IS-Kämpfer erschiessen Menschenrechtsaktivistin

Die Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) hat im Irak eine Menschenrechtsaktivistin ermordet, die zuvor in sozialen Netzwerken Kritik an den Extremisten geübt hatte. Derweil haben spanische und marokkanische Polizeieinheiten eine IS-Zelle ausgehoben.

Ein IS-Kämpfer in Mossul. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die IS greift in Mossul hart durch. Kritiker und Andersgläubige werden nicht toleriert. Reuters / Archiv

Wie die Menschenrechtsorganisation GCHR mitteilte, wurde die Menschenrechtsaktivistin Samira Saleh al-Nuaimi auf einem Platz im Zentrum der irakischen Stadt Mossul von maskierten IS-Kämpfern öffentlich erschossen.

Vor zwei Wochen entführt

Nachbarn zufolge war al-Nuaimi vor zwei Wochen entführt worden. Zur Begründung hätten die Islamisten erklärt, sie habe sich nicht für ihre auf Facebook geäusserte Kritik an der Zerstörung religiöser Schreine durch den IS entschuldigt.

Der oberste UNO-Gesandte im Irak, Nickolay Mladenov, verurteilte die Tötung der Menschenrechtlerin als ein weiteres Beispiel in der Reihe der vom IS verübten «unzähligen widerwärtigen Verbrechen gegen das Volk des Irak».

Coup gegen IS

Spanien und Marokko feiern derweil einen Coup gegen die Terrormiliz. Polizeieinheiten beider Länder nahmen neun mutmassliche islamistische Terroristen fest. Die Aktion sei in der spanischen Nordafrika-Exklave Melilla und auch in der 15 Kilometer entfernten nordostmarokkanischen Küstenstadt Nador durchgeführt worden, teilte das spanische Innenministerium in Madrid mit.

Die Festgenommenen gehörten den Angaben zufolge einer dem IS nahestehenden Organisation an, die nun zerschlagen sei. Die Gruppe habe auch Verbindungen zum Terrornetz Al-Kaida gehabt. Sie habe junge Menschen für den Dschihad, den «heiligen Krieg» angeworben und sich zum Teil als militärische und ideologische Ausbilder betätigt.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Krieg aus Luft zu gewinnen?

    Aus 10vor10 vom 23.9.2014

    Nachdem die USA seit zwei Wochen Ziele der IS-Terroristen im Irak bombardiert, sind sie in der vergangenen Nacht zum ersten Mal gegen IS-Ziele in Syrien vorgegangen. Lässt sich der Krieg aus der Luft gewinnen? Oder müssten auch Bodentruppen zum Einsatz kommen? Im «10vor10»-Studio äussert sich Sicherheitsexperte Roland Popp.

  • Anhaltende Regierungskrise im Irak

    Aus Tagesschau vom 20.9.2014

    Mit dem schnellen Vorstoss der Terrormiliz IS ist der Irak quasi unregierbar geworden. Auch unter der neuen Führungsriege unter Ministerpräsident Haider al-Abadi ist das Kabinett aus Sunniten, Schiiten und Kurden nach wie vor heillos zerstritten. Die Bevölkerung verzweifelt.