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International IS sprengt fast 2000 Jahre alten Tempel in Palmyra

Die Terrormiliz Islamischer Staat hat in Syrien einen antiken Tempel in die Luft gesprengt. Der Baal-Schamin-Tempel war über 1800 Jahre alt und gehörte zum Weltkulturerbe. Die Unesco verurteilt die Zerstörung als Kriegsverbrechen und fordert die internationale Gemeinschaft zum Handeln auf.

Die Islamisten-Miliz IS hat in Syrien erneut antike Heiligtümer zerstört. Die Extremisten sprengten den Tempel von Baal Schamin in der Stadt Palmyra in die Luft, wie der Chef der Altertumsbehörde, Maamun Abdul Karim, mitteilte. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte bestätigte die Zerstörung des Tempels.

Der IS eroberte Palmyra im Mai von syrischen Regierungstruppen. Das Gebiet gehört zum Weltkulturerbe der Unesco. Der Tempel des Baal Schamin war über 1800 Jahre alt. Er wurde im Jahr 17 errichtet und unter dem römischen Kaiser Hadrian im Jahr 130 erweitert.

Antikes Theater wird Hinrichtungsstätte

Abdul Karim berichtete am Sonntag auch von weiteren Zerstörungen, die der IS in der antiken Stadt anrichtete: Im Juli sei die berühmte Löwenstatue von Athena zerstört worden. Ein Museum sei in ein Gefängnis mit Gerichtssaal umgewandelt worden. Im antiken Theater seien Hinrichtungen vollzogen worden.

Vor wenigen Tagen hatte der IS den früheren Chefarchäologen der Oasenstadt getötet. Das sorgte weltweit für Entsetzen. Der IS hat in Syrien und im Irak bereits Dutzende Heiligtümer vernichtet, weil die Bauwerke nach Einschätzung der Extremisten eine Gotteslästerung sind. Die Miliz kämpft hat weite Teile Syriens und des benachbarten Irak unter ihre Kontrolle gebracht und dort ein Kalifat ausgerufen.

Für die Unesco-Chefin sind die Zerstörungen Kriegsverbrechen

Unesco-Generaldirektorin Irina Bokova verurteilte die Ermordung des früheren Chef-Archäologen von Palmyra am Montag aufs Schärfste. Die Zerstörung des antiken Tempels von Baal Schamin bezeichnete sie als Kriegsverbrechen.

Die Kunst und die Bauwerke von Palmyra seien ein Symbol für die Vielfältigkeit und den Reichtum der syrischen Identität und Geschichte, sagte Bokova. «Die Extremisten versuchen, diese Vielfalt und diesen Reichtum zu zerstören.» Die Unesco-Chefin rief die internationale Gemeinschaft auf, gemeinsam gegen die anhaltende Vernichtung der Kultur vorzugehen.

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53 Kommentare

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  • Kommentar von Marco Sutter, Riehen bei Basel
    Man kann nur hoffen das dieser Tempel wird wieder aufgebaut wird? Abdrücke und co vorhanden?
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  • Kommentar von Rudolf R. Blaser, Aeschi
    8th try: Mitarbeiter der4tenGewalt berichten tagtäglich über die Katastrophen, verschweigen+zensurieren aber tunlichst, welcher mörderische Schurkenstaat tatsächlich Ursprung,Verursacher+Auslöser derTragödien ist+ALLEINIGES Übel unserer Generation.Unbegreiflich einfach,was für ein Interesse diese Leute daran haben können,sich zuKomplizen dieses Schurkenstaates zu machen.Es kommt aber die Stunde,wo diese Leute öffentlich mit Namen genannt - und ihrer gerechten Strafe nicht entgehen werden.
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  • Kommentar von Ignaz Hufschmid, Zürich
    Der Westen sollte aufhören jedesmal ein Geschrei um ein paar Steine zu machen. Dann verlöre der IS automatisch das Interesse. Denen geht es doch nur um Aufmerksamkeit. Wenigstens kann der verpulverte Sprengstoff nicht mehr gegen Menschen gerichtet werden.
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    1. Antwort von A Nuss, Zürich
      Das "Geschrei um ein paar Steine" ist meines erachtens eine Kopie eines über 7 Monate alten Ereignis'. Hinrichtung des Kurators und Sprengung der Kultstätte. Vielleicht waren es bloss die selben TV-Bilder. Doch mit der Ankunft der Flüchtlinge braucht es sowieso eine andere Betrachtensweise der Anarchie im nahen Osten.
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