Blutiger Überfall in Sibirien IS bekennt sich zu Anschlag gegen Russlands Geheimdienst

Polizisten in Chabarovsk Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Kurz nach der Attacke riegelten Sicherheitskräfte das Areal um das Geheimdienst-Büro ab. Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • In der ostsibirischen Grossstadt Chabarowsk überfällt ein Bewaffneter das Büro des russischen Inlandsgeheimdienstes. Dabei sterben mindestens zwei Menschen.
  • Zuvor hatte der Mann bereits einen Schiessstand überfallen und mehrere Waffen erbeutet.
  • Die IS-Terrormiliz veröffentlicht in der Nacht ein Bekennerschreiben zu der Attacke.

Ein Bewaffneter hat in einem Gebäude des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB im Osten Sibiriens um sich geschossen und mindestens zwei Menschen getötet. Ein FSB-Mitarbeiter und ein Zivilist seien umgekommen. Der Angreifer sei ebenfalls getötet worden, teilte die Behörde in der Grossstadt Chabarowsk mit.

Waffenraub an Schiessstand

Bei dem Bewaffneten handelte es sich den Angaben zufolge um einen 18-Jährigen mit mutmasslichen Verbindungen zu einer neonazistischen Gruppe, hiess es weiter. Er sei am frühen Abend in die regionale Zentrale des Geheimdienstes gekommen. Noch vor der Sicherheitskontrolle am Eingang habe er das Feuer eröffnet. Ein Besucher im Wartebereich sei verletzt worden.

Vor dem Angriff auf das Geheimdienstbüro soll der Mann einen Schiessstand in Chabarowsk überfallen haben, wie die Agentur Tass meldete. Dabei soll er einen Mitarbeiter erschossen und mehrere Waffen erbeutet haben.

Ungewöhnliche Tat

Direkte Angriffe auf den FSB sind selten in Russland. Gelegentlich gibt es Attacken auf Sicherheitskräfte im Unruhegebiet Nordkaukasus.

Dort kämpfen islamistische Extremisten seit Jahren gegen die Staatsmacht. Chabarowsk ist rund 7000 Kilometer vom russischen Nordkaukasus entfernt.

IS-Bekennerschreiben

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) reklamierte in der Nacht den Anschlag auf das Büro des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB im Osten des Landes für sich.

Die IS-nahe Agentur Amaq habe am Freitag im Online-Netzwerk ein Bekennerschreiben veröffentlicht, teilte das auf die Überwachung islamistischer Internetseiten spezialisierte US-Unternehmen SITE mit.
Nach dem Anschlag in der U-Bahn von St. Petersburg am 3. April mit 16 Toten hatte der russische Geheimdienst vor neuen Attentaten durch Terrorgruppen wie den IS in Russland gewarnt.