Islamisten zündeten in Timbuktu wertvolle Bibliothek an

In Mali haben Rebellen vor ihrer Flucht aus der antiken Stadt Timbuktu eine Bibliothek in Brand gesetzt. Diese enthielt alte Handschriften von unschätzbarem Wert.

Das Ahmed-Baba-Institut barg alte Schriften, unersetzbar und einmalig. Noch ist unklar, wie viele der 30‘000 Manuskripte der Feuerbrunst zum Opfer fielen. Die Nachricht vom Brand kommt vom Bürgermeister aus Timbuktu. Die Terroristen hätten das neu gebaute Institut vor ihrer Flucht aus Timbuktu angezündet.

Schätze der Weisheit

Vor mehreren hundert Jahren galt Timbuktu als bedeutende Universitätsstadt. Vor allem im 15. und 16. Jahrhundert entwickelte sich die Wüstenstadt zu einem Zentrum für Bildung und Wissenschaft, religiöse und ethnische Toleranz. Das Institut Ahmed Baba beherbergt eine von rund 80 Privatbibliotheken Timbuktus.

Es ist die wohl bedeutendste Sammlung alter westafrikanischer Manuskripte. Einige der 30‘000 Handschriften stammen aus dem 13. Jahrhundert. Sie befassen sich mit Pflanzenmedizin und Mathematik, Musik, islamischem Recht oder Poesie.

Ziel des in den 1970er Jahren gegründeten Instituts war es, die Manuskripte zu sammeln, zu restaurieren, zu katalogisieren und fachgerecht aufzubewahren. Sie sind historisch mit der Islamisierung Westafrikas verbunden. Die Bibliothek wurde 2009 errichtet. Sie gehört zum gleichnamigen Institut und wurde mit etwa 7,5 Millionen Dollar gebaut.