Iranische Milizen zerstören Satelliten-Schüsseln

Mit der Aufhebung der Sanktionen gegen den Iran öffnet sich das Land langsam gen Westen. Doch noch immer haben die Klerikalen im Land das Sagen. Das führt immer wieder zu scheinbar absurden Aktionen gegen die eigene Bevölkerung – so auch jüngst wieder.

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Bildlegende: Schizophren: Mehr als 70 Prozent der Iraner nutzen Satelliten-Schüsseln. Dennoch sind sie verboten. (Symbolbild) Keystone

Die iranischen Behörden haben 100'000 Satelliten-Empfänger zerstört. Die Nutzung der Satelliten-Sender habe «eine Zunahme der Scheidungen und Drogen-Abhängigkeit» zur Folge, sagte General Mohammed Resa Nagdi.

Der Chef der Basidsch-Miliz, einer inoffiziellen Hilfspolizei, warnte bei der Zerstörungsaktion in Teheran vor dem «verderblichen» Einfluss der Satelliten-Sender auf «Moral und Kultur der Gesellschaft».

Wer die Parabol-Antennen in Umlauf bringt, nutzt oder repariert, muss im Iran mit einer Strafe von umgerechnet bis zu 2700 Franken rechnen. Doch grosse Teile der iranischen Bevölkerung missachten das offizielle Verbot, das auch bei den Staatsoberen umstritten ist.

Präsident Hassan Ruhani bezeichnete das Verbot wiederholt als unnötig und kontraproduktiv. Kulturminister Ali Dschannati plädierte jüngst für eine Gesetzesänderung, weil «70 Prozent der Iraner» Satelliten-Schüsseln nutzten.