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International Jalta: Als Deutschland aufgeteilt wurde

Vor 70 Jahren besiegelten die USA, Grossbritannien und die Sowjetunion das Ende Hitler-Deutschlands – in Jalta. Der Kurort auf der Krim ist heute selbst Teil eines Konflikts.

Legende: Video «70 Jahre Jalta» abspielen. Laufzeit 1:48 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 04.02.2015.

Trotz dem Konflikt mit der Ukraine – die Bewohner der Krim feiern den 70. Jahrestag der Jalta-Konferenz von 1945. In jenem Jahr kamen die USA, Grossbritannien und die Sowjetunion zwischen dem 4. bis 11. Februar auf der Halbinsel zusammen.

Damals lud der Sowjetdiktator Josef Stalin die Staatschefs der USA und Grossbritannien in den Liwadija-Palast ein, der früher der russischen Zarenfamilie als Sommerresidenz diente. Das Bild vom Schulterschluss mit Stalin, US-Präsident Franklin D. Roosevelt und dem britischen Premier Winston Churchill ging damals um die Welt. Während sich der Sieg der Alliierten in Europa abzeichnete, legten die drei Grossmächte dort die europäische Nachkriegsordnung fest. Sie einigten sich unter anderem darauf, wie Deutschland nach dem Krieg aufzuteilen sei.

Wachsfiguren der drei Staatsoberhäupter Stalin, Churchill und Roosevelt im Liwadija-Palast auf der Krim.
Legende: Wachsfiguren der drei Staatsoberhäupter Stalin, Churchill und Roosevelt im Liwadija-Palast auf der Krim. Reuters

Feiern mit russischer Unterstützung

Nun, 70 Jahre später, wollen die Krim-Behörden zum Jubiläum eine Bronze-Statue mit den drei Staatsoberhäuptern in Palastnähe aufstellen. Das sagt die Krim-Parlamentarierin Swetlana Sawtschenko.

Russische Stiftungen wollen zudem eine Historikerkonferenz organisieren, und auch eine Ausstellung mit Fotomaterial des russischen Aussenministeriums ist geplant. In dem Dorf Nowofjodorowka soll nachgestellt werden, wie sich die Mächtigen in der Nacht zum 3. Februar auf dem Flughafen trafen.

Keine Staatschefs aus dem Westen

Den lokalen Feierlichkeiten zum Trotz – internationale Gäste aus dem Westen werden sich in Jalta nicht zeigen. Die EU und USA sehen das Gebiet weiter als ukrainisches Territorium an und warnen aus Sicherheitsgründen vor Reisen dorthin. So ist die Krim auch ein Symbol dafür geworden, wie die einst festgelegte Ordnung aus den Fugen geraten ist.

Die Verbündeten von einst sind tief verfeindet. Die USA und die EU haben die Krim mit Sanktionen belegt, seit sie sich von der Ukraine abspaltete und zum «Mutterland» zurückkehrte. Der Westen sieht darin einen Bruch des Völkerrechts und einen Verstoss gegen die Nachkriegsordnung. Russland hingegen beruft sich auf jahrhundertealte Wurzeln auf der Krim, die Kremlchef Nikita Chruschtschow 1954 unter Verstoss gegen sowjetisches Recht an die Ukraine verschenkt habe.

4 Kommentare

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  • Kommentar von S.Petrovic, Luzern
    Also DE ist nicht mehr geteilt und Krim gehört zu Russland wieder,wo ist das Problem?
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  • Kommentar von E. Waeden, Kt. Zürich
    Bleibt noch zu erwähnen, dass Stalin auf eine Invasion der Alliierten gegen Hitler gedrängt hatte, er allenfalls mit seiner Armee Hitler unterstützt hätte, denn er stand mit der Roten Armee ganz alleine im Osten einer deutschen Übermacht gegenüber. Ohne Druck von Stalin hätte es keine Invasion gegen Hitler gegeben. Leider spielten & spielen die USA & GB sich damals & heute als die DIE Siegermächte, als DIE Befreier Europas auf.
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    1. Antwort von Kaa Vaak, Bonn
      "Bleibt noch zu erwähnen, dass Stalin auf eine Invasion der Alliierten gegen Hitler gedrängt hatte" Haben Sie das Stalin-Ribontrow Abkommen vergessen? Haben Sie Tobruk & Nordafrika & Italien vergessen? Haben Sie Pacific Theatre & Kurilleninseln vergessen?
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    2. Antwort von E. Waeden, Kt. Zürich
      Habe ich nicht vergessen. Nur kämpfte Stalins Armee im Osten gegen 3/4 von Hitlers Armee. Und die Amerikaner haben erst auf wiederholte Bitte GB um Unterstützung ins Kriegsgeschehen 1945 eingegriffen. Und Churchill & Roosevelt waren sich nicht "grün" & es auch nur ein Zweck-Bündnis gewesen ist. Und in den von Ihnen erwähnten Ländern waren es Europäer & Menschen aus ihren Kolonialstaaten wie Inder usw. welche dort gekämpft haben. Nicht die Amerikaner!
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