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International Katalonien bittet EU um Unterstützung

Im November sollen die Einwohner Kataloniens über die Gründung eines eigenen Staates abstimmen. Die Regierung in Madrid lehnt das Referendum ab. Die Region im Nordosten Spaniens hofft nun auf Rückendeckung durch die Regierungschefs der Europäischen Union.

Kataloniens Ministerpräsident Artur Mas zwischen zwei gelb-rot gestreiften katalonischen Fahnen.
Legende: Katalonien ist mit 7,6 Millionen Einwohnern die wirtschaftsstärkste Region Spaniens. Keystone

Kataloniens Ministerpräsident Artur Mas hat die 27 Regierungschefs der EU schriftlich um Unterstützung für das Referendum über eine Unabhängigkeit der Region von Spanien gebeten. «Ich vertraue darauf, dass ich mit Ihrer Unterstützung rechnen kann, um diesen demokratischen, friedlichen, transparenten und europäischen Prozess nach vorne zu bringen.»

In dem Brief betont Mas, dass die für den 9. November angesetzte Volksbefragung von Parteien beschlossen worden sei, «die 65 Prozent des katalanischen Parlaments vertreten». Entgegen den Behauptungen der Gegner sei das Referendum rechts- und verfassungskonform. Es besteht aus zwei Fragen: «Wollen Sie, dass Katalonien einen Staat bildet?» und «Wollen Sie, dass Katalonien ein unabhängiger Staat ist?».

Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy hat den Plänen Kataloniens eine klare Absage erteilt: «Diese Volksbefragung wird nicht stattfinden.» Die zentrale Regierung in Madrid hält die Befragung für einen Verstoss gegen die spanische Verfassung.

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10 Kommentare

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  • Kommentar von P. Grugler, Sonnhalde
    jetzt wird's aber spannend... Ein Spagat auf einer Rasierklinge für die europäische Diplomatie.
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  • Kommentar von Lutz Bernhardt, Kreuzlingen
    Willy Brandt: "Jetzt wächst zusammen, was zusammengehört." Gilt sicher nicht nur für Deutsche - auch für Tiroler, Basken, Katalanen. "Allemannen"? Hier wird es kritisch. Das Ganze ist wohl ein doppelschneidiges Schwert. Einerseits eine absolut gerechtfertigte Forderung. Andererseits: Wird so eine Bewegung einmal losgetreten, weiss keiner mehr, wo sie endet. Insofern wird es extremen Widerstand gegen diese (gerechte!) Forderung geben.
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    1. Antwort von Juha Stump, Zürich
      Alemannen? Es wird oft vergessen, dass wir Deutschschweizer eine 50/50-Mischung von Germanen UND Kelten sind, was auf unsere Cousinen und Cousins jenseits der Grenze nicht zutrifft. Auch deshalb haben wir einen ähnlichen eigenwilligen Charakter - um es freundlich auszudrücken - wie die Iren, Schotten und Waliser. Was die Katalanen betrifft, unterscheiden sich diese nicht nur durch ihre Sprache, sondern auch durch ihre Kultur und Mentalität deutlich von den anderen Völkern Spaniens.
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  • Kommentar von Juha Stump, Zürich
    Wie ich hier schon einmal geschrieben habe, sind die Katalanen die Kurden Europas - das grösste Volk dieses Kontinents ohne eigenen Staat. Dazu kommt noch, dass das Katalanische, das immerhin von etwa 10 Mio. Menschen gesprochen wird, in der EU nicht einmal eine Amtssprache ist (dafür aber ein moselfränkischer Dialekt, genannt Letzeburgisch). Von der EU können die Katalanen keine Hilfe erwarten, im Gegenteil, der Brüsseler Moloch hat schon mit einem Ausschluss vom EU-Markt gedroht.
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    1. Antwort von Harald Girschweiler, 9500 Wil SG
      @J. Stump: Habe ich gelacht über den moselfränkischen Dialekt, Letzeburgisch! Morgen haben wir beide die wutentbrannten Luxemburger an der Haustüre, welche uns an die Kehle wollen. Ich bin sehr oft und gerne im Luxemburg und trinke deren Weissweine sehr gerne.
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    2. Antwort von Juha Stump, Zürich
      Es gehört zwar nicht zum Thema dieses Blogs, aber ich kann mit solchen "Angriffen" von Luxemburgern gut leben. Nach meinen eigenen Erfahrungen sind diese in ihrem krampfhaften Bemühen, sich von den Deutschen abzugrenzen, in ihrem Charakter schon halbe Franzosen geworden. Auch deshalb ist Deutsch dort nur noch die dritte (geduldete) Landessprache. - Zum Thema: Leider habe ich auch Katalanen kennen gelernt - allerdings ältere -, die sich viel zu wenig als Katalanen bekennen wollten.
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