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International Kanada will Entschuldigung des Papstes

Papst Franziskus soll sich im Namen der katholischen Kirche bei den Ureinwohnern für die Misshandlung von Kindern in kirchlichen Heimen entschuldigen. Das will der kanadische Premierminister Justin Trudeau.

Papst Franziskus von hinten fotografiert drückt mit beiden Händen gegen die heilige Pforte der St. Peters Basilika in Rom
Legende: Auch bei Kanadas Ureinwohnern soll sich der Papst entschuldigen. Keystone

In Kanada sind seit 1874 rund 150'000 Kinder von Indianern, Mestizen und Inuit von ihren Familien und ihrer Kultur getrennt und unter Zwang in kirchliche Heime gesteckt worden. Sie sollten so zur Anpassung an die weisse Mehrheitsgesellschaft gezwungen werden.

Viele Ureinwohner machen die Heime, die ganze Generationen geprägt haben, für soziale Probleme wie Alkoholismus, häusliche Gewalt und erhöhte Selbstmordraten verantwortlich.

Papst soll handeln

Er werde den Papst «direkt» auffordern, sich in dieser Frage zu positionieren, sagte Trudeau an einer Medienkonferenz. Die kanadische Wahrheits- und Versöhnungskommission hat am Dienstag ihren Abschlussbericht zur Praxis der Kirche vorgestellt und empfohlen, dass der Papst sich bei den Ureinwohnern entschuldigen solle.

Trudeau verwies darauf, dass Papst Franziskus sich auch bei den Ureinwohnern Südamerikas für das Leid entschuldigt habe, die sie während der Kolonialzeit durch die katholische Kirche erlitten. Auch bei den Opfern sexuellen Missbrauchs entschuldigte sich Franziskus.

Kanda hat sich entschuldigt

Viele der kanadischen Ureinwohner wurden in den Heimen misshandelt oder sexuell missbraucht. Mindestens 3200 starben, die meisten an Tuberkulose. Trudeau selbst entschuldigte sich am Dienstag im Namen des kanadischen Staates und bat die Ureinwohner um Vergebung für «eine der dunkelsten Kapitel der kanadischen Geschichte».

4 Kommentare

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  • Kommentar von Lucas Frank (Lucas)
    Die Spanier sollen sich auch entschuldigen, wer sich mit geschichte auskennt weiß, nicht die Amerikaner haben Indianer hingerichter, dieser war nämlich ein Gegenseitiger Krieg, trotzdem, England die USA und Australien haben alle vieles wieder gut gemacht, nur nicht die Spanier und Katholiken..... Diese haben Ursprünglich mit dem gemetzel gegen die Indianer begonnen, als die Kanadier und Amerikaner waren, gab es sie schon fast nicht mehr. Diese Kolonien der Europäer haben viel schlechtes getan.
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  • Kommentar von Udo Gerschler (UG)
    Ich fände es schön wenn Politiker nicht zu sehr von sich ablenken und auf andere zeigen.
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  • Kommentar von Christian Szabo (C. Szabo)
    Einige Kirchenverbände geniessen immer noch eine gewisse Immunität, da sie für verschiedene Länder politische Aktionen unterstützten. Bei der Kontrolle der Zustände in religiösen Heimen wurde bewusst beide Augen verschlossen. Auch jetzt noch wehren sich viele Gruppen gegen eine Aufklärung und machen damit Opfer erneut zu Opfern. Daher finde ich es positiv, wenn sich jetzt ein Minister dieser abscheulichen Sache in Kanada annimmt. Hoffentlich ist es ein Beispiel für andere Länder.
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