IS-Attentäter greift Kobane von der Türkei aus an

Ein Selbstmordattentäter hat offenbar von der Türkei aus den Grenzübergang zur syrisch-kurdischen Stadt Kobane angegriffen. Der Kämpfer vom Islamischen Staat sprengte sich auf der syrischen Seite in die Luft. Danach kam es zu heftigen Kämpfen.

Kobane, zertrümmerte Häuser. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Kobane gleicht nach den andauernden Kämpfen inzwischen einer Geisterstadt. Keystone

Ein Selbstmordattentäter der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat den Grenzübergang von der Türkei zur umkämpften nordsyrischen Stadt Kobane angegriffen. Er habe sich im Morgengrauen auf der syrischen Seite mit einem Auto in die Luft gesprengt, sagte Kurdensprecher Ismet Hassan der Deutschen Presse-Agentur. Danach habe es heftige Kämpfe gegeben.

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte erklärte, der Attentäter habe den Grenzübergang von der türkischen Seite aus attackiert. Ein türkischer Offizieller wies dies nach Angaben der staatlichen türkischen Nachrichtenagentur Anadolu zurück.

Über 20 Todesopfer

Die IS-Terrormiliz versucht seit Wochen, Kobane einzunehmen. Der Grenzübergang zur Türkei ist die einzige Verbindung der vor allem von Kurden bewohnten Stadt zur Aussenwelt. Zuletzt war es den Verteidigern Kobanes gelungen, die Extremisten zurückzudrängen. Unterstützt werden die Kurden von Luftangriffen der USA und ihrer Verbündeten.

Die heftigen Kämpfe zwischen beiden Seiten gingen weiter, erklärten die Menschenrechtsbeobachter. Dabei seien 17 Extremisten und sieben Kämpfer der kurdischen Volksschutzeinheiten getötet worden. Zudem hätten sich drei weitere IS-Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt. Die Extremisten hätten mehr als 110 Granaten auf die Stadt abgefeuert.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Hilfe für Kobane naht

    Aus Tagesschau vom 29.10.2014

    Die Hilfe für die Kurden, die sich in der strategisch wichtigen Stadt Kobane gegen die IS-Terroristen stemmen, naht. Rund 150 kurdische Peschmerga-Kämpfer sind gestern im Irak gestartet und heute in der Türkei eingetroffen.

  • Hilfe für die Kurden in Syrien

    Aus Tagesschau vom 23.10.2014

    Die Türkei erlaubt es kurdischen Peschmerga-Kämpfern, über die Türkei nach Syrien zu reisen. Dort wollen sie mithelfen, die Grenzstadt Kobane gegen den IS zu verteidigen. Hilfe, die dringend benötigt wird, denn die Kurden mussten sich auch vom strategisch wichtigen Hügel Tell-Schair zurückziehen.

  • Kampf um Kobane

    Aus Tagesschau vom 18.10.2014

    Absprachen zwischen Kurden und der internationalen Allianz gegen den IS haben Rückschläge der Terrormiliz in Kobane bewirkt. Trotz Erfolgen ist die kurdische Stadt nach monatelanger Belagerung aber nicht mehr wiederzuerkennen.