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US-Aussenminister John Kerry in Lima.
Legende: US-Aussenminister John Kerry: «Jedes Land muss seinen Teil beitragen.» Keystone
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International Kerry wirbt für Klimavertrag – auch mit Selbstkritik

Kurz vor Abschluss ringt die UNO-Konferenz in Peru um den Entwurf für einen Weltklimavertrag. An vorderster Front US-Aussenminister Kerry, der auch die schwache Rolle seines Landes beim Namen nennt. Von den Entwicklungsländern fordert er ebenso Taten. Denn die Hälfte der Treibhausgase gehe auf sie.

Katastrophen sind sein Alltag. US-Aussenminister John Kerry kam nach Lima, um vor dem Weltuntergang zu warnen. Der Klimawandel beschäftigt ihn seit Jahrzehnten. Heute sei das eine Bedrohung der Menschheit. Ganz selbstverständlich kritisiert Kerry auch sein eigenes Land.

Audio
USA-Korrespondentin: «Die USA haben eine Kehrtwende gemacht»
05:16 min, aus SRF 4 News aktuell vom 12.12.2014.
abspielen. Laufzeit 05:16 Minuten.

«Wenn eine grosse und entwickelte Nation nicht führt, ist sie selbst Teil des Problems», sagte Kerry in einer flammenden Rede. Es sei auch absolut klar, dass die Grossen in diesem Kampf mehr zur Lösung beitragen müssten – «inklusive die USA».

Das hat man lange nicht mehr gehört. Vertretern der Entwicklungsländer an der Konferenz mag das gefallen, aber Kerry verschont auch sie nicht. Jedes einzelne Land müsse seine Last tragen, betont er und erinnert daran, dass die Hälfte der heutigen Treibhausgase aus Entwicklungsländern komme.

Er habe Verständnis für diese Länder und deren Schwierigkeiten, sagt Kerry und versucht sie dann mit den Verheissungen eines neuen Energiemarktes zu locken. Der aber steht noch lange nur den heute Reichen offen. Auch darum kommen die Verhandlungen in Lima nur schleppend voran.

Kerry: Klimavertrag dringend notwendig

Kerry bleibt Antworten schuldig. Er setzt heute ganz auf Pragmatismus und will der Konferenz und der Weltöffentlichkeit vor allem eines sagen: Es ist uns ernst, wir wollen nächstes Jahr in Paris einen Klimavertrag unterzeichnen. Das sei nicht bloss eine Option, sondern eine dringende Notwendigkeit. Der Saal applaudiert. Aber draussen wollen viele zuerst noch mehr Taten sehen.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von E. Siefert , Basel
    Die Worte hör ich wohl... Solange Regenwald zur Palmölherst. für "transfatfreie" Lebensmittel vern. wird - z.B: "Pepsi" 450T to/J. für Cookies und Chips - Soja + Mais für die Treibstoffherstellung angebaut werden und Fracking betrieben wird... Solange z.B. in USA immer noch fast 6% des Energieverbr. eines durchschn. amerik. Haushalts durch Wäschetrockner verbraten werden - bis zu 1 to CO2/J. produziert jed. einzelne - wird sich trotz aller wunderschöner Worte und Bekenntnisse nichts ändern...
  • Kommentar von H. Bernoulli , Zürich
    Die USA machen 4% der Weltbevölkerung aus und verbrauchen über 25% der Ressourcen. Die Entwicklungsländer machen die Mehrheit der Weltbevölkerung aus. Es ist somit klar, wer sich vor allem anstrengen muss. Kerry's Forderung an die Entwicklungsländer zeigt, dass die USA nicht bereit sind, die Ressourcen der Erde mit den anderen Menschen einigermassen gerecht zu teilen. Das ist eine Haltung, welche nur dank Machtmissbrauch haltbar ist.
  • Kommentar von H. Bernoulli , Zürich
    Die entscheidende Frage ist, ob die Menschheit verzichten kann, alle fossilen Rohstoffe (Öl, Gas, Kohle, Torf) bis auf den letzten Tropfen zu fördern und zu verwerten. D.h. es muss auch auf die Gewinne verzichtet werden, welche mit dem Verkauf der fossilen Energieträger gemacht werden können. Es stehen eigentlich genüngend Alternativen und Möglichkeiten, um ganz auf fossile Energieträger und Atomkraft verzichten zu können. Nur werden diese aus ökonomischen Gründen nicht gefördert, im Gegenteil.