Kairo lässt Damaskus fallen

Ägypten hat die diplomatische Bande mit Syrien gekappt. Präsident Mohammed Mursi nahm auch die Assad-treue Hisbollah-Bewegung ins Fadenkreuz seiner Erklärung in Kairo.

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Bildlegende: Ägyptens Präsident Mursi: Wir werden das syrische Volk nicht alleine lassen. Keystone

Sein Land hat mit sofortiger Wirkung alle diplomatischen Beziehungen zu Syrien abgebrochen, sagte der ägyptische Präsident. Auch die Botschaft Syriens in Kairo werde umgehend geschlossen, sagte Mursi am Samstagabend in der ägyptischen Hauptstadt.

Als Grund nannte er das gewaltsame Vorgehen des Regimes von Präsident Baschar al-Assad gegen das syrische Volk. «Ägypten und sein Volk, seine Führung und seine Armee werden das syrische Volk nicht alleine lassen, bis es nicht seine Rechte durchgesetzt und die Souveränität über sein Land erlangt hat», sagte Mursi vor tausenden Anhängern im Stadion von Kairo.

Über 60'000 Syrer sollen sich mittlerweile nach Ägypten geflüchtet haben, berichtete unlängst das UNO-Flüchtlingshilfswerk UNHCR.

Mursi setzt Hisbollah unter Druck

Zugleich forderte Ägyptens Staatschef die Miliz der libanesischen Hisbollah- Bewegung zum sofortigen Verlassen Syriens und zur Einstellung ihrer «Aggression gegen das syrische Volk» auf.

Die Hisbollah-Miliz kämpft seit einigen Wochen offen an der Seite des syrischen Regimes gegen die Aufständischen.