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International Jemen: Arabische Liga berät über gemeinsame Eingreiftruppe

Während die Kämpfe im südlichen Jemen anhalten, sind die Regierungsschefs der Arabischen Liga zu einem Treffen zusammengekommen. Tatsächlich spitzt sich die Lage im Krisengebiet zu. Die UNO hat ihre Diplomaten bereits aus dem Kriegsgebiet abgezogen.

Die Kämpfe zwischen den Huthi-Milizen und der von Saudi-Arabien angeführten Militärkoalition im südlichen Jemen halten an. Zeitgleich sind die Staats- und Regierungschefs der Arabischen Liga im ägypitischen Scharm el-Scheich zu einem Gipfeltreffen zusammengekommen.

Die Teilnehmer der Sitzung betonten ihre Entschlossenheit zum Kampf. Der saudi-arabische König al-Aziz zum Auftakt des Treffens, dass sein Land den Militäreinsatz im Jemen solange fortsetzen wolle, bis wieder Sicherheit im Lande herrsche.

Huthi-Rebellen halten ihre Gewehre in die Luft.
Legende: Geht es nach der Arabischen Liga, soll ihr Vormarsch gestoppt werden: Die Huthi-Rebellen. Keystone

Ständige arabische Eingreiftruppe zum Ziel

Ähnliche Töne waren vom jemenitische Präsidenten Hadi zu vernehmen. Er verlangt eine Fortsetzung der Angriffe, bis sich die Huthi-Milizen ergeben hätten.

Hadi schwebt gar die Institutionalisierung einer ständigen arabischen Eingrifftruppe vor. Sein Vorschlag stiess beim ägyptischen Präsidenten al-Sisi auf Anklang. Der betonte, dass der arabische Raum eine «nie dagewesene Bedrohung» durch «terroristische Gruppen» erlebe

Arabische Staaten und UNO ziehen ihre Diplomaten ab

Wie explosiv die Lage im südlichen Jemen ist, zeigte sich daran, dass mehrere arabische Staaten und die UNO begonnen haben, ihre Diplomaten aus dem Krisengebiet abzuziehen. Die saudi-arabische Marine soll Dutzende Diplomaten aus der Hafenstadt Aden abgeholt haben. Und in Sanaa soll die UNO damit begonnen haben, über 100 Mitarbeiter auszufliegen.

Die Kämpfe zwischen arabischer Koalition und Huthi-Milizen sollen an Intensität zugenommen haben. In der dritten Nacht der Luftschläge wurde insbesondere die Haupstadt Sanaa von Explosionen erschüttert – wobei Augenzeugen von den schwersten Bombadierungen seit Beginn der Luftangriffe sprachen.

Erfolge der Koaliton sind bisher beschränkt

Die Koalition unter der Leitung Saudi-Arabiens hatte bereits am Donnerstag ihre Luftangriffe auf die schiitische Huthi-Miliz und deren Verbündete gestartet, um deren weiteren Vormarsch zu stoppen. Dies, zumal die Rebellen im September die Hauptstadt Sanaa unter ihre Kontrolle gebracht hatten und in den vergangenen Wochen weiter nach Süden vorgerückt waren.

Jemenitische Zivilisten bereiten sich auf ihre Flucht vor.
Legende: Jemenitische Zivilisten bereiten sich auf ihre Flucht vor. Es ist ungewiss, wie weit sie kommen. Keystone

Mit ihren Luftangriffen versucht die Militärallianz nun vornehmlich den Vormarsch der Huthi-Rebellen auf die wichtige Hafenstadt Aden aufzuhalten. Doch ihre Erfolge sind bis jetzt beschränkt. Die Rebellen konnten beim Vorstoss nach Süden neue Gebiete gewinnen. Sie sollen etwa die Hafenstadt Shaqra eingenommen haben, die 100 Kilometer östlich von Aden liegt.

Menschen können nicht fliehen

Für die Menschen vor Ort wird die Situation zusehends bedrohlicher. Laut der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch haben bereits 34 Menschen ihr Leben gelassen. Und laut einer ausländischen Mitarbeiterin einer humanitären Organisation in Sanaa komme hinzu, dass die Menschen fliehen wollten, es aber keine Flugzeuge gäbe, welche die Zivilisten aus dem Lande bringen könnten.

Der Konflikt im Jemen ist auch ein Stellvertreterkrieg. Denn das sunnitische Königshaus in Saudi-Arabien, das den Jemen tatkräftig unterstützt, will mit den Schlägen nicht zuletzt auch eine Ausweitung des Machtbereichs des schiitischen Irans verhindern. Der Iran, als Erzfeind Saudi-Arabiens, versucht im Gegenzug, auf der Arabischen Halbinsel Fuss zu fassen und soll – so die Einschätzung der Arabischen Liga – mit den Huthi-Rebellen sympathisieren.

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6 Kommentare

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  • Kommentar von V. Humbert, Carouge
    Es ist einfach bezeichnend. Dass der "Westen" die sunnitischen Staaten als Partner aussucht, die die schlimmsten Terrororganisationen hervorgebracht haben und hervorbringen... Tja was Ölquellen alles für hässliche Blüten treiben. Wäre mal einen Gedanken wert, beim nächsten Besuch an der Zapfsäule...
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  • Kommentar von k.peller, schweiz
    Ist ja auch nicht schiitisch der IS.
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    1. Antwort von m.mitulla, wil
      Dieser Krieg wird nicht geführt gegen den IS, sondern gegen die Huthi-Rebellen, welche mit dem IS gar nichts am Hut haben. Es gibt Krieg in einem der ärmsten Länder der Welt. Leider befindet sich in Jemen eine strategisch wichtige Militärbasis der USA. Man findet im Internet Bilder über die Bombardierungen. Es trifft normale Häuser, in denen normale Menschen wohnen, die im Krieg verletzt und/ oder getötet werden - dasselbe grauenhafte Szenario wie in jedem andern Krieg.
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  • Kommentar von Bruno Hochuli, Reinach BL
    Die Arabischen Länder hätten schon zu Beginn den IS radikal bekämpfen müssen. Es wurde abgewartet bis zum geht nicht mehr und jetzt ist ein Flächenbrand entstanden den diese Staaten ohne Westliche Hilfe nicht mehr löschen können. Korrupte Regierungen, Geld von Oeleinnahmen kommt nicht den Bürger zugut, nein man lässt sie in Armut leben. Daher müssen diese Staaten sich nicht wundern, wenn die Armut ihrer Bürger, sie in den Krieg treibt. Leider haben dort wieder Mörder das Sagen.
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