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International IS-Extremisten erobern grössten irakischen Staudamm

Die Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) hat ihre Schreckensherrschaft im Norden des Iraks weiter ausgedehnt. Sie eroberte weitere Städte und erlangte die Kontrolle über den grössten irakischen Staudamm. Der Luftraum über dem Gebiet wird weiter von Swiss und Lufthansa gemieden.

Legende: Video IS auf dem Vormarsch abspielen. Laufzeit 00:59 Minuten.
Aus Tagesschau vom 03.08.2014.

Die Extremisten der sunnitischen Bewegung Islamischer Staat haben binnen weniger Tage drei Städte im Nordirak erobert und setzen damit die in der Region regierenden Kurden immer stärker unter Druck.

Die Städte Sumar, Sindschar und Wana sowie der Mossul-Staudamm und ein Ölfeld samt Raffinerie seien den Rebellen in die Hände gefallen, berichteten
Augenzeugen und Vertreter der kurdischen Verwaltung.

Legende: Video Lage im Nordirak spitzt sich zu abspielen. Laufzeit 02:10 Minuten.
Aus Tagesschau Spätausgabe Wochenende vom 03.08.2014.

Die Eroberung des grössten Staudamms des Landes ist von erheblicher strategischer Bedeutung. Sollten die Extremisten die Staumauer sprengen, wäre die nahe gelegene Grossstadt Mossul von einer Flutwelle bedroht, die Zehntausende Menschenleben in Gefahr brächte.

In Sumar hissten die Extremisten auf Gebäuden die schwarze Flagge des Islamischen Staates. In anderen von ihnen eroberten Städten folgten auf dieses Ritual Massenhinrichtungen und die Durchsetzung fundamentalistisch-islamischer Vorschriften. Die früher als Isis bekannte Bewegung Islamischer Staat steht derzeit rund 100 Kilometer vor Bagdad und droht, auch die Hauptstadt einzunehmen.

Kurden fordern Waffen

Die autonome Kurdenregion im Norden Iraks hat die USA um Waffen gebeten, um sich gegen die Kämpfer des Islamischen Staats zur Wehr setzen zu können. Ein entsprechendes Ersuchen sei von einer kurdischen Delegation Anfang Juli in Washington vorgetragen worden, hiess es in Kreisen der kurdischen und der US-Führung. Die USA hätten zugesagt zu prüfen, wie die Verteidigungsfähigkeit der Kurden verbessert werden könne.

Die Kurden erklärten, die US-Militärhilfe sei für einen Erfolg gegen die aus der Al-Kaida hervorgegangene Gruppe von entscheidender Bedeutung. Ihre Kämpfer benötigten unter anderem Panzer, Artillerie und Munition.

Das Material werde nicht nur zum Schutz des Kurdengebietes gebraucht, sondern auch zur Verteidigung der irakischen Flüchtlinge, die sich in die Obhut der kurdischen Peschmerga-Miliz begeben hätten.

Swiss umfliegt Luftraum

Die Fluggesellschaft Swiss umfliegt auch weiterhin den Luftraum über jenen Gebieten im Irak, welche die islamistische Terrorgruppe IS kontrolliert. Der Mutterkonzern Lufthansa verlängerte das Moratorium, das seit Freitag gegolten hatte.

Mehrere internationalen Airlines verzichten aus Sicherheitsgründen und unter dem Eindruck des Abschusses von Flug MH17 über der Ukraine ebenfalls auf Überflüge des Iraks. Die Flugzeiten würden durch die Umleitungen nicht bedeutend länger, teilte der deutsche Lufthansa-Konzern am Sonntagabend mit.

Kurdenregion wird wieder angesteuert

Wieder anfliegen will der Konzern die Destination Erbil im kurdisch kontrollierten Norden des Iraks. Die seit Freitag suspendierten Flüge von Lufthansa und Austrian Airlines würden heute Montag wieder aufgenommen, hiess es.

Neue Flüchtlingswelle

Nach dem weiteren Vormarsch der IS-Extremisten im Norden des Irak sind nach Angaben der UNO rund 200'000 Menschen auf der Flucht. Die meisten von ihnen gehörten der religiösen Minderheit der Jesiden an, teilte die UNO-Mission im Irak mit. Im Nordirak entfalte sich eine «humanitäre Tragödie».

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11 Kommentare

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  • Kommentar von Werner Christmann, Stein am Rhein
    Das ist ein Beispiel sondergleichen zu was es führt, wenn sich der Westen auserkoren fühlt den Menschen ihre "Freiheit" aufzuzwingen. Zuerst die Machthaber wegbomben und wegputschen, dann ein Chaos hinterlassen und schliesslich abhauen. Aber sie lernen es nie. Momentan wird das Selbe in der Ukraine versucht. Und was kommt dann?
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  • Kommentar von Thomas Käppeli, Guatemala Ciudad
    Wer hat angefangen den Teufel mit dem Beelzebub auszutreiben? Respektive die Büchse der Pandora geöffnet? Am Schluss weiss es niemand mehr. Jene(r), welche(r) den Begriff "Axis of Evil" in die Welt setzte, war sicher das eine der beiden Enden jeder Achse. Nur welches der zwei (wie bei der Wurst), weiss die Menschheit noch nicht. Erwarte Aufklärung der Erleuchteten.
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  • Kommentar von Erwin Jenni, Ottikon
    Wenn der Westen nur endlich begreifen würde, das Israel ein Verbündeter ist im Kampf gegen den Islamismus (Hamas - Gaza) und damit die einzige Demokratie im Nahen Osten nicht ständig schwächen sondern stärken würde. Aber ich denke für das ist es bereits zu spät. 60 Millionen Moslems in Europa und eine arabisch-islamisch schattierte UNO sind daran Israels Existenzrecht zu delegitimieren. Europa und die Welt stehen vor einer schweren Zeit.
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    1. Antwort von Philipp Weiersmüller, Buochs
      "60 Millionen Moslems in Europa und eine arabisch-islamisch schattierte UNO sind daran Israels Existenzrecht zu delegitimieren" Sehe ich das richtig, Sie gehen also davon aus, dass sämtliche Moslems Israels Existenzrecht delegitimieren wollen?
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    2. Antwort von Björn Christen, Bern
      @Weiersmüller - nicht alle, aber ein sehr grosser Anteil der Moslems schon, weil sie von klein auf so erzogen werden, dass Israel kein Existenzrecht habe. Und diese Einstellung ändert sich nicht, nur weil diese Menschen nach Europa ziehen oder hier geboren werden. Juden- und Israelhass ist in dieser Kultur endemisch und geht auf den Ur-Islam und den Koran zurück. Einfach mal die Bedeutung des Schlachtrufs “khaybar, khaybar ya yahud, jaish muhammad saya'ud!" googeln, den man heute noch viel hört.
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    3. Antwort von Otto Würz, Winterthur
      @Erwin Jenni: es ist zwar ein geschickter Schachzug, die Palästinenser zum Lager der IS zuzuschlagen, und auf diese Weise Israel als heroischen Kämpfer für das Gute zu verklären, allerdings wird diese Darstellung der Realität nicht mal ansatzweise gerecht. Die meisten Palästinenser träumen nicht von einem islamischen Staat sondern davon, überhaupt mal einen eigenen Staat aufbauen zu können und in Frieden und Freiheit zu leben. - Die Hamas ist eine Folge andauernden israelischen Unrechts.
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