Irischer Friedensstifter Albert Reynolds ist tot

Reynolds war von 1992 bis 1994 irischer Regierungschef. Unter seiner Vermittlung kamen die Friedensverhandlungen im Nordirlandkonflikt entscheidend voran. Er starb 81-jährig an Alzheimer.

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Bildlegende: Unter seinem Einfluss hat die IRA 1994 den Waffenstillstand erklärt. Innenpolitisch war der Reynolds wenig bedeutsam. Reuters

Der frühere irische Regierungschef Albert Reynolds ist tot. Er war ein zentraler Akteur bei der Beilegung des Nordirlandkonflikts. Reynolds starb im Alter von 81
Jahren, wie die irische Rundfunkanstalt RTE berichtete.

Reynolds hatte in den Jahren 1992 bis 1994 das Amt des irischen Regierungschefs inne. Er litt zuletzt an Alzheimer im Endstadium. Dies teilte sein Sohn Philip mit.

Verfasser der Downing Street Deklaration

Als Regierungschef hatte Reynolds eine zentrale Rolle bei den Friedensverhandlungen für Nordirland gespielt. Zusammen mit dem damaligen britischen Premierminister John Mayor erarbeitete er die Downing Street Deklaration. Gemäss SRF-Korrespondent Martin Alioth handelte es sich «um ein politisch überaus kluges Papier, das die Grundlage und Voraussetzung für den nachfolgenden, nordirischen Friedensprozess legte.»

Die Deklaration mündete in im Jahr 1994 in die Zusage eines Waffenstillstands durch die Irisch-Republikanische Armee (IRA). Die IRA kämpfte drei Jahrzehnte lang gewaltsam für den Anschluss Nordirlands an die mehrheitlich katholische Republik Irland, bevor sie im Jahr 2005 offiziell der Gewalt abschwor.

Bauernschlauer Viehhändler

Laut Alioth sei Reynolds innenpolitisch jedoch wenig bedeutsam gewesen. «Er regierte nur kurz und schaffte es, hintereinander zwei Koalitionen zum Einsturz zu bringen.» Er sei ein bauernschlauer Viehhändler gewesen. «Für die Downing Street Deklaration war das eine wertvolle Eigenschaft, sonst eher nicht.»