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Atom-Abkommen Iran kritisiert US-Sanktionen

Mohammed Dschawad Sarif
Legende: Der iranische Aussenminister Mohammed Dschawad Sarif. Keystone
  • Die USA haben neue Sanktionen gegen Iran ausgesprochen.
  • Gleichzeitig bestätigte das US-Aussenministerium, dass Iran das Atomabkommen einhalte.
  • Iran hat Gegenmassnahmen angekündigt.

Iran hat mit scharfer Kritik auf die neuen US-Wirtschaftssanktionen regiert und eigene Strafmassnahmen gegen amerikanische Bürger angekündigt.

Aussenminister Mohammed Dschawad Sarif sagte dem US-Sender «CBS News» am Dienstag, das Vorgehen der Regierung in Washington verstosse zumindest gegen den Geist des Atomabkommens und vergifte das Gesprächsklima. Es werde geprüft, ob die Sanktionen auch formell die Vereinbarung verletzten.

Sarif sagte zudem, die internationale Gemeinschaft werde weiterhin Geschäfte mit Iran abschliessen ohne «diesem Theater» viel Beachtung zu schenken. Sarifs Ministerium nannte die Massnahmen in einer Erklärung «verachtungswürdig und nutzlos».

Iran als «anhaltende Bedrohung»

US-Präsident Donald Trump hatte das von seinem Vorgänger abgeschlossene Abkommen mit Iran als «schlechten Deal» kritisiert und im Wahlkampf versprochen, es zu kündigen. Am Montagabend bescheinigte das US-Aussenministerium Iran erneut, sich an die Auflagen des 2015 geschlossenen Atomabkommens zu halten. Es teilte aber auch mit, Sanktionen gegen 18 Personen und Einrichtungen in Iran ausgesprochen zu haben.

Mit den Strafmassnahmen reagiere man auf «anhaltende Bedrohungen» durch Iran, darunter das Raketenprogramm des Landes und die Unterstützung Teherans für Terrorgruppen. Ranghohe Regierungsvertreter erklärten, dass die iranische Regierung weiterhin eine Gefahr für amerikanische Interessen und die Stabilität im Nahen Osten darstelle. Sie kündigten auch neue Sanktionen an.

Von den nun erlassenen Massnahmen sind 18 Personen und Einrichtungen betroffen. Das US-Aussenministerium wirft einigen von ihnen vor, das iranische Raketenprogramm zu unterstützen. Andere wurden nach Darstellung einer Sprecherin wegen ihrer Unterstützung der iranischen Revolutionsgarden oder einer kriminellen Organisation ausgewählt.

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20 Kommentare

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  • Kommentar von Christa Wüstner (Saleve2)
    die Antwort des Iran ist sehr höflich gehalten auf Trumps neue Anschuldigungen und Massnahmen. Die USA suchen Streit wo immer nur möglich. Ich glaube , die können gar nicht leben, ohne sich in die Angelegenheiten anderer Länder einzumischen. Der Iran liegt nicht vor der Haustüre der USA.
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  • Kommentar von Kerzenmacher Boris (zombie1969)
    Es gibt wenig Anzeichen dafür, dass der Iran angesichts der Bedrohung in der Region zu einer Kehrtwende in der Atompolitik steht. Seit H. Ruhani Präsident ist, wird die iranische Politik von mehr Professionalität und freundlicheren Tönen dem Westen gegenüber bestimmt. Das dürfte allerdings nur ein Täuschungsmanöver der iranischen Diplomatie sein. Der Westen dürfte wieder mit taktischen Rückziehern ausgetrickst werden.
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    1. Antwort von Kerzenmacher Boris (zombie1969)
      2) Schon vor einigen Jahren hatte man die Urananreicherung für eine gewisse Zeit ausgesetzt, um Sanktionen abzuwenden. Später brüstete man sich damit diese Zeit genutzt zu haben, um in aller Ruhe eine Fabrik für Uranverarbeitung bauen zu können. Die Krisen in der Region entwickeln sich rasant und die dortigen Politiker müssen am Nabel der Zeit agieren.
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  • Kommentar von Hans Fürer (Hans F.)
    Freut mich ungemein, dass praktisch alle nachstehenden Kommentare das Thema Iran so realistisch sehen. Wer die Verhältnisse im Iran mit denen in Saudi-Arabien vergleicht, kann sich nur wundern, dass sich sogar unser BR Schneider-Ammann mit dem super-patriarchischen Land Saudi-Arabien befreundet, das seit langem in Jemen so viel Unheil anrichtet und Frauen als Menschen 2. Klasse behandelt. Dazu ist der Iran wirtschaftlich erst noch interessanter.
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