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International Islamisten bekennen sich zu Anschlägen in Wolgograd

Radikale Islamisten haben sich zum Doppelanschlag von Ende Dezember in Wolgograd bekannt. In einer im Internet veröffentlichten Videobotschaft drohten die Extremisten zudem mit Angriffen auf die Olympischen Winterspiele in Sotschi.

Der durch den Anschlag total zerstörte Bus in Wolgograd.
Legende: Einer der Anschläge wurde auf einen Bus verübt. Keystone

Vor den Olympischen Winterspielen im russischen Sotschi sind im Internet neue Anschlagsdrohungen aufgetaucht. In einem bekannten Dschihadistenforum wurde ein Video veröffentlicht, auf dem die beiden mutmasslichen Attentäter von Wolgograd vor weiteren Anschlägen warnen.

Das US-Unternehmen SITE ist auf die Überwachung islamistischer Internetseiten spezialisiert. Es teilte mit, bei den beiden Männern handle es sich um die Selbstmordattentäter, die im vergangenen Dezember die blutigen Anschläge in der südrussischen Stadt Wolgograd verübt hatten.

«Wir haben ein Geschenk für Euch und alle Touristen vorbereitet, die herüberkommen», heisst es laut SITE in dem Video. «Wenn Ihr die Olympischen Spiele abhaltet, werdet Ihr ein Geschenk von uns bekommen für das Blut der Muslime, das vergossen wurde.» Im Video bekennen sich die Islamisten zum Doppelanschlag in Wolgograd.

Drohungen schon im Sommer

Bereits im Sommer hatte der islamistische Rebellenführer Doku Umarow damit gedroht, die Spiele «mit allen Mitteln» zu verhindern. Diese Drohung erhielt neue Brisanz durch die Anschläge in Wolgograd. Bei den beiden Selbstmordangriffen vor dem Bahnhof und in einem Bus der Grossstadt 700 Kilometer nordöstlich von Sotschi waren Ende Dezember insgesamt 34 Menschen getötet worden.

Die Olympischen Spiele finden vom 7. bis zum 23. Februar statt. Insgesamt sollen rund 37'000 Polizisten und Soldaten das Sportereignis absichern. Die Spiele sind das grösste internationale Ereignis in Russland. Zuvor richtete die Sowjetunion 1980 die Olympischen Sommerspiele aus.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Björn Christen, Bern
    "Radikale Islamisten"? - Was will uns das SRF damit sagen - dass es auch noch 'nicht-radikale' Islamisten gibt, die eigentlich ziemlich lieb sind? - Islamisten sind immer radikal, genauso wie ein Greis immer alt und ein Schimmel immer weiss ist.
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  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 Stans
    Auch wenn ich ein Gratisticket samt First-Class Flug und Übernachtung im Luxushotel offeriert bekäme, ich würde nicht an die Olympiade nach Sotschi reisen. Wer weiss, ob da nicht ein Islamist eine Bombe zündet, trotz stärkster Sicherheitsvorkehrungen?
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    1. Antwort von Thomas Käppeli, Guatemala Ciudad
      Ich würde zwar auch nicht (mal gratis) nach Sotschi reisen, aber aus anderen Überlegungen. Mir stinkt der zum masslosen Gigantismus verkommene olympische Gedanke. Sie sind ja gemäss eigener Angaben auch schon etwas in der Welt herumgereist, inklusive Länder die schon lange mit Terrorgefahr leben. So betrachtet, darf man heute so ziemlich nirgendwo mehr hinreisen. Hierzulande haben wir keinen islamischen Terrorismus, dafür Drogenkrieg und überhand genommene Banden- und Individualkriminalität.
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  • Kommentar von Eddy Dreier, Burgdorf
    Ich verstehe ja die Islamisten einbisschen, aber dieses "wir gegen den Rest der Welt" beginnt langsam zu nerven. Aus Sicht des Islams müsste es doch grössere Problemfälle geben als Russland :D
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    1. Antwort von Tom Rosen, Erlenbach
      Sie verstehen die Islamisten ein bisschen? Na dann verstehen Sie doch sicher auch die Russen. Denn wenn ihnen jemand ihre halbe Familie wegbombt (und droht, die andre Hälfte auch noch zu erwischen), halten Sie sicher auch die andere Wange hin. Verstehen Sie auch die ETA, die RAF, den Cendero Luminoso und die Brigade Rosse? Dann sollten Sie auch gleich das Alte Testament oder die Scharia als Gesetzesgrundlage nehmen. Ach, ja - Probleme kann man auch verhandeln. Dogmen übrigens nicht.
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    2. Antwort von Eddy Dreier, Burgdorf
      Und was genau wollen Sie sagen? Man müsse noch mehr Terror machen, um Terror zu vermindern? Wollen Sie sagen, die RAF habe sich am alten Testament orientiert und die Steigerung davon sei die Scharia? Oder wollen Sie sagen, man dürfe nicht die andere Wange hinhalten - der "Feind" aber soll die andere Wange hinhalten? Gewalt erzeugt Gewalt - ist dieses meinige Verständnis falsch - wollen Sie das sagen? Oder ist es falsch, andere Ansichten zu verstehen? Was meinen Sie???
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    3. Antwort von Björn Christen, Bern
      @Dreier - gut zu wissen, dass wir in der Schweiz auch Islamisten und Dschihadisten-Versteher haben. Weil, wenn man mit diesen Leuten lieb genug ist, dann tun sie einem ja auch nichts, n'est-pas? - Sie sollten sich bei Gelegenheit mal mit dem Koran und den Hadithen befassen, wenn sie nicht verstehen, warum Islamisten bzw. Dschihadisten tun, was sie tun. Der Islam hat generell mit der ganzen nicht-islamischen Welt "ein Problem" - und das schon seit bald 1400 Jahren!
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