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Anweisung an Schulen Keine freie Toilettenwahl mehr für Transgender-Personen

Legende: Video «Rücknahme von Obamas Transgender-Anweisung» abspielen. Laufzeit 0:47 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 23.02.2017.
  • Die US-Regierung von Präsident Donald Trump hat die Freizügigkeit für Transgender-Menschen rückgängig gemacht.
  • Die Regelung Barack Obamas hatte es ihnen freigestellt, welche Toiletten und Umkleideräume sie etwa in Schulen und Universitäten benutzen.
  • 13 Bundesstaaten hatten gegen die Anweisung geklagt.

Mitarbeiter des Justiz- und des Bildungsministeriums informierten einem Bericht der «Washington Post» zufolge den Obersten Gerichtshof, dass öffentliche Schulen und Universitäten angewiesen würden, die alte Regelung zu ignorieren.

Laut der Obama-Regelung konnten sich beispielsweise Transgender-Frauen auch dann in der Damen-Umkleidekabine umziehen, wenn ihre operative Geschlechtsumwandlung noch nicht vollzogen war. Kritiker hatten bemängelt, dies würde Männer unter einem Vorwand ermöglichen, in Damen-Toiletten einzudringen. Ausserdem würden traditionelle Werte verletzt.

Im Wahlkampf hatte Trump gesagt, dass es jedem Menschen erlaubt sein müsse, die Toilette zu benutzen, die er benutzen möchte. Als Reaktion darauf war TV-Star Caitlyn Jenner, einst als Bruce Jenner bekannt als Olympiasieger im Zehnkampf der Männer, demonstrativ zum Pinkeln in ein Hotel des republikanischen Präsidentschaftsbewerbers gegangen.

Streit um Transgender-Rechte

Transgender sind Menschen, deren sexuelle Identität nicht den Geschlechtsmerkmalen entspricht, mit denen sie geboren wurden. Die US-Ministerien für Bildung und für Justiz hatten im vergangenen Mai in einem Brief an Schulen und Universitäten Richtlinien definiert, um für Transgender-Schüler im Einklang mit den bestehenden Gesetzen gegen Diskriminierung ein sicheres Umfeld zu schaffen.

Die Anweisung der US-Regierung erging damals vor dem Hintergrund eines erbitterten Streits um ein Gesetz in North Carolina, das Transgender die freie Toilettenwahl in staatlichen Einrichtungen verbietet. Der Toilettenstreit löste auch eine Welle von Protesten gegen North Carolina aus. Bekannte Musiker wie Bryan Adams, Cyndi Lauper oder die Band Pearl Jam sagten Konzerte in dem Staat ab.

25 Kommentare

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  • Kommentar von Thomas Mann (Freidenkerin)
    An die Goods und Zelgers: Schon mal an einem Openair gewesen? Da die Schlangen vor den Damentoilettenwagen immer sehr lang sind (tja, mit dem kleinen Unterschied beim Mann geht das Geschäftchen etwas rassiger bzw. Mann macht's am nächsten Baum) gehen viele weibliche Konzertbesucherinnen auf die Herrentoiletten. Das ist schon lange so und war meines Wissens noch überhaupt nie ein Problem. Ohne präsidiale Einmischung.
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  • Kommentar von Christian Szabo (C. Szabo)
    In den USA gibt es nicht nur die eher liberalen Menschen der grossen Ballungsräume an den Küstenstaaten. Im "bible und rost bel"t sind die Leute teilweise konservativ und gläubig. Solche Menschen ziehen bewusst in Regionen mit traditionellen "Werten".. Das sind auch die Bürger, die Trump zum Sieg verholfen haben. Weiters gibt es sehr viele Enttäuschte, die wirtschaftlich "Verlierer" sind. All diesen Leuten und Gruppen sind solche Gesetze egal oder zuwider.
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  • Kommentar von Arthur Pünter (puenti)
    Interessant: Da wollen uns linke Feministinnen und sogenannte Sex-Experten weismachen, dass weibliches und männliches Sexualverständnis und -verhalten vor allem durch die Gesellschaft und Sozialisierung anerzogen sei, und doch gibt es Menschen, die in einem falschen Körper leben und entsprechend so empfinden und leiden, obwohl deren äussere Geschlechtsmerkmale eindeutig männlich oder weiblich bestimmt sind. Deshalb die Frage, ist die sexuelle Identität also vorbestimmt oder nicht?
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    1. Antwort von Christa Wüstner (Saleve2)
      Zur Vervollständigung: es gibt auch rechte Feministinnen. Immer sofort Schuldzuweisung auf Links. Keine Gelegenheit auslassen.
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