nach Angaben der Extremistengruppe 35 Soldaten und Milizionäre bei einem Selbstmordattentat getötet worden sein sollen.

Die Eroberung von Mossul wäre militärisch und symbolisch eine schwere Niederlage des IS. Vor zwei Jahren hatte IS-Chef Abu Bakr al-Bagdadi in Mossul ein Kalifat ausgerufen, das neben dem Irak auch grosse Teile Syriens umfassen soll. In dem IS-Herrschaftsgebiet stehen Andersgläubige unter Lebensgefahr. Viele wurden von den radikalen Islamisten getötet oder versklavt.

Kommt nun der Häuserkampf?

Die irakische Armee und ihre Verbündeten befürchten nun einen verlustreichen Häuserkampf, bis Mossul ganz in ihrer Hand ist. Erschwerend kommt dazu, dass der IS nach UNO-Angaben Zivilisten als Schutzschilde einsetzt.

Der Vormarsch auf Mossul verlief teilweise schleppend, da die zahlenmässig deutlich unterlegenen IS-Kämpfer zähen Widerstand leisteten. Vielfach stoppten Selbstmordattentäter mit Autobomben das Vorrücken der Armee oder der Milizen. Die Einnahme von Ortschaften wurde durch Heckenschützen, Sprengfallen und Verteidigungstunnel erschwert. Die IS-Kämpfer zünden auch immer wieder mit Öl an, um ihren Feinden mit dem Russ die Sicht zu nehmen.

Die Akteure der Mossul Offensive auf Mossul

Anti-IS-Allianz

Die Regierungstruppen hatten am 17. Oktober ihre Offensive gestartet und zunächst die Umgebung der immer noch rund 1,5 Millionen Einwohner zählenden Stadt vom IS erobert. An der Seite der Armee kämpfen auch kurdische Milizen. Aus der Luft werden sie von der US-geführten Anti-IS-Koalition unterstützt.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

9 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Urs Graf (U.Graf)
    Auf der Karte fällt mir auf, das der Fluchtweg für den IS in Richtung Syrien (Westen) weitgehend offen ist. Gute Planung. Ich dachte doch man wolle den IS vernichten? Oder doch nicht? Als Befehlshaber lasse ich doch keine Fluchtkorridore für IS Kämpfer offen, es sei denn ich habe einen anderen Auftrag. Die verlogenen Drecksspiele der USA sind immer deutlicher sichtbar
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Christian Szabo (C. Szabo)
    Die ideologischen Ziehväter, Finanzierer, Berater und Ausbildner werden den IS in Mossul gnadenlos fallen lassen, wenn übergeordnete Interessen rentabler und wichtiger werden. Der Preis für die Bürger um Mossul wird sehr hoch sein, wenn die IS-Kämpfer merken, dass sie verraten wurden. Durch den erneuten Verrat wird die Kluft zwischen Extremisten und Aufgeklärten noch grösser. Das verspricht weiterhin riesige Gewinne durch weitere Konflikte. Auch in Europa werden Extremisten stärker.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Stanic Drago (Putinversteher)
    Wieso berichtet SRF nicht über Grösse Ofensive Islamisten an Aleppo letzte 4 Tage? Islamisten feuern alles was sie haben an west Aleppo und sogar gestern auch Chlor Gas. Viele Zivilisten sind gestorben. Aber in unseren Medien lese ich nichts davon?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen