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LKW-Attentat in Jerusalem Israel will härter gegen IS-Anhänger vorgehen

Scharfe Reaktion nach dem LKW-Anschlag in Jerusalem: Die Regierung von Benjamin Netanjahu will, dass IS-Sympathisanten ohne Anklage verhaftet werden können.

Legende: Video Anschlag in Jerusalem abspielen. Laufzeit 01:20 Minuten.
Aus Tagesschau vom 08.01.2017.
  • Israel will IS-Anhänger künftig ohne Anklage in Haft nehmen können.
  • Das Haus des Attentäters von Jerusalem soll zerstört werden.
  • Ministerpräsident Netanjahu sieht Parallelen zu Anschlägen in Berlin und Nizza.

Nach einem Anschlag mit einem Lastwagen in Jerusalem will Israel entschlossener gegen Anhänger der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) vorgehen. IS-Anhänger sollen in sogenannte Administrativhaft ohne Anklage genommen werden.

Bei einer Sitzung des israelischen Sicherheitskabinetts wurde unter anderem auch beschlossen, das Haus des Attentäters zu zerstören, wie israelische Medien berichten. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte mitgeteilt, es handle sich bei dem Attentäter «nach allen Anzeichen» um einen IS-Anhänger.

Parallelen zu Anschlägen in Europa

Netanjahu sieht mögliche Parallelen zwischen dem Lastwagen-Anschlag und ähnlichen Attacken in Europa. «Wir wissen, dass es hier eine Serie von Anschlägen gibt, und es kann durchaus sein, dass eine Verbindung zwischen ihnen besteht, erst Frankreich und Berlin, und jetzt Jerusalem», sagte er.

Bei der Attacke im Stadtteil Armon Hanaziv waren am Sonntag vier israelische Soldaten ums Leben gekommen. 17 weitere Offiziere und Kadetten wurden verletzt, als der palästinensische Fahrer mit einem Lastwagen gezielt in eine Gruppe von Soldaten raste. Der 28 Jahre alte Attentäter wurde erschossen.

USA bieten Hilfe an

Die US-Regierung hat den Anschlag «auf das Schärfste» verurteilt. «Solche feigen Aktionen können niemals gerechtfertigt sein», erklärte der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates, Ned Price. Zugleich bot er Israel die «volle Unterstützung» der USA bei den Ermittlungen an.

Das Verhältnis zwischen der scheidenden US-Regierung und der israelischen Führung ist stark angespannt. Ministerpräsident Netanjahu ist erzürnt darüber, dass die USA eine UNO-Resolution gegen den israelischen Siedlungsbau in Palästinensergebieten nicht mit einem Veto blockiert haben.

Hamas begrüsst Attacke

Der russische Präsident Wladimir Putin sprach Netanjahu sein Beileid aus, wie die Agentur Tass meldete. Frankreichs Präsident François Hollande versicherte den Opfern und ihren Angehörigen seinen Beistand. Der deutsche Aussenminister Frank-Walter Steinmeier verurteilte den Anschlag aufs Schärfste.

Palästinenser im Gazastreifen feierten den Anschlag dagegen. Auch die radikal-islamische Palästinenserorganisation Hamas begrüsste die Attacke.

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12 Kommentare

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  • Kommentar von Frédéric Weil (Derrick)
    Interessant ... Bei Nizza und Berlin übertrumpften sich die Medien mit Reportagen und Meldungen. Nun dasselbe in Israel. Kaum Berichte und die Palästinenser feiern (wie makaber und pervers). Aber eben, das ist ja nicht so wichtig für die Welt, ist ja nur Israel, der einzige Rechtstaat der Gegend!!!.
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  • Kommentar von Joel Busch (Joel)
    Warum wird denn das Haus des toten Attentäters zerstört? Um ihn zu strafen kann es ja nicht sein. Ist das nur symbolisch?
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  • Kommentar von Erwin Jenni (ej)
    Ich wagen zu behaupten, dass wenn die Welt - und insbesondere Europa - Israel in der Bekämpfung des islamistischen Terrors mehr unterstützt hätte, wir heute an einem besseren Ort wären. Jahrzehntelang hofierte man dem Erzterrorist Arafat und warf ihm und seiner PLO Milliarden in den Schlund. Heute relativiert man die Taten und Absichten einer Hamas, welche die Vernichtung Israels in ihrer Charta hat. Israel ist unser einziger wirkliche Verbündeter und trotzdem schwächen wir diesen Staat dauernd.
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